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Schlanke Linie

Test: Warwick RockBass Alien Deluxe Hybrid Thinline 4&5

Für den gesunden Ton ist beim Akustikbass das Volumen eine wichtige Größe, für die bequeme Spielbarkeit sind es handliche Abmessungen. Das Thinline-Design beim Alien Deluxe will beides unter einen Hut bringen.

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Mit einer Korpustiefe von 80 mm sind die neuen Thinline-Modelle gerade einmal doppelt so dick wie ein Brettbass, der bequemen Handhabung kommt beim Viersaiter zudem die Medium-Mensur zugute, während beim Fivestring eine lange Mensur wiederum den definierten Klang stärkt. Das Tonvolumen wird bei beiden Bässen durch die große Schwingdecke bereitgestellt, und natürlich sind auch potente Abnehmersysteme für elektrische Verstärkung an Bord.

Doppelt schiebt besser

An einem Akustikbass möchte man auch ohne Elektroverstärkung seine Freude haben, und für einen detailreichen und ausgewogenen Ton über alle Saiten sorgt hier eine massive Decke aus Sitka-Fichte, was sogar beim Fünfsaiter das tiefe H mit einbezieht. Einen dunklen Kontrast setzen Zargen und Boden aus stabilem Nussbaum-Schichtholz. Einstreifig Mahagoni ist die Halsbasis, im Wenge-Griffbrett sitzen 24 extra hohe Neusilber-Bundstäbchen. Zur grundsätzlichen Warwick-Ausstattung gehört der höhenjustierbare Tedur-Sattel, am anderen Stegende liegen die Saiten auf einer oktavkompensierten Knocheneinlage, die im aufgeleimten Wenge-Steg sitzt und zwecks Erzeugung eines elektrischen Tonsignals auf einen Piezo-Abnehmer von Shadow drückt.

Unter der Holzeinlage im Griffbrettende versteckt sich ein magnetischer Tonabnehmer. (Bild: Dieter Stork)

Das ist allerdings nicht, wie sonst bei elektrifizierten Akustikbässen üblich, der einzige Tonabnehmer; gut versteckt sitzt hinter dem 24. Bundstäbchen nämlich noch ein magnetischer Pickup im Griffbrett; beide Tonquellen besitzen eigene EQ-Regler, die von der Mittelstellung aus Variationen zum bassigeren oder helleren Sound erlauben, bevor sie am Blend-Regler des NFX-Preamps gemischt werden. Dieser Mix steht an der Endpin-Buchse der Bässe bereit, allerdings ist noch eine zweiter Klinkenausgang vorhanden. Wird der zusätzlich belegt, wird dort das Ausgangssignal des magnetischen Tonabnehmers herausgegeben, während an der Endpinbuchse der Piezo-Klang separat abgenommen werden kann. Die getrennten Equalizer bleiben auch in dieser Betriebsart aktiv, die Sache ist also wohldurchdacht.

Piezo- und Magnet-Pickup besitzen jeweils einen eigenen Aktiv-Klangregler (Bild: Dieter Stork)

Wandelbare Charaktere

Schon beim viersaitigen Mediumscale ist der ausgewogene Akustikton bemerkenswert und beschert bereits bei Trockenübungen gehörige Spielfreude. Dabei sollte man von einem Thinline-Body nicht die gleiche Lautstärke wie von einem großen Korpusvolumen erwarten – beim Zusammenspiel mit anderen ist also elektrische Unterstützung nötig.

Der Fivestring profitiert auf den tiefsten Saiten von seiner Longscale-Mensur, und auch dieses Instrument liefert bis zum tiefsten Ton eine überzeugende Performance. Wer vom E-Bass kommt, braucht sich in der Handhabung der Thinlines nicht groß einzugewöhnen, der Spielkomfort ist ähnlich und sowohl der Vier- wie auch der Fünfsaiter bieten sich als unkomplizierte Player an. Einzig die vorhandenen Daumenstützen verlangen bei engagiertem Anschlag etwas Disziplin und spitze Finger, sie könnten für meinen Geschmack etwas weiter von der tiefsten Saite weg platziert werden.

Nutzt man in der Praxis den gemeinsamen Output der Endpinbuchse, so fällt auf, dass der magnetische Tonabnehmer nicht den Pegel der Piezo-Stegeinlage erreicht, was sich durch entsprechende Einstellung des Blend-Reglers natürlich ausgleichen lässt. Einfach zu bedienen und von hohem Nutzwert sind die getrennten EQ-Regler für die verschiedenen Pickups, die das Prinzip der Klangwaage aufgreifen, in der einen Richtung Körper und Bassfundament stärken, in der anderen Richtung explizite Brillanzen hinzufügen.

Einfache Handhabung dürfte auch für den Live-Einsatz willkommen sein, wo an der Endpinbuchse der Mix beider Abnahmesysteme angeboten wird. Geht es allerdings um maximale Detailfeinheit, wird man im Studio gerne die getrennten Ausgangsbuchsen verwenden, wo die Alien-Thinlines für Magnet- und Piezo-Pickup separate Bearbeitung erlauben.

Es wird dem Benutzer überlassen, ob er den mitgelieferten Gurtknopf am Halsfuß anbringen möchte. (Bild: Dieter Stork)

Resümee

Wo die neuen Thinline-Aliens beinahe E-Bass-Komfort in der Handhabung bieten, ist sogar die rein akustische Klanggüte überraschend. Zwar sind diese Akustikbässe nicht auf maximale Lautheit gezüchtet, sie liefern aber bis hinab zum tiefsten Ton ein unerwartet ausgeglichenes und detailfeines Klangbild. Und mit zwei eingebauten Tonabnehmern lässt sich der gute Akustikton sehr variabel ins Elektrische übersetzen, wobei für anspruchsvolle Nachbearbeitung sogar getrennte Ausgänge für Piezo- und Magnet-PU nutzbar sind. Starke Leistung!

PLUS

  • ausgeglichener Klang
  • zwei Tonabnehmer-Systeme
  • getrennte Klangregelungen und Ausgänge
  • Spielbarkeit
  • Verarbeitung, Ausstattung

MINUS

  • Magnet-Pickup leiser als Piezo-Signal

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2019)

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