Jam-Download des Tages

Bob Dylan Playalong: Like A Rolling Stone

Bob Dylan ist ohne Zweifel der bedeutendste Songwriter des 20. Jahrhunderts. Seine Stücke wurden so oft von so vielen verschiedenen Künstlern gecovert, dass man als Nichtkenner des Dylan-Werks immer wieder überrascht wird, welche durch andere Musiker bekannt gewordene Songs eigentlich aus seiner Feder stammen. Im Frühjahr 1965 kam Bob Dylan von einer kräfteraubenden Tournee durch England zurück nach Hause und fühlte sich ausgebrannt. Er war unzufrieden, in welche Richtung sich seine Karriere entwickelte, und fühlte sich überfordert von den Erwartungen der Öffentlichkeit. Er dachte ernsthaft daran, die Musik an den Nagel zu hängen. „In mir war nur Leere, und mich ödete alles an. Aber “Like A Rolling Stone” änderte alles. Das war ein Song, der mir selbst gefiel. Es zieht einen runter, wenn dir jeder sagt, dass er auf deine Kunst steht, und du selbst kannst dein Schaffen nicht ausstehen.“ 1965 entstanden eine Menge Entwürfe in Prosa und Reimform, die Dylan in fast manischer Manier in seine Schreibmaschine hämmerte. Darunter war „dieses lange Stück, ausgekotzt auf 20 Seiten, und daraus entwickelte ich “Like A Rolling Stone” und machte eine Single draus. Auf diese Art hatte ich noch nie geschrieben, und mir wurde klar, dass es das war, was ich in Zukunft tun musste.“ Aus dem langen Stück destillierte Dylan in Woodstock/New York vier Verses und den Chorus. Dieses vierseitige Manuskript versteigerte das Auktionshaus Sotheby’s letztes Jahr für 2 Millionen US-Dollar.

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Die Aufnahme-Sessions für “Like A Rolling Stone” fanden am 15. und 16. Juni 1965 im Studio A von Columbia Records in New York statt, auf dem Produzentenstuhl saß Tom Wilson. Mike Bloomfield spielte E-Gitarre, Paul Griffin Piano, Joe Macho Jr. Bass, Bobby Gregg Schlagzeug und Bruce Langhorne Tamburin. Am ersten Tag wurden fünf Takes einer Version im 3/4-Takt aufgenommen, bei der Dylan Piano spielte. Da kein Leadsheet existierte, mussten die Musiker nach Gehör spielen und kämpften so mit der Form, dass sie erst beim vierten Take überhaupt bis zum ersten Chorus durchkamen. Am nächsten Tag kam der 21-jährige Session-Gitarrist Al Kooper auf Einladung des Produzenten Tom Wilson ins Studio. Als dieser nach einigen Probedurchläufen Paul Griffin dazu aufforderte, von der Hammond zum Piano zu wechseln, sagte Kooper zu Wilson, er hätte eine gute Idee für die Hammond. Der lachte nur höhnisch, verbot ihm aber nicht explizit zu spielen, und so trug der Nicht-Organist Kooper seinen Teil bei und spielte auf einem Take. Als Bob Dylan diese Version hörte, bestand er darauf, die Hammond im Mix lauter zu machen. Den 3/4-Takt ersetzte jetzt ein 4/4-Takt, und die Band im Studio war mit dem Song mittlerweile so vertraut, dass Tom Wilson nach dem vierten Take zufrieden war. Dieser wurde schließlich auch auf Platte gepresst. Trotzdem wurden weitere elf Versionen aufgenommen und allesamt verworfen. Die fertige Version allerdings gefiel der Marketing-Abteilung von Columbia Records zunächst überhaupt nicht, da der Song mit über sechs Minuten Länge das Single-Format sprengte, und der rockig ungehobelte Sound der Aufnahme nicht gut ankam.

So beschloss man, von einer Veröffentlichung abzusehen. Shaun Considine, verantwortlich für die Koordinierung von Neuerscheinungen bei Columbia Records, nahm eine vom Masterband gezogene einzelne Testpressung mit in einen angesagten New Yorker Club und bat den DJ, den Song zu spielen. Der kam beim Publikum so gut an, dass der DJ ihn so oft spielte, bis die Testpressung hinüber war. Am nächsten Tag riefen ein DJ und der Programmdirektor einer führenden Top-40-Radio-Station bei Columbia an und fragten nach Kopien des Songs. Der wurde am 20. Juli 1965 als Single veröffentlicht, blieb satte 12 Wochen in den Charts, schaffte es bis auf Platz 2 und bescherte Dylan den bislang größten Hit seiner Karriere. Und im Rückblick brach der Erfolg des Songs mit scheinbar allgemeingültigen Regeln der Popmusik, dass ein Hit nicht länger als drei Minuten lang sein darf und Texte die Illusion einer heilen Welt nicht zerstören dürfen.

Hier findest Du die Playalong-Versionen des Songs „Like A Rolling Stone“ von Bob Dylan – als Komplettmix (mit allen Instrumenten & Gesang) sowie als Minus-One-Versionen für alle Instrumentengruppen zum Mitspielen oder Mitsingen. Üben, jammen, Spaß haben!

Dieses Jam-Playalong-Paket enthält folgende Versionen und Jam-Tracks des Songs:

Soundfiles (mp3):

  • Mix (Komplettversion mit allen Instrumenten & Gesang)
  • ohne Bass
  • ohne Drums
  • ohne Drums, plus Click
  • ohne Gitarren
  • ohne Gitarren und Vocals
  • ohne Keys
  • ohne Vocals

Außerdem inklusive:

  • Leadsheet
  • Drumpattern
Ein Kommentar zu “Bob Dylan Playalong: Like A Rolling Stone”
  1. „Like a Rolling Stone“ wurde erst durch die absolut top Cover Version von David Bowie ein richtig großer Hit! Bob Dylan ist zwar der Erfinder des besagten Titels,jedoch wer möchte ernsthaft diese krächzend-näselnde Nuschelstimme hören,dies sollte der Musikwelt erspart bleiben.Dylan wurde als Musiker sowieso viel zu überbewertet.Es gab und gibt bedeutend bessere Vocalisten und Gitarristen auf dieser Welt,das ist Fakt.Dylan ist eben nur ein Aushängeschild für beinahe unzählige Texte und gutes Songwriting,mehr nicht.

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