Produkt: 30 Jahre Gitarre & Bass – Mark Knopfler
30 Jahre Gitarre & Bass – Mark Knopfler
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Donnerwetter

Test: Warwick RockBass Corvette Taranis

Warwick RockBass Corvette Taranis(Bild: Dieter Stork)

Wer sich auf vier Saiten am wohlsten fühlt, aber dennoch in die Tiefen eines Fivestrings abtauchen will, für den hat der keltische Wettergott Taranis das passende Instrument parat.

Zwar könnte man auch einen gewöhnlichen Viersaiter tiefer stimmen und auf dickere Besaitung umrüsten, doch müssten dafür zumindest die Sattelkerben unwiderruflich größer gefeilt werden. Und ob die Ergebnisse mit der normalen Mensur letztendlich auch zufriedenstellen, weiß man erst nachher. Beim speziell für die Tiefstimmung ausgerüsteten RockBass-Modell Corvette Taranis kann man es vorher antesten, und gemessen an der gebotenen Qualität ist auch der Preis maßvoll kalkuliert.

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Klare Sache

Natürlich hat der Taranis mehr als nur größere Sattelkerben zu bieten. Entscheidend für straffe Darbietung der tiefen Bässe ist seine auf 888 mm verlängerte Mensur, die durch den höheren Saitenzug ein disziplinierteres Schwingungsverhalten herstellt. Hilfreich ist die biegefeste Statik des Extralongscale-Halses, der aus drei Streifen harten Ahorns besteht, die mit einem dicken Wenge-Griffbrett verleimt sind; 24 hohe Jumbobünde sitzen darin. Um maximale Bequemlichkeit beim Drücken der tiefen Lagen zu gewährleisten, ist die Saitenlage am Sattel durch zwei Inbusschrauben in der Höhe justierbar.

Aus zwei Teilen Eschenholz besteht der Korpus, die markante Maserung bildet sich im offenporigen Mattlack ab. Hier unterstützt der hochwertige Ausstattungsstandard die differenzierte Tonartikulation, schließlich bringt die zweiteilige Kombination aus fetter Gussbrücke und massigem Saitenhalter alle Voraussetzungen mit, auch energiereiche Saitenschwingungen ohne Dämpfungsverluste zu übertragen.

Warwick RockBass Corvette Taranis
Masse und Stabilität schaffen Klarheit im Ton. (Bild: Dieter Stork)

Für saubere Umsetzung ins elektrische Signal sorgen zudem die aktiven EMG-Humbucker vom Typ 35DC, kombiniert mit einer aktiven Zweiband-Klangregelung; für schnellen Zugriff auf die Pickup-Mischungen ist ein Überblendregler vorhanden.

Trotz der doppelten Aktiv-Ausstattung beträgt die Stromaufnahme lediglich 0,65 mA, was der 9-Volt-Batterie eine Lebensdauer von mehr als 750 Spielstunden beschert. Da ja ohne Saftspender ohnehin keine Funktion der Aktiv-Tonabnehmer gegeben ist, würde eine Passiv-Umschaltung zwar die Klangregelung abschalten, aber in Bezug auf die Tonabnehmer keine neuen Sound-Aspekte bringen. Der Bass läuft deshalb permanent aktiv.

In die Extreme

Mit 4,1 kg liegt der Taranis gewichtsmäßig im normalen Viersaiter-Bereich, auch in der Balance wirkt sich der extralange Hals kaum aus. Mit einem flutschigen Gurt tendiert der Bass zur Waagerechten, aber von Kopflastigkeit kann noch keine Rede sein, das lässt sich alles mit einem geeigneten Gurt regeln. Einzig gewöhnungsbedürftig ist hier, dass man zum Spiel in den tiefsten Lagen den Arm weiter ausstrecken muss als üblich, durch den schlanken Hals greift sich der Viersaiter jedoch betont mühelos.

Warwick RockBass Corvette Taranis
An zwei Inbusschrauben lässt sich die Sattelhöhe justieren. (Bild: Dieter Stork)

Vollkommen überzeugend bringt der RockBass seine tiefe HEAD-Stimmung rüber, seine speziell darauf abgestimmte Konzeption wirkt! So differenziert und klar würde manch normaler Fivestring gerne bis zum tiefsten Ton hinabgehen: Von Wummern keine Spur, formuliert der Taranis jeden Ton mit frischer Schwingfreude, präziser Drahtigkeit und nachdrücklicher Entschlossenheit. Und wo seine extralange Mensur die stramme Genauigkeit liefert, sorgen die breitbandigen Aktiv-Humbucker dafür, dass alle Frequenzen vom tiefen Fundament bis in filigrane Highlights gleichmäßig ausgeleuchtet werden, und das mit souveräner Power. Dabei darf der mächtige Tiefton sogar noch mit gehöriger Bassanhebung am Aktiv-EQ aufgedonnert werden, ohne dass die Konturen aufweichen!

Zugleich ist die Höhendarbietung der 35DC so explizit, dass am EQ-Regler bereits in der Neutralstellung gehobene Brillanz bereitsteht und mit den vorhandenen Reserven bis ins silberschmatzende Extrem getrieben werden kann. Zu den besonderen Stärken des extrasauberen Schwingungsverhaltens gehört es, dass in seinem klangmächtigen Drop Tuning selbst die üppigsten Übertreibungen am EQ noch stimmig rüberkommen.

Rückansicht Warwick RockBass Corvette Taranis(Bild: Dieter Stork)

Resümee

Donnerwetter, was für ein Bass! Mit seinem Drop Tuning bedient der Taranis die tiefsten Register in höchster Kompetenz, wofür schließlich auch handfeste Maßnahmen getroffen wurden. Das blitzsaubere Schwingungsverhalten wird durch eine extralange Mensur erzeugt, die supercleane Breitband-Übertragung durch potente Aktiv-EMGs, verstärkt durch die zusätzliche Aktiv-Klangregelung.

Fundamental souveräne Schubkraft trifft hier zusammen mit expliziter Transparenz. Was viele Fivestrings als Untenherum-Erweiterung bringen, übertrifft dieser Viersaiter nachdrücklich, bequem und eindrucksvoll.

Plus

  • Klangverhalten, Differenziertheit, tiefe Powersounds
  • Spielbarkeit
  • Ausstattung
  • Verarbeitung

Übersciht Warwick RockBass Corvette Taranis


(erschienen in Gitarre & Bass 09/2019)

Produkt: Gitarre & Bass Digital 05/2018
Gitarre & Bass Digital 05/2018
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