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Till Seidel Band, THE SPUR, Rustics und Blind Bastards

Till Seidel Band

Ein Instrumental mit 60s-Einschlag eröffnet ,Lazy Man’s Land‘. Sehr cool, doch erst im folgenden Track zeigt sich, wo der Sänger und Gitarrist aus Hildesheim mit seiner Band zu Hause ist: im traditionellen Chicago-Blues mit souligen Balladen. Hammond-Orgel, knackige Bässe und swingende Drums bilden eine dichte Einheit.

Darüber singt Till u.a. von seiner Begeisterung für die drei Blues-Kings Albert, B.B. und Freddie. Letztlich spiegelt sich in Bendings, Fingervibrati und Phrasierung von allen Dreien etwas wieder. Doch die funky Intonation zusammen mit dem trockenen Sound gehen auch in Richtung Albert Collins oder Jimmie Vaughan. Und es ist verblüffend, wie nahe Seidel in Otis Rushs ,Right Place, Wrong Time‘ dem Original kommt. Till spielt nicht nur beseelt, auch sein voller Gesang kommt gut rüber. Hier kann man geschmackvollen Retro-Blues mit wirklich toller Gitarre erleben.

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www.tillseidelband.de


THE SPUR

The Spur sind eine Art Fernbeziehung bzw. Fern-Band mit Musikern aus Köln und Mainz. Auf ihrem Debüt ,Rebirth‘ überbrücken sie noch weitere Distanzen, dies räumlich und zeitlich: Die acht Songs beschreiben konzeptuell die Welt im Jahre 2040.

Die Menschheit ist gerade noch mal so davongekommen und kämpft ums Überleben gegen halbmenschliche Cyborgs. Dieser klassische SciFi-Plot – bekannt aus Filmen wie Terminator oder der in den 2000ern neu aufgelegten Serie Battlestar Galactica – wird hier recht erdverbunden umgesetzt. Flächige Keyboards, Hammond- Orgel, Heavy-Riffs und Energy-Drumming sind die Hauptzutaten für die melodischen Songs. Ultratiefe Bass-Power kommt hier von einer Touch Guitar. Die eingängigen Vocals geben die Richtung vor, daneben bricht die Band auch gerne in lange Instrumentalpassagen aus. Die wirken oft wie ein Film- Soundtrack, dies auch dank Streicher-Parts oder Hintergrund-Chören. Die Gitarren-Riffs im satten HiGain verraten mal den Einfluss einer Band wie Metallica, in ruhigen wie bluesigen Soli hat auch David Gilmour von Pink Floyd seine Spuren hinterlassen. Fazit: ProgRock-Mission completed!

www.the-spur.com


Rustics

Das Power-Trio aus dem Sauerland rockt ab, irgendwo zwischen Thin Lizzy, Rory Gallagher und Jimi Hendrix.

Erdige Gitarren-Riffs, bluesige Licks und der kraftvolle Gesang von Frontman & Gitarrist Sebastian Korte geben den Ton an. Beeindruckend ist sein rauer Zerr-Sound, mit dem er die Songs dicht macht. Mal funky, mal ganz straight agiert die Rhythm-Section. Man spürt, dass die Musiker tief in den 70ern stecken und live bestimmt auch viel improvisieren. Seit über 20 Jahren existiert die Band Rustics schon. Der Focus liegt auf eigenen Stücken, dazu kommen auch einige Cover u.a. von AC/DC, Everlast, John Hiatt, Neil Young oder den Stone Temple Pilots. Neben der lauten Version spielen die drei ihr Set auch unplugged oder mischen beides. „Gigs mit knapp drei Stunden Musik sind jederzeit möglich.“ Is‘ ‘ne Ansage!

www.rustics-rock.de


Blind Bastards

Zwischen 80er-Jahre Sleaze-Rock, Metal und Punk-Attitüde geht der Vierer aus dem saarländischen Losheim am See fett nach vorne. Zwei Gitarren, Bass und die krachenden Drums spielen eng zusammen.

Und wenn der brachial-raue Gesang einsetzt, dann transportiert das Ganze Nirvana-Pathos. Neben den Rock-Songs hat das Quartett auch eine schlagzeugbefreite schöne Acoustic-Nummer am Start. Zum Finale geht’s in Motörhead-Speed noch mal raus auf den Highway. 2011 hat sich die Band gegründet und sechs Jahre später sind alle noch mit dabei. Insgesamt entstanden bislang eine EP und zwei Alben, das aktuelle ,Word For Sale‘ macht mit seinem Rock ’n‘ Roll richtig viel Laune!

www.facebook.com/blindbastards


Aus Gitarre & Bass 06/2017

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