Tony Iommi

Der Sound von Tony Iommi ist massiv, seine Chords & Riffs sind aus Blei. Halb so schnell, dafür doppelt so schwer – so könnte man die Arbeitsmaxime des Gitarren-Altmeisters aus Birmingham umschreiben. Und die hat im Fall von Tony Iommi Methode. Seit vielen Jahren bei Black Sabbath, und bei seinen Soloprojekten.

Stationen von Tony Iommi

Frank Anthony Iommi (geboren am 19. Februar 1948) stammt aus Birmingham. Einer – freundlich ausgedrückt – eher schmucklosen englischen Industriestadt. Tony Iommi gründet 1969 nach ersten mäßig erfolgreichen Projekten wie Mythology, Pulka Tulk, Earth, sowie einem kurzen Gastspiel bei Jethro Tull, mit seinem Schlagzeuger-Kumpel Bill Ward, Sänger Ozzy Osbourne (der bis dahin OtisRedding-Songs gecovert hatte) und Bassist Geezer Butler (der sich bei The Rare Breed als Gitarrist versucht hatte) eine Band, die sich nach einem Boris-Karloff-Gruselstreifen benennt: „Black Sabbath“.

Der Name verpflichtet: Zusammen schafft das Quartett einen Sound, der ein neues Genre des Rock einläutet: Heavy Metal. „Wir wollten den Sound einfach so fett wie möglich haben. Also war mein Beitrag volle Akkorde zu spielen und sie so satt wie möglich klingen zu lassen“, sagt Tony Iommi später. Heute sind Songs wie ,Paranoid‘, ,Iron Man‘ und ,Snowblind‘ Klassiker der Musikgeschichte.

Der Sound von Tony Iommi

Angesichts von heute üblichen Metal-Gitarren-Sounds von (zumeist US-)Bands wie Korn, Limp Bizkit, Alter Bridge, Papa Roach oder Slipknot sind tiefergelegte Gitarren nichts Besonderes. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre ist dieser Gitarren-Sound allerdings geradezu unerhört. Revolutionär sogar! Dazu hier mehr vom Meister.

Tony Iommis Motto: Halb so schnell, dafür doppelt so schwer. Was wiederum an seinem Handicap liegt: „Als Teenager habe ich meine Fingerspitzen in einer Maschine eingeklemmt. So verlor ich zwei Fingerkuppen meiner rechten Hand. (Iommi ist übrigens Linkshänder und spielt auch so). Ich fand aber einen Weg weiter Gitarre zu spielen, indem ich Plastikkappen über die Finger zog. So hatte ich keine Schmerzen beim Spielen, aber auch kein Gefühl beim Saitenziehen. Ich spielte Bendings ausschließlich nach Gehör und nicht nach Gefühl.“

Das Equipment von Tony Iommi

In den folgenden Jahren macht Tony Iommi die Gibson SG zu seinem Markenzeichen, und er zeigt, dass man aus dem dünnen Brettchen einen gewaltigen Sound herausholen kann. Seit der NAMM Show 2001 gibt es auch ein Iommi-Signature-Modell, wahlweise in Rot/Chrom oder Schwarz/Chrom, mit Mahagoni-Korpus, Stop-Tailpiece und den Sabbath-typischen kreuzförmigen Inlays im Griffbrett.

Die Tonabnehmer sind übrigens auf der Grundlage jener PUs gewickelt, die Iommi früher bei Gitarrenbauer John Birch von Hand wickeln ließ. Was Verstärker angeht, spielt und endorsed Iommi Laney-Amps; inzwischen besitzt er sein GH100-TI-Signature-Modell.

Live greift Tony Iommi bisweilen auch auf seine bewährte Kombination aus Gibson SG plus Marshall-Stack zurück, dazu kommt noch eine 9005- Röhren-Endstufe plus Cabinet. In seinem Rack befinden sich folgende Geräte: KorgDT-1-Tuner, Aris Power Conditioner (Netzgerät), DigiTech IPS-33 B Pitch Shifter, Alesis Quadraverb, Boss RGE-10 Chorus, Boss RGE- 10 Equalizer, Korg SDD-1000 Delay und ein DigiTech MEQ Dual 14. Die Komponenten werden über ein Pete-Cornish-SwitchingSystem geschaltet. Als Bodeneffekte auf der Bühne kommen noch ein WahWah-Pedal und ein Octavider hinzu.