Q&A of today:

Röhrenamp in kaltem Raum stehen lassen?

Q: Unser neuer Proberaum ist in einem alten Industriegebäude. Der Raum kann nicht beheizt werden (außer während der Proben mit einem Elektroheizkörper). Die meiste Zeit ist es halt recht kalt da drin, ich schätze, dass die Temperatur im Winter durchaus auf 10°, vielleicht auch weniger fallen wird. Nun frage ich mich, ob ich meinen Röhrenamp (Topteil) da drin stehen lassen kann oder jedesmal nach der Probe mit nach Hause schleppen muss. Hält ein Röhrentop die kalten Temperaturen verbunden mit den kurzen Betriebszeiten von vielleicht 2-3 Stunden in der Woche aus? Und wie sieht es mit den Lautsprecherboxen aus? Soll ich lieber meinen alten Transistor-Combo im Winter spielen?

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Andreas Ploner (G&B-Leser)

 

A: Im Prinzip sollten die niedrigen Temperaturen dem Röhrenverstärker nicht weiter schaden. Ein Problem könnte Kondenswasser sein, welches sich auf den kalten Metalloberflächen in dem Moment niederschlägt, wenn die Luft im Proberaum schneller aufgeheizt wird, als sich der Amp erwärmt. Das rechtzeitige Aufheizen der Röhren wird aber genau dem entgegenwirken. Bei strengem Frost würde ich mir eher Sorgen um Alnico-Magnete machen, wie sie z. B. bei manchen Vintage-Lautsprechern oder Tonabnehmern verwendet werden. Diese können bei sehr niedrigen Temperaturen an Magnetismus verlieren. In der Praxis kommen solche Situationen aber kaum vor, solange man im tiefsten Winter Instrumente und Boxen nicht über Nacht im Kofferraum des Autos aufbewahrt.

Dirk Groll

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Aus Gitarre & Bass 01/2017

Kommentare zu diesem Artikel

  1. … macht sich die entmagnetisierung der alnicos bei kälte dauerhaft bemerkbar oder ist diese rückläufig bei erwärmung??

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  2. Strenger Frost schadet auch den Elektrolytkondensatoren, je nach Bauart und Hersteller kann da schon bei -25°C Schluss sein.

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    1. Wir haben ein ähnliches Problem. Drei Lagen
      Mit Wolldecken über unsere Anlagen helfen und die Röhren vorher 30min. Anwälten und dann die Heizung voll Kanne. Bei 18-20Grad
      Raumtemperatur klingt die Anlage mit am
      Schönsten.

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  3. Hallo,

    Ich kann nur empfehlen : Raum wechseln! Feuchtigkei durch Kondensation, Oxidation!!
    Hatten auch einen Proberaum mit 10-11° ,Zeitweise Luftfeuchtigkeit bis zu 90%.

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  4. Nicht bange machen lassen. AlNiCo-Magnete sind bei Temperaturen von -270°C bis + 500°C einsetzbar. Womit sie hingegen nicht gut klar kommen sind elektromagnetische Felder. Wenn eine Entmagnetisierunfg durch externe Felder stattfindet ist sie dauerhaft.

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  5. Hi,
    tiefe Temperaturen sind für Alnico-Magnete unkritisch. Gefährlich wird’s bei hohen Temperaturen, aber erst über ca. 550°C (Curie-Temperatur beachten).
    Prof. Dr.-Ing. Manfred Zollner
    http://www.gitec-forum.de

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  6. Danke, Prof.Dr. Manfred Zollner, für den fachspezifischen Kommentar!
    Ich hatte bei schnellen Temp.-Wechsel eher Anpassungsschwierigkeiten
    bei Trans.-Amps. Zu den Speakern: diese leiden eher bei langanhaltender
    Trockenheit, da die Papiermembran brüchig werden kann und die Elastizität
    für die Schwingung verliert – dies ist meine Layenmeinung…

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  7. Im Winter unbeheiizter Übungsraum.
    Das Kondenswasser war daran schuld, das unser PA sich durch Kurzschluss unserem Gebrauch entzogen hat.

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  8. Generell würde ich mein Equipment nicht in so einer Kältekammer lassen. Kondensfeuchtigkeit entsteht, Steckkontakte oxydieren, Kriechströme können entstehen, die Potis können leiden, für Gitarren ist das auch nicht zuträglich….. Am besten für den Proberaum einen leichten Transistorcombo und für den Gig das gute Zeugs.

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  9. Es ist schon erschreckend, was im internet an Falschmeldungen verbreitet wird. Magnete haben generell überhaupt kein Problem mit kalten Temperaturen.
    Röhren eigentlich auch nicht – das Militär hat die früher auch in allen möglichen klimatischen Umgebungen eingesetzt.
    Luftfeuchtigkeit kann man mit einem ganz billigen Hygrometer checken – die paar Euro sollte man seinen Gitarre zu Liebe auch zu Haus investieren.

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