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Welcher Kabelkapazitäten-Messer sollte es sein?

Q: Danke für das Kabel-Test-Special in der November-Ausgabe. Ich habe schon selbst viele unterschiedliche Versuchsaufbauten durchgeführt, aber meistens durch Hörvergleiche von Aufnahmen. Auch zu Kabeln 😉 Nun interessiert mich bzgl. der Kapazitätsmessung, ob du ein Gerät empfehlen kannst, mit dem man zuverlässig Kabelkapazitäten messen kann. Wie ich gelesen habe, arbeiten Kapazitätsmesser mit verschiedenen Methoden, was sich auch im Preis niederschlägt. Vielleicht gibt es aber von euch einen Tipp für ein Gerät, das nicht gerade die 5000-Euro-Grenze der Laborgeräte sprengt.

David Becker (G&B-Leser)

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A: Da es bei der Messung der Kabelkapazität durch den Musiker weniger auf perfekte Genauigkeit, sondern mehr auf die Vergleichbarkeit von Messungen ankommt, funktioniert jedes günstige Messgerät mit C-Messbereich ausreichend gut. Günstige LCR-Multimeter gibt es im Elektronikhandel schon ab ca. € 50. Natürlich sollte bei Vergleichen dann immer dasselbe Messgerät verwendet und die bereits vor der eigentlichen Messung angezeigte Grundkapazität durch die Prüfschnüre vom Messergebnis abgezogen werden.

Dirk Groll


Aus Gitarre & Bass 01/2017

6 Kommentare zu “Welcher Kabelkapazitäten-Messer sollte es sein?”
  1. Uli Schwierzke

    Bei Musikern ist es ebenso wie im Hifibereich das Ohr das als eigenes Qualitätskriterium herangezogen werden muss. Jeder hört anders und hat andere Vorstellungen von einem “guten Sound”. Darüberhinaus hängt es doch wesentlich von der ganzen Kette zwischen Guitarre und Ohr ab. Solange etwas “einstellbar” ist, können Vergleiche nur subjektiv sein.

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  2. notconvinced

    Ein Messgerät ist – egal wie subjektiv der Vergleich ist – dennoch eine sehr gute Idee. Denn das “individuelle Qualitätssystem” wird doch hoffentlich soweit zuverlässig sein, dass man an einem Wert der Kabelkapazität auch ein wie auch immer eigenes Klangempfinden festmachen kann – also eine Aussage, welche Kapazität in einem Kabel zu einem gefälligen Klangergebnis führt. Damit kann man dann immer wieder schnell ein Kabel finden, das für einen selbst passt. Wenn natürlich ganz andere Kriterien eine Rolle spielen (z.B.: “Nur das XY-Kabel klingt gut – die Kapazität ist mir egal”), dann hilft das Messen nicht mehr. Dann hilft nur noch ein psychologische Betrachtung.

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  3. Volker Lohweg

    Kapazitätsmessungen können wichtig sein, insbesondere dann, wenn es um klassische Setups geht, also Gitarre mit passiven Tonabnehmer in den Amp. Da sind dann die Unterschiede stark bemerkbar, weil wir es mit einer hochohmigen Quelle und einem hochohmigen Eingang zu tun haben (für Audioverhältnisse). Insbesondere, wenn der Amp eher ein klassischer Röhrenamp mit der üblichen Eingangsbeschaltung a la Marshall oder Fender ( o.ä.) ist. Im Endergebnis verschiebt die Kabelkapazität die Resonanzfrequenz des Pickups, was sehr gut hörbar ist. Das ist dann natürlich Geschmackssache, aber wenn dann mit längeren Kabeln auf der Bühne gearbeitet wird, muss das natürlich berücksichtigt werden durch ein Kabel mit geringerer Kapazität. Deshalb ist ein vernünftiges Messgerät hilfreich. Wichtig ist jedoch auch die Steckerkapszität mit zu berücksichtigen. Zum Glück gibt es auch in Deutschland einige gute Kabelhersteller wie Sommer oder Klotz und andere.
    Meine Erfahrung ist die, dass es keine ‘Super-Sonder-Kabel’ mit ‘Spezialverdrillung’ und ‘extrareinem Kupfersilbergoldiridiumgalliumarsenidiridium’sein müssen, um ‘ihr/sein’ persönlich perfektes Kabel zu bekommen.

    Es gibt auch in diesem Bereich nur die Physik und keine, Verzeihung, Esoterik.

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  4. Gitarrenunterricht Berlin Mitte - Kai Bohun

    Mastech MS8910 Smart SMD Tester – ab ca. 20 €. Paßt mit seinen 18 cm Länge in beinahe jedes Case noch mit rein, keine technischen Vorkenntnisse nötig, erstaunliche Genauigkeit (besser als mein etwas älteres Multimeter, was ein Vielfaches kostete).

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  5. kaeptn Fischkopp

    viel spaß mit dem 50€ Schätzmeter. kann mich dem letzten Kommentator nur anschließen. Physik bleibt Physik. kauf nen Kabel von nem namhaften Hersteller, die wissen was sie da zusammenwickeln und versuch deine Ohren zu benutzen. Wird aber nix bringen. Hochwertiege Kabel kann man sich “schönhöhren” oder es lassen. Ich bin lange Tntechniker und hab nen Kumpel der nen Doktor in Physik hat, O -Ton: “alles unter 1 Ghz ist für mich Gleichspannung” und wir lachen uns Tod.über Leuter die Kabel hören
    Der Käptn

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  6. schmitzmich

    mal ne Frage am Rande: Warum soll ich die Kapazität eine Kabel messen und was habe ich davon? Mehr Kapazität ist besser als weniger oder Andersherum? Die Kapazität ist Nötig und die Induktivität des Kupfers zu kompensieren und dieser Effekt ist extrem Frequenzabhängig. Das Ergebnis nennt sich dann Impedanz. Wird bei Kabeln im LF Bereich aber schwer zu bewerten sein, 50Hz ist ja deutlich was anderes als 12KHz. Wo ist Gut und wo ist schlecht? Mir persönlich ist es noch nie gelungen, unterschiede zwischen qualitativ guten Kabeln zu “hören” alles weitere ist unnötige Spinnerei (Meinung gesagt)

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