Ibanez Jazz Jam

Antonio Quel: Der Gewinner des Ibanez Jazz Jam im Interview

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Zusammen mit Ibanez veranstaltete Gitarre & Bass den Ibanez Jazz Jam. Eine Jury, bestehend aus Musikern, Gitarren-Experten und Musikjournalisten wählte aus allen Einsendungen die Gewinner aus. Neben einer Ibanez GB40THII-AA Archtop gab es außerdem einen Auftritt bei unserem ersten Guitar Summit zusammen mit dem Axel Fischbacher Quintet zu gewinnen. Wir haben den Erstplatzierten Antonio Quel zu seiner musikalischen Laufbahn, seinen Vorbildern und seinem Equipment befragt!

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Hallo Antonio, erzähl uns doch kurz etwas über dich. Wie bist du zur Musik gekommen und in welchem Alter hast du angefangen Gitarre zu spielen?

Antonio Quel: Ich habe relativ spät angefangen Gitarre zu spielen, ich war 16 oder 17. Davor habe ich ein bisschen Klavier gespielt, aber nur so zum Spaß. Ich hatte weder Unterricht noch den Anspruch auf ein höheres Niveau.

Wann begann deine Leidenschaft für Jazz?

Antonio Quel: Ich lernte Jazz zum gleichen Zeitpunkt kennen, als ich auch mit dem Gitarrespielen anfing. Ich war in Madrid bei meinem Onkel und er hatte eine Platte von Oscar Peterson, Joe Pass und Stephan Grapelli laufen lassen. Das war der Knaller… Super Musiker in totaler Freiheit und Spontaneität. Ich war sofort davon begeistert. Allerdings fing ich erst nach ein paar Jahren an Jazz zu lernen. Ich war 19, als ich meinen ersten Gitarrenlehrer hatte (und wusste am Anfang noch gar nicht, dass er vor hatte mir Jazzgitarre beizubringen).

Welche Gitarristen haben dich beeinflusst? Hast du musikalische Vorbilder?

Antonio Quel: Es gibt viele Gitarristen, die mich total begeistern. Ab Charlie Christian ist die Gitarre schon ein Protagonist in der Jazzmusik geworden und entwickelt seitdem ständig ihr Potenzial weiter. Es ist schwer, das genau zu benennen, aber zu meinen bewussten Einflüssen zählen unter anderem Joe Pass, Pat Metheny, John Scofield, Adam Rogers und Jonathan Kreisberg (bei dem ich das Vergnügen hatte 2 Wochen lang täglich Unterricht zu nehmen).

Außer diesen sind meine musikalischen Vorbilder Michael Brecker, Brad Mehldau, Geoffrey Keezer, Chris Potter (von dem ich auch einen Workshop besucht habe), Michel Petrucciani, Paco de Lucía, Chick Corea und Avishai Cohen.

Beim Guitar Summit in Mannheim konnte man dich bereits mit deiner brandneuen Ibanez GB40THII-AA Archtop sehen. Welche Gitarren spielst du sonst noch? Hast du eine Lieblingsgitarre?

Antonio Quel: Ich habe keine Lieblingsgitarre, weil mittlerweile jede, die ich benutze, ganz unterschiedlich ist und ganz genau zu einer Richtung passt. Ich habe eine Gibson ES335 Custom, mit der ich sehr gerne Modern Jazz spiele, eine Paulino Bernabé (Gitarrenbauer aus Madrid), die Ende der 70er gebaut wurde und eine Yamaha AEX 1500 Martin Taylor, die ich in kleinen Besetzungen ohne Drums sehr gerne benutze. Außerdem besitze ich eine Telecaster Thinline und eine günstige Squier, die ich mit drei Tonabnehmern von Lollar Charlie Christian upgegradet habe. Dadurch ist sie eine hervorragende Gitarre geworden. Die beiden zuletzt genannten benutze ich in einer Fusion-Band, die ich vor Kurzem gegründet habe.

Und jetzt kam diese tolle GB40THII zur “Familie”, die einfach unglaublich ist. Ich habe schon eine Testaufnahme mit dem DV Mark bei meinem Tontechniker Michael Rau gemacht und so einen Sound finde ich echt krass. Dazu hat sie eine detaillierte und elegante Verarbeitung und eine verwöhnende Spielbarkeit. Ich bin zu 100% mit ihr zufrieden!

Mit welchen Amps spielst du?

Antonio Quel: Früher habe ich Fender Amps benutzt. Aber seit Kurzem bin ich ein Fan von DV Mark, die sind sehr sauber vom Sound und lassen die Klänge der unterschiedlichen Gitarren gut durchkommen. Außerdem sind sie leichter zu tragen als andere Verstärker und haben praktische Ausgänge für unterschiedliche Situationen. Und dazu wird das Ganze von meinen Effekten noch etwas gepusht. Zum Beispiel dem Joemeek Compressor, Electro-Harmonix EHX Tortion, RingThing und MicroSynth, sowie ein Boss DD7 und NS2.

Neben der Gitarre hattest du außerdem einen Auftritt mit dem Axel Fischbacher Quintett gewonnen. Spielst du sonst in einer festen Konstellation?

Antonio Quel: Der Auftritt mit Axel war eine große Ehre für mich! Er ist ein großartiger Gitarrist und Leader mit bestimmten und reifen Ideen bezüglich Richtung und Erforschung von Sound. Die Band (Matthias Bergmann, Nico Brandenburg, Tim Dudek und als Aushilfe die erstaunlich gute Christine Corvisier) war von Anfang an sehr nett und freundlich zu mir. Ich hoffe die Guys mal wieder zu treffen und musikalisch weiterzumachen.

Seit ich in Deutschland bin, spiele ich mit unterschiedlichen Musikern (Hubert Winter, Axel Kühn, Leszek Żądło, Anne Czichowsky und vielen weiteren). Aber seitdem mein Sohn geboren wurde, habe ich etwas nachgelassen mit Business/Booking/Werbung. Ich habe aber viel geübt, mit der Hoffnung, dass mein Niveau für die Zukunft besser geworden ist. Außerdem unterrichte ich noch an der “Musikschule Wertheim”, “Jugendmusikschule in Großrinderfeld” und neulich beim “Musikus” Colmberg. Da mein Sohn jetzt allerdings schon fast 3 Jahre alt ist, habe ich das Bedürfnis wieder mehr zu spielen!

In diesem Sinn ist der Wettbewerb, zusammen mit dem Guitar Summit, für mich quasi ein Schubs gewesen. Auch deswegen möchte ich mich nochmals herzlich bedanken!

Und für jeden, der neugierig ist, ich bin auf YouTube und Facebook als Antonio Quel zu finden und freue mich auf die Besucher, Kommentare und Feedbacks.

Danke für das Interview!


Wir haben hier noch das komplette Konzert des Axel Fischbacher Quintets auf dem Guitar Summit für euch. Antonio ist am Ende zu hören!

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