Mit dem Effects Interface bringt Electro-Harmonix ein Gerät auf den Markt, das sich zwischen Audio-Interface, Re-Amping-Tool und Pedalboard-Zentrale positioniert. Ziel ist es, analoge Effekte und Software-Plug-ins ohne zusätzliche Wandler oder Speziallösungen miteinander zu kombinieren – sowohl im Studio als auch im hybriden Live-Setup.
Anzeige
Grundidee: Pegel und Impedanzen im Griff
Der Knackpunkt klassischer Re-Amping-Setups ist bekannt: DAW-Signale kommen mit Line-Pegel und niedriger Impedanz, während Gitarrenpedale genau das Gegenteil erwarten. Das Effects Interface übernimmt hier die Anpassung und erlaubt es, Audiosignale aus der DAW direkt durch ein Pedalboard zu schicken – oder umgekehrt Pedale wie externe Effekte in der DAW zu nutzen.
Hardware Plug-in Mode Pedale werden in eine Loop des Effects Interface eingeschleift und über ein Plug-in in der DAW angesteuert. So lassen sich analoge Effekte auf einzelne Spuren oder ganze Busse anwenden – funktional ähnlich zu externem Studio-Equipment.
Pedalboard Mode Hier läuft das Eingangssignal (z. B. Gitarre) durch Plug-ins in der DAW und anschließend zurück ins Pedalboard oder direkt in einen Amp. Plug-ins werden so Teil der physischen Signalkette, was auch klassisches Re-Amping einschließt.
Interface Mode Als kompaktes 2-In/2-Out-Audio-Interface lassen sich Gitarre oder Bass direkt aufnehmen. Ein Kopfhörerausgang erlaubt das Monitoring wahlweise vor oder nach der Wandlung, die Hauptausgänge speisen Studiomonitore.
Bedienung und Software
(Bild: A.Rubolotta)
Vier Fader regeln Ein- und Ausgangspegel, ein Fußschalter schaltet das Gerät in den Bypass. Zum Lieferumfang gehört ein kostenloses Plug-in (VST3, AU, AAX), das das Hardware-Konzept in der DAW abbildet – inklusive Dry/Wet-Regler und Pegelkontrollen. Plug-ins lassen sich allerdings nicht direkt auf das Gerät laden; die gesamte Signalverarbeitung erfolgt weiterhin im Rechner.
(Bild: A.Rubolotta)
Praxis und Einschränkungen
Das Konzept richtet sich klar an Gitarristinnen und Gitarristen mit hybriden Setups. Wichtig bleibt das Thema Latenz, insbesondere im Pedalboard Mode, wenn Signale mehrfach durch die DAW laufen. Auch der parallele Betrieb mit weiteren Audio-Interfaces kann – je nach Betriebssystem und Treiberarchitektur – zusätzliche Planung erfordern.
Das EHX Effects Interface bündelt Re-Amping, Audio-Interface und Plug-in-Integration in einem Pedalformat. Für Gitarrist:innen, die regelmäßig zwischen Pedalboard und DAW pendeln, könnte das Gerät eine kompakte Schaltzentrale darstellen – vorausgesetzt, das restliche Setup spielt latenztechnisch mit.