Federgewicht

Test-Teaser: Nik Huber Krautster II Paulownia

Nik Huber Krautster-II
FOTO: Dieter Stork

Weight matters! Längst vorbei die Zeiten, wo Gewicht mit Sustain assoziiert wurde, wo sich 5 und mehr Kilogramm schwere Gitarren umstandslos verkaufen ließen, wo man den Sound solcher Wackersteine als besonders direkt und gradlinig beschrieb. Wenn diese Gewichthuberei dann auch noch als besonders männlich galt, welche Merkmale schreibt man dann einer 2,5 kg-Gitarre heute zu? Der furchtlose Nik Huber hat jedenfalls ein solch elfengleiches Wesen aus ungewohntem Material geschaffen – ob es auch fliegt?

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Das vorliegende Krautster-II-Modell besitzt einen Korpus aus Paulownia. Paulownia oder auch Blauglockenbaum ist ein schnell wachsendes Gehölz mit einem Zuwachs von bis zu drei Metern pro Jahr. Bereits nach 12 Jahren ist der Baum schlagreif mit einem Stammdurchmesser von 35 – 45 cm und könnte damit zu einer wichtigen nachhaltigen Ressource nicht nur für den Instrumentenbau werden. Das Material besitzt außerdem erstaunliche Eigenschaften: es ist schnell trocknend und geruchlos, besitzt eine hohe statische Festigkeit, ist feuerhemmend und fäulnisresistent. Darüber hinaus verfügt es über eine attraktive Holztextur, lässt sich gut verarbeiten und ist erstaunlich leicht.

leichtgewichtig

Mit seinem Modell Krautster hatte Nik Huber ja irgendwie offene Türen eingerannt. Ein Junior-Style-Typ von überraschend schlichtem Erscheinungsbild „proudly stripped of almost everything but the very essence of Rock!“ und ja, Nik war zu der Zeit eher für seine supergeriegelten Decken und beeindruckende Glanzlackierungen berühmt – und mit einzelnem Humbucker in der Stegposition, das wurde von der Gemeinde dankbar begrüßt, die Dinger gingen und gehen weg wie warme Semmeln. Längst ist die Krautster ja Standard im Programm geworden, hat auch noch einen zweiten Pickup (P-90 am Hals) bekommen und ist in vielen Farbvarianten zu haben – sogar eine Riegelahorndecke verirrt sich hin und wieder mal verschämt zu ihr hin.

Das vorliegende Krautster-Modell ist zunächst einmal ungewohnt leicht: 2,5 kg – ein Federgewicht! Der dafür verantwortliche ultraleichte einteilige Paulownia-Korpus – modelltypisch plan zugeschnitten, aber mit leichtem Konturschnitt am Boden oben zur perfekten Anlage und mit deckenseitigem Binding versehen – bekam zum Ausgleich einen Hals aus Riegelahorn eingeleimt. Der mit seitlich elegant ausgekehltem Halsfuß eingesetzte, kraftvoll rundlich gestaltete Hals verfügt zudem über ein Griffbrett aus Ostindischem Palisander (Compound Radius 10″- 14″), was zusammengenommen das Gewicht erst auf die vorgefundenen 2,5 kg zu erhöhen vermochte.

Arbeiten an Bundierung (22 Medium Jumbo, extrahart, gefräste Bundschlitze) und Knochensattel wurden wie immer bei Huber superb erledigt, die leicht abgewinkelte und konisch abgeschlossene Kopfplatte ist mit einem Ebenholzfurnier belegt und mit offenen Huber/Schaller-Mechaniken inklusive hübscher Keystone-Flügel besetzt.

Am Korpus werden die Saiten von der einteiligen Huber-Wraparound-Bridge aus Aluminium mit Messing-Bolzen gekontert.

Die Elektrik kommt wie immer, wenn nicht anders verlangt, von Harry Häussel. Am Hals finden wir den Vintage-Style-90 1956 montiert; am Steg sitzt der mit cremefarbenen Rähmchen auf die Decke positionierte, mit recht kraftvollem Output ausgelegte Krautster Humbucker in seiner patinierten Kappe.

Geschaltet wird konventionell mit dem auf die Decke vorn oben gesetzten Dreiwege-Toggle; Kontrolle über Output und Tonfarbe gewähren die generellen Volume- und Tone-Regler. In Letzterem ist per Push/Pull die Spulentrennung des Humbuckers, und damit ein alternativ nutzbarer Singlecoil-Sound angelegt. Der Korpus der Krautster II Paulownia ist mit mattem Two-Tone-Brown-Lack perfekt versiegelt; der Hals bekam eine höchst geschmeidige, seidenmatte Nitrolackierung. Zu erwähnen bleibt noch das kleine, hübsch gestaltete dreischichtige Pickguard und die in jeder Hinsicht minutiöse Verarbeitung.

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