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Bass aus der Tube

Toob 12B im Test

Toob 12-B(Bild: Dieter Stork)

Müssen Lautsprecherboxen immer eckig sein? Darüber kann man tatsächlich nachdenken, wenn man eine Trommel betrachtet. Der finnische Hersteller denkt deshalb rund, um aus wenig Volumen markante Sounds herauszuholen.

Von vornherein unschlagbar ist jedenfalls das niedrige Gewicht. Die röhrenförmige 300-Watt-Bassbox wiegt weniger als 5 kg! Natürlich hatte man dabei die ultraleichten Class-D-Bass-Tops im Sinn, per Klettband huckepack auf der Bassröhre fixierbar.

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ziemlich anders

Das ulkige Gehäuse besteht aus einem 330 mm langen Rippenrohr aus Polypropylen, im Durchmesser genau passend zum gewählten 12″-Lautsprecher, der mit einem zweiteiligen Spannring am vorderen Rohrende befestigt ist. Es ist ein 300 Watt starker Neodym-Speaker von Celestion, der hohe Belastbarkeit mit geringem Gewicht kombiniert. Nach hinten ist das Rohrgehäuse offen, oder besser gesagt, halboffen, denn etwa die Hälfte des Durchmessers wird durch die eingesetzte Holzrückwand verschlossen, in der die Anschlussbuchsen (1x Speakon, 1x Klinke) montiert sind. Innen ist das Rohr mit Nadelfilz-Teppichmaterial auf einer Kunststoffschicht ausgekleidet, um Klangverfärbungen zu minimieren, dem gleichen Zweck dient ein aufgeklettetes, scheibenförmiges Dämmstoff-Polster, durch das der rückwärtig abgestrahlte Schall gefiltert wird.

Auf der Oberseite des Rohrs ist ein komfortabler Ledergriff aufgeschraubt, dahinter die 145 x 85 mm messende Klettmontageplatte für das Bass-Top; zwei selbstklebende Klettstreifen für die Verstärker-Unterseite werden mitgeliefert. Zwei Aufstellungsmöglichkeiten für die Toob sind angedacht: Mit einem starken Neodymmagneten lässt sich unten der Standfuß für die Flachaufstellung anklicken, alternativ können drei Drahtfüße in passende Bohrungen am Rohrende eingesteckt werden, wenn der Rundlautsprecher gerade noch oben strahlen soll. Ein kurzes Anschlusskabel Speakon /Winkelklinke gehört ebenfalls zum Lieferumfang.

Toob 12-B
Der Neodym-Celestion verträgt 300 Watt. (Bild: Dieter Stork)

klangröhre

Dass der Hersteller behauptet, ein röhrenförmiges Lautsprechergehäuse sei konventionellen Boxen grundsätzlich überlegen, weil keine Klangverfärbungen auftreten, ist wohl eher gewagt. Schließlich erfährt die Wiedergabe mit dem rückseitig offenen Gehäuserohr durch stehende Wellen in einem von der Rohrlänge abhängenden Frequenzbereich eine gewisse Verstärkung, ganz ähnlich wie bei einer Orgelpfeife. Nun ist die relativ kurze Toob-Konstruktion durch die halbverschlossene Rückwand und das Dämpfungspolster modifiziert, um trotz geringer Abmessungen mehr Bass zu erhalten – was letztendlich zählt, ist daher der Höreindruck.

Toob 12-B
In der halboffenen Rückseite filtert ein Dämpfungspolster den
abgestrahlten Schall.
(Bild: Dieter Stork)

Im Vergleich mit einer konventionellen Bassreflexbox gibt sich die 12″-Toob leiser und deutlich knochiger, es fehlt an tiefem Bass und Wirkungsgrad. Ob das in Anbetracht des sensationell geringen Gewichts und der transportfreundlichen Abmessungen wirklich schlimm ist, hängt letztendlich vom benutzten Verstärker ab. Denn durch die relativ hohe Belastbarkeit des Neodym-Zwölfzöllers lässt sich fehlende Lautstärke durch Nachschieben von Verstärkerleistung ausgleichen, und die ist heutzutage ja bei den Class-D-Winzlingen meist im Übermaß vorhanden. Und wo gehörige Leistungsreserven sowie wirksame EQ-Regler bereitstehen, lässt sich auch das Klangbild aufmotzen – der Celestion verträgt einen satten Stiefel an tiefer Bassanhebung. Je feiner die Klangregelung gestaffelt ist, desto besser lässt sich auch der nasale Eigenklang des Rohres ausgleichen, der trotz des inneren Dämmstoffpolsters noch deutlich bemerkbar ist. Am Ende kann dieser ungewöhnliche Leichtlautsprecher aus seinem geringen Volumen dann sehr annehmbare Sounds liefern.

Gegenüber der liegenden Röhre hat die stehende, nach oben strahlende Aufstellung übrigens den Vorteil, dass man seinen Basston im Nachfeld rund um die Box ausgezeichnet detailfein auf die Ohren bekommt, was insbesondere auf engen Bühnen günstig ist.

Toob 12-B
Nach oben strahlend, liefert die Toob eine günstige Rundum-Abstrahlung. (Bild: Dieter Stork)

resümee

Die superleichte Bassröhre hat zweifellos ihre Vorzüge beim Transport, wo neben den kompakten Abmessungen auch das sensationell niedrige Gewicht zählt. Klanglich muss man bei der Toob allerdings umdenken und sich von konventionellen Wiedergabeeigenschaften verabschieden; insbesondere die ausgesprochen schlanken Toob-Bässe vertragen gehörige Anhebung durch die AmpKlangregelung, auch ein wenig Filterung nasaler Mittenkomponenten wirkt sich günstig aus. Dann ist man wieder bei den Vorzügen der ungewöhnlichen Rohrkonstruktion, die nämlich besonders bei senkrechter Aufstellung eine ausgezeichnete Rundum-Hörbarkeit im Nahfeld produziert.

PLUS
• extrem geringes Gewicht
• Kompaktheit
• Rundum-Hörbarkeit bei Vertikalaufstellung
• Belastbarkeit
MINUS
• ohne EQ-Anhebung wenig Bässe

Toob 12-B

(aus Gitarre & Bass 10/2018)

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