Europäische Tropen

Test-Teaser: Marleaux Votan XS deluxe 5string RTW

Marleaux Votan
FOTO: Dieter Stork

Makassar-Ebenholz aus Italien? Dort sitzt jedenfalls die Firma, die für den schwarzdunklen Tropen-Look des Deluxe-Votans verantwortlich ist. Und diesen Luxus darf man sich ohne schlechtes Gewissen gönnen.

Marleaux baut Bässe auf höchstem Nivau, wofür entsprechende Zutaten nötig sind. Speziell bei exotischen Hölzern gibt es allerdings Regelungen und berechtigte Diskussionen, wo ein Schutzbedarf besteht. Mit dem Kürzel RTW setzt die Marke deshalb auf ihre erwiesen guten Regio Tone Woods aus hiesigem Bestand. Wo eine Gemeinde alte Bäume durch neue ersetzt und der Förster den Wald verjüngt, greift Gerald Marleaux gerne zu. Gewissermaßen Regio ist jetzt sogar das Makassar-Outfit des Testinstruments, denn dafür musste kein Regenwald bluten.

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regionale schätze

Erle ist normalerweise kein sonderlich auffälliges Tonholz, doch hier hat der Korpus Charakter. Er stammt aus dem Raum Salzdetfurth in Niedersachsen und kann mit einem außergewöhnlich attraktiven Maserungsbild punkten. Ebenfalls von augenscheinlich besonderer Qualität ist der Ahornhals, für dessen Herkunft sogar exakte Koordinaten geliefert werden – der Baum müsste hinter der St.-Salvatoris-Kirche in Clausthal-Zellerfeld gestanden haben. Die einstreifige Basis und das aufgeleimte Griffbrett sind aus demselben Holzstück geschnitten, welches hinten eine dezente Riegelung und im Griffbrett punktfeine Markstrahlen zeigt. Astrein, dass man hier nicht nur Regio mit Nachhaltigkeit geboten bekommt, sondern zugleich erstklassige Qualität.

Marleaux-typisch ist der Hals sechsfach in der passgenauen Korpustasche verschraubt. Auch für die vermeintlichen Tropenhölzer braucht man sich nicht zu schämen. Denn was so verblüffend authentisch wie eine Edelholzdecke aus Makassar-Ebenholz aussieht, ist zwar echtes Holz, aber nicht aus den Tropen. Pappel und Linde werden vom Oberflächen-Spezialisten Alpi so geschickt aufgeschnitten und eingefärbt, dass es wirklich echt aussieht. Klanglich sogar für akustische Konstruktionen geeignet (siehe Höfner Club Bass Alpi, Ausgabe 11/2017), steht der Nobeldecke beim Votan nichts im Wege. Auch die vertrauenerweckend dicke Kopfplatte besitzt den Makassar-Look.

made in germany

Wegen der nicht abgewinkelten Kopfplatte ist der Votan mit einem fünffachen Niederhalter ausgestattet, um den nötigen Saitendruck auf Sattel und Nullbund zu gewährleisten; das solide Ding ist so gestaltet, dass die Saiten beim Wechseln einfach ausgehakt werden können. Der dreidimensional justierbare Steg verhält sich quasi wie ein Stück, weil Klemmschrauben alle einstellbaren Teile festsetzen. Gekapselte Light-Tuner von Schaller sorgen für präzise Stimmung und wirken etwaiger Kopflastigkeit entgegen, Schaller Security Locks halten den Deluxe sicher am Gurt.

Für die Tonabnahme sind Soapsticks von Delano zuständig; diese schmalen Humbucker besitzen zur Brummunterdrückung zwei Spulen in einer Linie; das magnetische Fenster ist dabei so schmal wie bei einem Singlecoil und überträgt den Saitenton mit klarer Offenheit. Per Überblender macht man den Pickup-Mix, im Master-Volume steckt auch der Zugschalter für die Aktiv/Passiv-Umschaltung. In der passiven Einstellung steht eine wirksam abgestimmte Höhenblende bereit, im Aktiv-Modus gestackte Regler für Bässe und Höhen mit Mittelrastung als Neutralmarke.

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