Die Mutprobe

Warwick RockBass Bootsy Collins Space Bass im Test

Supercool sollte man schon mindestens sein, wenn man sich diesen Bass umhängt – dass alle genauestens hinschauen, ist nämlich garantiert. Wer mit dem Teil eine amtliche Vorstellung liefert, hat gute Karten, ein Held zu werden.

 

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Warwick RockBass (1)
(Bild: Dieter Stork)

Zwei Fünfzacken-Sterne und ein langer Basshals dazwischen, das ist das Erkennungszeichen der unübersehbaren FunkLegende Bootsy Collins und zugleich eine ernste Prüfung für jeden anderen, der sich mit einem Sternen-Design auf die Bühne wagt. Das Signature-Modell von Warwick ehrt ihn, und mit der günstigen RockBass-Variante sind nun auch die Mutigen in der Masse gefragt, den Space zu erkunden.

Konstruktion

Das abgespacte Bass-Design arbeitet mit einer seriösen Holzkonstruktion: Der Korpus-Stern besteht aus Mahagoni und der aufgeschraubte Hals mit der Stern-Kopfplatte ist aus Ahorn gebaut, schwarze Ekanga-Furniere betonen die Dreistreifigkeit, für die große Kopfplatte sind seitlich Verbreiterungen angeleimt. Zum glamourösen Funkster wird der Space Bass nicht allein durch seine auffällige Form, sondern auch durch die übrigen Extras, von den Stern-Inlays und extrafetten Nickelsilver-Bünden im Palisandergriffbrett über die mutige Farbgebung bis hin zum violetten Perloid-Schlagbrett. Witzig sind die gekapselten Tuner angeordnet und tatsächlich findet sogar die highendige Steg/Saitenhalter-Kombination auf einem Sternzacken Platz; auch die übrige Ausstattung mit arretierbaren Gurthaltern, höhenjustierbarem Sattel und doppelt aktiver Elektronik ist auf vollem Warwick-Niveau.

Ein aktiver MEC Twin-J sitzt in der Stegposition, am Hals die einfache Ausführung des brummfrei arbeitenden J-Pickups. Als Klangregelung ist der zweibandige Aktiv-EQ von MEC an Bord, der durch eine 9-Volt-Batterie gespeist wird. Bei einer Stromaufnahme von 3,9 mA reicht sie für etwa 130 Betriebsstunden, im Zubehör-Pack findet sich neben Werkzeug. Gurthaltestücken und Manual auch eine Ersatzbatterie.

Warwick RockBass (2)
(Bild: Dieter Stork)

Praxis

Bei der exotischen Form liegt Kopflastigkeit nahe, aber die ist kein großes Problem, solange man den rechten Unterarm fest auf die Sternzacke auflegt. Natürlich gibt es viel ergonomischere Bassdesigns, aber hier steht eben der Showeffekt im Vordergrund und der schlanke und flache Hals entschädigt ein wenig für die Mühe. Klanglich bekommt man ein seriöses Instrument geboten, wobei der aktive Twin-J-Pickup dafür sorgt, dass auch aus der Stegposition ein saftiger Ton mit fülligen Mitten rüberkommt, der bestens mit dem klaren Breitband-Klang des J-Humbuckers am Hals harmoniert.

Der Space Bass mag kein hochgezüchtetes Sustain-Wunder sein, aber für groovige Funk-Licks braucht man sowieso keine langen Schwelgetöne, vielmehr kommt es auf flinkes und präzises Ansprechen an, wie es der Viersaiter auch liefert. Ohnehin ist der aktive Tonabnehmer-Sound schon sehr gesund, aber noch mehr Spaß kommt auf, wenn man die wirkungsvollen Klangregler aufdreht: Der saftige Punch pumpt dann mächtig voluminös und die spritzigen Brillanzen markieren den präzisen Attack exakt auf den Punkt.

Warwick RockBass (3)
(Bild: Dieter Stork)

Resümee

Der Space Bass à la Bootsy Collins mag lustig aussehen, doch ein Scherzartikel ist er keineswegs. Hat man sich an die spezielle Spielhaltung mit dem aufgestützten Arm gewöhnt, garantiert der schlanke Hals extraflotte und mühelose Spielbarkeit, die doppelte Aktiv-Ausstattung liefert den passend impulsstarken Funk-Sound. Jetzt geht es nur noch darum, wer sich mit dem spacigen lila Bassstern auf die Bühne traut.

Plus

  • auffälliges Design
  • Elektroklang
  • schlanker Hals
  • Ausstattung
  • Verarbeitung

Minus

  • Kopflastigkeit
  • erhöhter Batterieverbrauch

Warwick RockBass (4)

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