Country

Lerne die Spieltechniken & Grundlagen der Country Gitarre mit den Videos unserer Gitarrenprofis. Plus: Aktuelle Trends & die besten Country-Gitarristen aus Nashville!

 

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Nashville: Country Music City

Studiogitarristen in Nashville

Brent Mason

Reggie Young

Steve Wariner

Country Gitarren Workshop

Top 10 Country Hits

Nashville: Country Music City

Mittlerweile hat sich auch herumgesprochen, dass in Music City, wie die Metropole des Country-Sounds, Nashville, Tennessee, im Volksmund genannt wird, äußerst fähige Instrumentalisten tätig sind. Insbesondere so manches Gitarrensolo sorgte in den letzten Jahren für ungläubiges Staunen. Hat das wirklich ein Mensch auf sechs Saiten gespielt? In den meisten Fällen heißt dieser Mensch Brent Mason, und der ist einer der gefragtesten Gitarristen der Studio-Szene von Nashville.

Brent Mason hat der Gitarre in der modernen Country-Musik ein neues Gesicht gegeben. Er spielte für Musiker wie Alan Jackson, Toby Keith, Shania Twain, Faith Hill, George Strait, Trisha Yearwood, Tim McGraw, Waylon Jennings, George Jones, Hank Williams Jr., Brooks & Dunn … – eine Aufzählung sämtlicher Tonträger, denen er seine Signatur verpasst hat, würde mehrere Seiten beanspruchen.

Die CMA (Country Music Association) wählte ihn 1997 und 1998 zum Musiker des Jahres, und die ACM (Academy of Country Music) verlieh ihm mehrfach den Titel „Guitarist of the year“. Neben Mason sind u.a. auch Taylor Swift, Toby Keith, Carrie Underwood oder Keith Urban regelmäßige Preisträger der begehrten Country-Titel.

Lerne von dem Meister persönlich: 

Hier ein Country Solo von Justin Johnson, Youtuber und Multiinstrumentalist:

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Studiogitarristen in Nashville

Ein sonniger Vormittag in Nashville und wieder einmal gehen in der Music Row die roten „Recording“-Lampen an. Nix mit Studioromantik, von wegen tagsüber am Pool hängen, abends dann gemütlich ins Studio und erst mal ein Bier nehmen, um sich auf die feucht-fröhliche All Night Session einzustimmen. Nein, in den Studios der Music Row (das ist der Bezirk bzw. Straßenzug in dem sich Nashvilles Musikbusiness abspielt) beginnen die ersten Recording-Sessions um 10 Uhr vormittags und wenn abends die Bandmaschinen abgeschaltet werden, sind wieder weitere 100 bis 200 neue Songs im Kasten.

Tag für Tag das gleiche Spiel, Musikproduktion wie am Fließband, alles muss schnell gehen – remember: it’s all about the money. Um als Studiogitarrist in dieser Maschinerie überleben zu können, braucht man neben spieltechnisch-vielseitigen Fähigkeiten auch ein ziemlich dickes Fell. So wie Brent Mason.

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Brent Mason

Brent war zwar anfangs auch nervös, machte Fehler, ging aber unbeirrbar seinen Weg und ist mittlerweile der meistgefragteste Sessionplayer in town. Mason spielt songdienlich und technisch anspruchsvoll zugleich und er erkannte im Laufe der Zeit, dass die großen „Stars“ für die (und mit denen) er spielt, auch nur normale Menschen mit all ihren Schwächen sind. Durch diese Erkenntnis verlor er dann schließlich seine Nervosität bei solchen Sessions. Als Studiogitarrist braucht Brent Mason natürlich ein ganzes Arsenal an Gitarren, sein Hauptinstrument ist jedoch eine modifizierte ’68er Fender Telecaster.

Der originale Halspickup musste einem Mini-Humbucker weichen und in der Mittelposition befindet sich ein Strat-Pickup. Dieser ist mit einem extra Volumenregler verdrahtet und kann so den anderen Tonabnehmern stufenlos beigemischt werden (z. B. für Stratsounds/Zwischenstellung). Nebenbei bemerkt ließen nach und nach immer mehr Nashville-Gitarristen diese Modifikation an ihren Teles vornehmen, um im Studio ein vielseitigeres Instrument zu haben. Einige Hersteller erkannten den Trend und boten diese Gitarren (Telecaster mit Strat-Pickup in der Mitte) als „Nashville Tele“ schon bald darauf serienmäßig an.

Eine ähnliche Geschichte hatten wir doch schon mal vor ca. 20 Jahren mit der „Van Halen Strat“ (gestreifte Strat mit nur einem Pickup, einem Volumenregler, Floyd-Rose-Vibrato), wo ein paar oberschlaue Firmen das große Geschäft witterten. Aber König Edward gebot diesem Treiben Einhalt …

Weiter mit Brent Mason, der neben einem überdimensionalen Effekt-Rack auch mit einer Vielzahl verschiedenster Amps aufwarten kann. Seine Telecaster spielt er am liebsten über einen ’65er Fender Deluxe Reverb, meist in Verbindung mit einigen Bodeneffekten wie z. B. dem MXR Dynacomp.

Musikalisch orientierte sich Brent an Country-Spielern wie Roy Nichols und Chet Atkins, aber auch Larry Carlton sowie George Benson zählen zu seinen Heroes.

Das hört man besonders auf seinem ’97er Solo-Debüt ,Hot Wired‘ (Mercury):

Die ersten beiden Stücke dieser CD könnten glatt als astreine Larry-Carlton-Nummern durchgehen, sind aber alles andere als ein fader Abklatsch: sehr stimmungsvoll, mit Vibes & Feel gespielt und bei genauem Zuhören doch ganz anders als Larry Carlton.

Brent Mason - "Blowin' Smoke" (Main Riff)

In Richtung Nashville geht’s erst mit der dritten Nummer ,Blowin’ Smoke‘. Das tolle Riff zu diesem Stück habe ich in Beispiel 1 notiert. Neben seiner CD ist auch Mason’s Lehrvideo ,Nashville Chops & Western Swing Guitar‘ sehr zu empfehlen.

Hier ein Ausschnitt aus Brent Masons Hot Licks Series:

Eins ist wirklich bewundernswert, der „Arbeiter“ Brent Mason hat sich in der Hitfabrik Nashville – aller kommerzieller Gleichförmigkeit zum Trotz – seine musikalische Frische bzw. künstlerische Eigenständigkeit bewahrt. Gut so …

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Reggie Young

Als Reggie Young 1972 nach Nashville kam, gab’s wenigstens noch genügend Parkplätze vor den Studios. Drinnen sah es natürlich (technisch gesehen) auch noch etwas anders aus, Arbeitseifer und der damit verbundene Wille Hits zu produzieren waren aber damals so stark wie heute.

Für Reggie Young begann jedoch alles in Memphis. Als angesehener Studiogitarrist spielte er dort zwischen 1967 und 1972 auf sage und schreibe 155 Hitsingles.

Technik und Virtuosität à la Brent Mason sind für Young eher zweitrangig, sein Geschick besteht vielmehr darin, spontan eingängige Songparts und Intros zu entwerfen. Damit trug er schon oft dazu bei, aus guten Songs Hits zu machen. Er war es, der auf Elvis Presley’s ,In the Ghetto‘ und ,Suspicious Minds‘ spielte und auch die Licks auf Dusty Springfield’s ,Son of a Preacher Man‘ stammen von ihm.

Gitarre, Kabel, Amp, Mikro davor – keine Overdubs, alles wurde in einem Durchgang aufgenommen. Als Young 1972 dann nach Nashville übersiedelte, war er bereits ein Studioveteran und bekam als solcher auch dort zahlreiche Aufträge. Was ihm sofort auffiel, war das Tempo, mit dem in Nashvilles Studios gearbeitet wird: „In Memphis arbeiteten wir oft eine ganze Woche an ein paar Songs, doch hier ist alles viel straffer organisiert und während einer einzigen Dreistunden-Session werden oft drei bis vier komplette Songs aufgenommen.“

Nach einiger Zeit hatte Young bereits so viel Arbeit, dass er beschloss „Double Scale“ zu verlangen (= gleiche Arbeitszeit – doppelte Gage). Frei nach dem Motto „was nichts kostet, taugt nichts“ wurden die Aufträge nicht weniger sondern mehr. U. a. bedienten sich Merle Haggard, Travis Tritt und Tammy Wynette seines Gitarrenspiels, welches eine Mischung aus Rhythm & Blues und Country darstellt.

Während der ’80er Jahre benutzte Reggie Young ein Rack mit Preamps und 19″-Effekten, der Trend zurück zu richtigen Amps und Effektpedalen kam ihm aber sehr gelegen. Für seinen Sound braucht er eigentlich nur drei Dinge: seine ’69er Fender Tele, einen MXR Dynacomp (schon wieder einer) und einen Fender Deluxe Reverb Amp.

Kommt mir irgendwie bekannt vor … ist nämlich fast genau das gleiche Setup, wie Brent Mason es benutzt und trotzdem klingen beide völlig unterschiedlich. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Obwohl sich Young in letzter Zeit etwas aus dem Busine$$ zurückgezogen hat, ist er als Studiogitarrist immer noch sehr gefragt. So spielte er z. B. auf Steve Wariner’s letzter CD ,Burnin’ The Roadhouse Down‘ (1998, Capitol Records) und Mr. Wariner ist es auch, mit dem ich meine kleine Telecaster-Galerie schließen möchte.

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Steve Wariner

Diese Geschichte fällt schon etwas aus dem (Studio-)Rahmen, erzählt sie doch von einem, der gerne Studiogitarrist geworden wäre, statt dessen aber zum Country Star wurde. Steve Wariner kann in seiner Karriere bis jetzt auf einen Grammy, einen CMA Award und 27 Top Ten Hits (12 davon Nr. 1) zurückblicken. Als Songwriter wurde er mit acht BMI Awards ausgezeichnet und seine Stimme kennen nicht nur Country-Fans sondern auch Millionen von Fernsehzuschauern. „Who’s The Boss“ (auf Pro 7: Wer ist hier der Boss), so der Name der TV-Sitcom, bei der Wariner die Titelmelodie sang. Bereits mit 10 Jahren spielte Steve Bass in der Band seines Vaters.

Nachdem er zum ersten Mal Chet Atkins gehört hatte, wechselte er zur Gitarre. Von da an spielte er in der Band seines älteren Bruders, bestritt Soloauftritte in Clubs und schon mit 17 beschloss er nach Nashville zu gehen. Für die ganz großen Stars wollte er dort spielen und ehe er sich’s versah, war er selbst einer.

Wariner war erst 23, als er von RCA als Solokünstler unter Vertrag genommen wurde, arbeitete sich stetig nach oben und seine Singer/Songwriter-Qualitäten sind nicht nur in Nashville hochgeschätzt. Was aber viele lange Zeit nicht wussten, ist, dass Wariner vor allem auch ein ausgezeichneter Gitarrist ist. Und das nervte ihn gewaltig! So gewaltig, dass er 1996 ein reines Instrumental-Album mit dem Titel ,No More Mr. Nice Guy‘ (Arista/BMG) herausbrachte.

„Mit dem Album wollte ich auch dieses Saubermann-Image, das mir anhaftet, etwas abschwächen“, gesteht Wariner, der sich selbst in erster Linie als Gitarrist und dann erst als Sänger sieht. Vince Gill, Chet Atkins, Bela Fleck, Larry Carlton und Bonjovi-Spezi Richie Sambora (um nur einige zu nennen) sind als Gastmusiker auf Wariner’s CD vertreten.

Und siehe da, Steve Wariner selbst wandelte sich vom Mr. Nice Guy zum Six String Captain, der seine Telecaster stilsicher durch alle Tracks dieses Albums manövriert (Beispiel 2 zeigt einige seiner „Hot Licks“). Bei seiner Tele handelt es sich übrigens um ein Modell aus dem Fender Custom Shop: Maple Neck, drei Singlecoils, B-Bender-System, Switchplate um 180 Grad gedreht. Auf Effekte verzichtet Steve weitgehend, der Amp seiner Wahl ist ein Fender Blues DeVille.

Steve Wariner's Hot Licks

Steve Wariner hat in seiner Karriere so ziemlich alles erreicht, was es gibt – vom Nummer-1-Hit bis zum Grammy. Doch es war die Anerkennung als Gitarrist, die er im Grunde seines Herzens immer wollte. Da kann man mal sehen, dass selbst große Stars noch Träume haben. Und die werden ja bekanntlich nicht nur im Märchen wahr …

Autor: Tom Riepl

Gipfel-Treffen der Country Stars: Bob Dylan und Johnny Cash

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Country Gitarren Workshop

Country-Rock, Honky Tonk, Bluegrass, Nashville-Sound oder Country-Pop – es gibt verschiedene Country-Stile. Und für alle benötigt man die richtige Technik. Gitarrenprofi Peter Fischer zeigt dir in den nachfolgenden Videos Spieltechniken und Grundlagen der Country Gitarre:

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Top 10 Country Hits

Die Country-Szene hat mit Künstlern wie Dolly Parton, Josh Turner oder Shania Twain eine menge Stars zu bieten. Doch was sind die größten Country-Hits aller Zeiten?  Die Top 10 Spezialisten von Watchmojo haben folgende Favoriten:

  1. Johnny Cash: “Ring of Fire“ (1963)
  2. George Jones: “He Stoped Loving Her Today“ (1980)
  3. Patsy Cline: “Crazy“ (1961)
  4. Merle Haggard: “Mama Tried“ (1968)
  5. Tammy Wynette:“Stand By Your Man“ (1968)
  6. Hank Williams: “Your Cheatin‘ Heart“ (1953)
  7. George Straight: “Amarillo By Morning“ (1983)
  8. Kenny Rogers: “The Gambler“ (1978)
  9. Willie Nelson: “Always On My Mind“ (1982)
  10. Garth Brooks: “Friends in Low Places“ (1990)

 

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