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Fender Sonderausgabe
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Q&A of today:

Störgeräusche im Proberaum – Was hilft?

Q: Unser Proberaum liegt genau zwischen ein paar Gleisen unter diversen Hochspannungsleitungen. Das Spielen in diesem Raum über unsere Amps macht nicht wirklich Spaß. Die Pickups fangen extreme Störgeräusche der Hochspannungsleitungen ab und in den Spielpausen oder in leiseren Passagen ist das unerträglich. Für mich zumindest. Meine Fender Tele ist natürlich besonders anfällig. Gibt es Erfahrungen, so etwas zu beseitigen? Hilft Abschirmfarbe? Wenn ja, welche? Oder Alufolie oder was ist zu tun? Der Raum ist ca. 30 qm groß und ist so ein typisches, altes Bahngebäude.

Thomas Conrad (G&B-Leser)

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A: Ich hatte auch lange Zeit einen Proberaum unter einer Bahnlinie und kenne die Probleme. Die Stromfrequenz der Bahn beträgt nicht 50, sondern 162/3 Hz, was den eingefangenen Störungen eine besondere Note verleiht. Nach meinen Erfahrungen ist mit realistischem Aufwand kein Kraut dagegen gewachsen, da die Störquellen in unmittelbarer Gleisnähe meist zu mächtig sind und sogar ins normale Stromnetz einstrahlen können. Den Raum elektromagnetisch zu isolieren, scheidet aus, in der Gitarre schadet zwar eine leitende Auskleidung der E-Fächer nicht, hilft in diesem Falle aber kaum.

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Am empfindlichsten reagiert zweifellos der Tonabnehmer, wo grundsätzlich Humbucker zu empfehlen sind; aktive EMGs schaffen auch in extremeren Situationen zuverlässig Ruhe und bieten auch für die Tele passende Lösungen an. Was aber natürlich nicht für jeden Tele-Maniac eine Alternative darstellt. Bleiben ggf. noch die (geringeren) Störeinstrahlungen in Amps und Effekte, die sich mit einer veränderten Aufstellung und etwas Glück minimieren lassen. Manche Gerätschaften (ich erinnere mich an ein Band-Echo und einen Gesangsverstärker mit Federhall) nahmen den knatternden Bahnton lauter, andere weniger störend auf. Es lohnt also, seine Signalkette genauer zu untersuchen und auch so manches Billigkabel gegen ein besser geschirmtes zu ersetzen.

Dirk Groll

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich habe neuerdings ein ähnliches Problem zu Hause. Mein Nachbar hat einen Mähroboter installiert, der sich über eine Induktionsschleife im Garten orientiert. Diese Strahlung erfassen meine Single Coils ebenso und das äußert sich in einem nervigen Klackergeräusch. Linderung verschlaft nur eine Ausrichtung der Gitarre. Ich spiele jetzt also immer mit dem Rücken zum Nachbargrundstück.(wie albern)
    Ich freue mich schon auf all die tollen, vernetzten, autarken Geräte in der Zukunft, die das Leben so viel schöner und einfacher machen.

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  2. Wir haben auch Jahre in Locations mit ähnlichen Bedingungen gespielt. Ein ETTK Netztrenntrafo von Block, schafft (auch und bsonders live) Ruhe was Störgeräusche angeht, die durch schelchten Strom verusacht wurden … Der JCM 800 klingt mit der CS Strat auch mit viel Licht drumrum sauber. Das Single Coil Grund-Rauschen (Fat 60´s) bleibt natürlich, aber das Knacksen, Zirpen, etc hat ein Ende

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  3. Hallo Leute,
    das Thema ist leider so komplex, wie es scheint. Masseprobleme, Stecker, Kabel, Erdprobleme oder -verkopplungen, langsame magnetische und elektrische Felder, elektromagnetische Felder durch PLC, billige China-Steckernetzteile, Computer, defekte Isolatoren an der naheliegenden Hochspannungsleitung usw. usw.
    Wenn es nicht die üblichen Verdächtigen sind (also z.B. die Erdungsprobleme), glaubt bitte nicht, dass Ihr eine solche Störung mal eben in einem Forum gelöst bekommt. Das ist leider sehr pessimistisch, ich weiß, aber es ist die Erfahrung.
    Und in diesem Fall wird es – wenn überhaupt – nicht die Energieübertragung (also die 16 2/3 Hz) selbst sein, sondern – wie an vielen Orten mit Bahnoberleitung – ein Signal, das _zusätzlich_ auf der Oberleitung übertragen wird.
    Leider handelt es sich damit bei der Störung sehr wahrscheinlich um ein langsam veränderliches magnetisches Feld (das elektrische Feld ist im Innenraum meist nicht mehr zu messen) und dagegen hilft quasi nichts, was praktikabel ist. In Oszilloskopen hat man die Bildröhre früher mit “Mu-Metall” dagegen geschirmt -> schweineteuer und völlig unrealistisch für einen ganzen Raum. Und an der Gitarre selbst schirmen? Single-Coil ist vorne offen – da dringen magnetische Feldlinien eben ein, deshalb reicht es nicht, nur den Innenraum (mit Mu-Metall, nicht bloß mit Alu-Folie!) auszukleiden.
    In Deinem Falle müsste man mit etwas Equipment mal messen, um welche Art von Störung es geht, das kann man i.A. nicht aus der Ferne beurteilen.
    Kannst Du mal Sound Files posten? Das wäre mal ein Anfang.
    Grüße
    Volker

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  4. Hi also ich habe seit 5 Jahren auch einen Proberaum direkt neben den Bahnschienen und diversen Hochspannungsleitungen und hatte auch massive Probleme mit den Störgeräuschen. Hab dann auch einige sachen ausprobiert was aber alles nichts gebracht hat bis ich mir eine Noisegate( Boss NS 2) gekauft habe (vorher auch ein billiges von behringer was aber nichts gebracht hat) und habe seit den keine Probleme mehr kann ich nur weiter empfehlen. Ich habe es vor meinem Amp also Gitarre=>Noisegate=>Effekte=>wieder ins Noisgate( das Boss Ns2 hat en Loop so das ich es vor und hinter die Effekte schalten kann) => Amp.

    Natürlich kann man es auch in den fx loop schalten je nachdem was für einen am besten funktioniert auch beides.

    Ich hoffe ich konnte Helfen.

    LG Axel

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    1. Ja, das ist natürlich eine Möglichkeit. Es beseitigt natürlich nicht die Störung, aber es hilft, dass man sie in stillen Passagen nicht hört.

      Da ich vom Elektrofach bin, versuche ich natürlich, an der Störung selbst zu arbeiten. Für die Musiker unter uns ist es aber wichtig, eine _praktikable_ Lösung zu haben, eine theoretische Erörterung nützt ihnen nichts.

      Deshalb: jede Lösung, die Ihr für Euch findet, ist eine gute Lösung!

      Grüße

      Volker

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