Q&A of today:

„Klebriges Feeling“ beim Bespielen alter, leicht lackierter Bass-Instrumente

Q: Als großer Liebhaber und Bassplayer von alten Fender, Gibson, MM, G&L, 4001, Framus, Höfner usw. wundere ich mich jedes mal, wenn ich eines dieser alten Instrumente spiele. Ist der Hals nur leicht lackiert, so wie’s in den 1960ern üblich war, matt, fast unbehandelt, wie hauptsächlich die alten JB, PB, tritt nach kurzer Spielzeit das Phänomen eines „klebrigen Feelings“ auf – die Stellen sind natürlich genau dort, wo man am meisten greift. Ich schwitze nun wirklich nicht an den Händen, ganz sicher; denn bei allen anderen Bässen kenne ich das nicht, weil neuer und glanzlackiert. War der frühere Besitzer ein Schmutzfink, der sich die Hände selten gewaschen hat? Wie kann man das beheben, ohne den Hals zu beschädigen? Die Holzporen will ich natürlich nicht „auswaschen“.

Charlie Hofer (G&B-Leser)

Anzeige

sandberg_electra_vs4_1
(Bild: Dieter Stork)

A: Auch wenn man selbst keine starke Schweißabsonderung bemerkt – jeder Mensch besitzt Schweißdrüsen in den Händen. Insofern muss der Vorbesitzer kein Schmutzfink gewesen sein, wenn der Hals des Instruments nach jahrzehntelanger Benutzung Schmutzspuren aufweist, und zwar genau dort, wo er am meisten gespielt wurde und die dünne Lackversiegelung abgetragen ist. Wo die Versiegelung fehlt, stellen sich Holzfasern auf, die den Spielfluss bremsen und umso williger neuen Handschweiß aufnehmen. Die naheliegendste Maßnahme wäre nun, die Halsrückseite mit feiner Stahlwolle wieder zu glätten und z. B. durch einen dünnen Lackauftrag (Ballenmattierung) neu zu versiegeln. Dass dies aber bei betagten Sammlerstücken den „Originalzustand“ verändert und eine Wertminderung darstellen kann, sollte man bedenken. Als mildere Variante könnte man erwägen, den Hals mit einem Fettlöser (Seifenlauge) abzuwischen und direkt danach mit einem sauberen Leinentuch feste nachzupolieren. Bei Verwendung von Alkohol als Fettlöser ist zu beachten, dass er Nitrolacke anlösen kann!

Dirk Groll


 >>Q&A: Marshall-Topteile: Die Unterschiede zwischen SLP und JMP MK II<<

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: