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Test: Trickfish Trilobite

Trickfish Trilobite(Bild: Dieter Stork)

Das Zentrum aller Verbindungsaufgaben ist der Vorverstärker, der das Bass-Signal auf Effektpedale, Bühnenverstärker, PA-Beschallung und Aufnahmegeräte verteilt. Was alles zugleich möglich ist, entscheidet sich hier, und da bietet der Trilobite-Preamp seine praktischen Dienste an.

Neu ist das Konzept des universellen Vorverstärkers nicht, allerdings das Erscheinungsbild als Pedalgerät, wo man gleich auch die wichtigsten Funktionen per Fußschalter steuern kann. Trickfish hat den klassischen Basspreamp in zeitgemäßer Weise zur leistungsfähigen Zentrale ausgebaut.

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funktionen

Zwei Vorverstärker-Kanäle stehen bereit, wo man mit separaten Gain-Reglern und vierbandigen Aktiv-Equalizern alternative Grund-Sounds einstellen kann. Um die Auswahl zu vergrößern, ist Kanal A mit umschaltbaren Centerfrequenzen für Lo Mid und High Mid ausgestattet, während Kanal B festgelegte Frequenzen besitzt. Per Fußschalter kann zwischen den Kanälen umgeschaltet werden, was deutlich durch verschiedenfarbige LEDs angezeigt wird. Beide Kanäle teilen sich einen gemeinsamen Master-Regler, auch ein Fußschalter zum generellen Stummschalten des Preamps steht inklusive LED-Statusanzeige bereit. Soweit die betont übersichtliche Gestaltung des Pedalgeräts, nun geht es an die Feinheiten des Trilobite.

Die Kanäle können im Mono-Modus mit einem Instrument umschaltbar angesteuert werden, aber auch im Dual Mode mit zwei verschiedenen, dafür stehen getrennte Klinkeneingänge bereit. Wie bei einem Studio-Mixer ist ein Parallel-Effektweg vorhanden, der auf beide Kanäle wirkt; das Clean-Signal muss dabei erst gar nicht die Effekt-Elektronik durchlaufen und bleibt von etwaiger Beeinflussung verschont, zugemischt wird am rückwärtigen EFX-Blend-Regler nur der Effektanteil. Praktisch ist dabei, dass dieser Effektweg per Fußschalter ein- und ausgeschaltet werden kann.

Trickfish Trilobite
Zwei symmetrische Ausgänge und zwei Effekt-Einschleifmöglichkeiten sind vorhanden. (Bild: Dieter Stork)

Ein zweiter, serieller Einschleifweg ist in Form der Klinkenbuchsen Insert Send und Insert Return vorhanden; hier übernehmen bei beliebigen Effektketten die jeweiligen Pedale das Ein- und Ausschalten ihrer Effekte. Der unsymmetrische Amp-Klinkenausgang ist für die Bühnenanlage gedacht, der Ausgangspegel wird zweckmäßig durch den Master-Regler festgelegt.

Beim elektronisch symmetrierten DI-Ausgang ist der Pegel unabhängig von der Master-Einstellung, der Signalabgriff wahlweise vor oder hinter EQs und Effektwege umschaltbar. Ein zweiter symmetrischer XLR-Ausgang (Aux) führt hingegen immer die Klangregler-Einstellungen samt eingeschleifter Effekte hinaus; um Brummstörungen durch Doppelerdung zu vermeiden, lässt sich per Ground-Lift-Schalter die Masseverbindung abtrennen. Des Weiteren besitzt der Trilobite einen Klinkenausgang fürs Stimmgerät sowie Miniklinken zum Einspielen von Playbacks und für einen Kopfhörer.

Im Lieferumfang ist das benötigte Steckernetzgerät samt allen international üblichen Steckeradaptern enthalten, welches ohne Umschaltung an allen Stromnetzen zwischen 100 und 240 Volt funktioniert.

Trickfish Trilobite
Im Kanal A sind die Mittenfrequenzen umschaltbar (Bild: Dieter Stork)

praxiswerte

Im Mono-Modus ist es egal, welche Eingangsbuchse man benutzt und man kann per Fußschalter knackfrei den Kanalzug wählen; werden im Dual Mode beide Buchsen mit verschiedenen Bässen belegt, aktiviert man am Fußschalter das jeweilige Instrument. Besonders für einen mittigen Fretless sind die wählbaren Frequenzbereiche der Mittenregler in Kanal A von Vorteil, um den optimalen Knurr zu finden.

Zusätzlich zur Normalmitte von 333 Hz bzw. 1 kHz sind hier 473 Hz und 1,8 kHz anwählbar, was zum einen bei Anhebungen mehr Nasalcharakter, zum anderen offenere Präsenz beschert. Schön tief und satt, aber ohne Dröhnen und Wummern greifen die Kuhschwanz-Regler für die Bässe zu, straffe Knorrigkeit hebt der Lo-Mid-Regler hervor – oder räumt wirksam bis zum trockenen HiFi-Funk-Sound auf, ohne die bassige Tragkraft zu schmälern.

Der Hi-Mid-Regler greift hohe Nasalpräsenzen und Draht im Bereich größter Ohrempfindlichkeit auf, hat also entscheidend Einfluss auf die Direktheit des Tons, während das Treble-Band mit Kuhschwanz-Charakteristik auf den Anschlagsklick und ungefärbte Offenheit kalibriert ist und bei ganz zugedrehtem Regler zwar seidig rund, aber nicht dumpf wirkt. Mit diesen Klangreglern lässt sich viel anfangen, bemerkenswert ist dabei, dass der Preamp selbst bei vollen EQ-Boosts keine störenden Nebengeräusche hinzufügt.

Neben dem Gain-Regler zeigt die LED im jeweiligen Kanal grün an, wenn Signal ankommt und wechselt auf Rot, wenn Übersteuerung droht. In der Praxis erweisen sich die Eingänge als sehr pegelfest, da braucht es schon gehörige Boosts an den Klangreglern, bis Übersteuerung angezeigt wird und die Einstellungen am EQ gehen also sinnvollerweise in die Anzeige ein. Ebenso sinnreich ist es, dass die symmetrischen Ausgangspegel an DI und Aux nicht vom Master-Volume beeinflusst werden, was den Leuten am Live-Mixer und am Aufnahme-Equipment Schrecksekunden erspart.

Wo alles andere auf gesunde Praxistauglichkeit getrimmt ist, wirkt der Kopfhörerpegel des Trilobite allerdings allzu zahm: Zum Üben brauchbar, aber als zusätzlicher Monitor im praktischen Einsatz zu leise. Hier zeigt der Trickfish-Preamp im Gegensatz zu seiner sonst so sinnvollen Organisation eine Schwäche, da könnte mehr Power rauskommen, wobei auch ein eigener Pegelsteller hilfreich wäre.

Trickfish Trilobite(Bild: Dieter Stork)

resümee

Rundum sinnvoll organisiert zeigt sich die Bass-Zentrale von Trickfish und vermag sinnvolle Sound-Optionen für den Basston auf die unterschiedlichen Abnehmer kompetent zu verteilen. Lobenswert ist neben der klanglichen Variabilität die nebengeräuscharme Arbeitsweise, was sowohl Umschalter wie auch Klangregler betrifft; auf manchem Pedalboard wird der Trilobite künftig für aufgeräumtes Routing sorgen. Dass der Kopfhörerausgang mehr Pegel liefern könnte, schmälert den Praxiswert in den meisten Anwendungen nicht.

Danke an Phil von Musik Produktiv für’s Ausleihen des Testgeräts!

PLUS
• Wiedergabegüte, Nebengeräuscharmut
• Wirkung Klangregelung
• Paralleler und serieller Effektweg
• Zwei symmetrische Ausgänge
• Verarbeitung
MINUS
• Pegel Kopfhörerausgang

Trickfish Trilobite

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2019)

Produkt: Gitarre & Bass 7/2019
Gitarre & Bass 7/2019
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