En garde!

Leser baut messerscharfe DIY-Gitarre

“Metal-Äxte” gibt es ja zu Genüge, auch wortwörtlich umgesetzt wie für Gene Simmons. Unserem treuen Leser Volker Hassler schwebte da ein schneidigeres Konzept vor – er schmiedete schon lange den Plan sich eine “Schwertgitarre” zu besorgen und 12-saitig sollte sie sein.

Da anscheindend kein Hersteller diese Marktlücke sah, entschied Volker sich für ein ambitioniertes DIY-Projekt. In seiner Freizeit kreierte er, über einen Zeitraum von sechs Monaten, alle Teile des kuriosen Eigenbaus aus Aluminium und Edelstahl. Sie wurden von Hand geschnitten, gebogen und poliert.

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Die größte Herausforderung war die Konstruktion eines 12-Saiter Halses mit Strat-Mensur und nur 6 cm Breite. Um die Zugkräfte der Saiten zu bewältigen, sägte Volker den Hals oben ab und versah ihn mit einer stabilen, hochglanzpolierten Edelstahlspitze.

Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Volker Hassler dagegen versteckt teuflische Details – zum Beispiel in Form eines 3-Wege-Totenkopf-Toggleswitchs am Knauf, oder eingearbeiteten Volume- und Tone-Potis in den Parierstangen. Ebenso kreativ wie dezent, hat er auf der Rückseite Gurtpins und die Klinkenbuchse installiert.

Die Humbucker sind eine Sonderanfertigung von Holighaus Pickups und bei gleicher Wicklung wie Les-Paul-Pickups nur 5,8 cm breit. Auch die Verkabelung ist im Paula-Style ausgeführt. Trotz außergewöhnlicher Bauform soll die Gitarre weder kopf- noch hecklastig sein und sich wunderbar einstellen und spielen lassen.

Volkers ganzer Stolz will natürlich auch angemessen transportiert und präsentiert werden, daher darf die Schwertgitarre unterwegs im selbst gebauten Gitarrenkoffer und zuhause in der staubdichten, beleuchteten Custom-Vitrine wohnen.

Danke Volker, dass du Dein verrücktes Projekt mit uns geteilt hast!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. hut ab vor dieser handwerklichen leistung. wenn sie nur annähernd so klingt, wie sie aussieht, ist das ein schätzchen der besonderen art !

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  2. Vergleichbares bot mir in den Achtzigern schon mal ein französischer Gitarrenbauer an. – Fällt mir der Name ein, melde ich mich nochmal.

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  3. Hallo Volker, habe ja wenig Ahnung von Musik, aber der Beweis Deines handwerklichen
    Könnens ist zu bewundern.
    LG
    Berthold

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  4. Schön gemacht. Aber warum muß eine Gitarre die Form einer Waffe haben? Nicht böse gemeint, aber ich sehe da immer so Herr der Ringe Assoziationen. So etwas Heldenhaftes, gut und böse, schwarz und weiss. romantic warrior…. Märchenwelt….kleine Jungs…… Aber klar, tut auch mal gut der Realität zu entfliehen und wenns denn eine Schwertgitarre sein soll, okay. Dazu passen würde ein Bandbus wie ein Drache lackiert ist, der vorne Feuer speit und auch noch Flügel hat.

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    1. Warum die Form eines Schwertes? Vielleicht einfach weil es Supercool aussieht und weil es irre Spaß macht..Super Idee!! Ich finde es übrigens herrlich, wenn man in unserer heutigen Zeit noch Momente findet in dem man “kleine Jungs” sein kann, wobei ich nicht glaube dass dieses Meisterwerk etwas damit oder mit Realitätsflucht zu tun hat … Geniale Arbeit das Teil, Respekt!!!

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  5. Freut mich, dass es den meisten gefällt!
    Das hat ja, wie Tom schon sagte, nichts mit Waffen onder Kriegsspielen zu tun, einfach “just for fun” . ich habe schon einige verrückte Gitarren gebaut, doch so eine Schwertgitarre war schon immer mein Wunsch! Man kann es ja auch als Kreuz sehen und nicht als Schwert 🙂 .
    Ich freue mich, dass meine Gitarre auch hier im “Gitarre und Bass” Magazin erwähnt und super beschrieben wird, das macht mich sehr stolz!
    Grüsse aus Schiffweiler

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