Produkt: Jack Bruce 1943 – 2014
Jack Bruce 1943 – 2014
Hol dir Interviews, Workshops & Test zu Jack Bruce!
Aktive Jetztzeit-Gestaltung

Test: Squier Contemporary Active Jazz Bass

Squier Contemporary Active Jazz Bass(Bild: Dieter Stork)

Traditionelle Werte mit heutiger Ausstattung, das ist das Thema der Contemporary Series. Beim Active Jazz Bass sind die modernen Frisiermaßnahmen keineswegs nur in homöopathischer Dosis vorhanden, sondern eindeutig klangbestimmend.

Dabei mögen Spielgefühl und Umriss noch ziemlich vertraut wirken, aber alles andere wurde hier auf neuesten Stand gebracht. Und zwar so konsequent, dass nicht nur einige Reglerknöpfe hinzukommen, sondern auch die traditionellen Pickup-Formate gegen fettere Soapbars ausgetauscht wurden.

Anzeige

Squier Contemporary Active Jazz Bass
In allen Einstellungen brummfreie Übertragung durch die SQR-Humbucker (Bild: Dieter Stork)

brummfrei & aktiv

An der Grundkonstruktion mit einstreifigem Ahornhals und leichter Esche für den Korpus gibt es nichts anzurühren, im Ahorngriffbrett sitzen sogar Vintagemäßig schmale Medium-Bundstäbchen. Praktisch ist allerdings der Spannstab-Zugang von der Kopfplatte aus, attraktiv zudem der Matching Headstock, der passend zur Korpusfarbe in Matt lackiert ist. Den zeitgemäßen Anspruch signalisiert die Schwarzchrom-Hardware, die nicht nur Tuner und Steg umfasst, sondern auch Potiknöpfe und Gurthalter einbezieht. Dabei entsprechen die offenen Tuner auf der Kopfplatte dem traditionellen Look, aber beim Steg hat man gehörig Solidität und Masse draufgepackt.

Die radikalste Neuerung liegt im Elektrischen, wo hier statt der brummempfindlichen Alnico-Singlecoils zwei nebengeräuschfreie Soapbar-Humbucker mit keramischen Magneten zum Einsatz kommen. Der Zugriff auf die Mischungsvarianten und den Ausgangspegel ist durch Überblender und Master-Volume zeitgemäß einfach gestaltet, sodass nicht mehr zwei Volume-Knöpfe bedient werden müssen.

Auf der Strecke blieb allerdings die metallene Control Plate, alle Potis sitzen direkt im Korpusholz und das E-Fach ist von hinten zugänglich. Eine aktive Elektronik mit Boost-Reglern für Höhen und Bässe bearbeitet das Ausgangssignal, ein Passiv-Schalter ist nicht vorhanden. Doch zusätzlich zu den aktiven Klangreglern ist auch eine passive Höhenblende an Bord.

Die Batterie ist in einem separaten Fach in der Korpusrückseite untergebracht – und das lässt sich zum flotten Batteriewechsel glücklicherweise ohne Werkzeug öffnen, denn der wird wohl des Öfteren nötig sein. Satte 11 mA zieht die Aktivschaltung aus dem Saftspender, dem somit eine maximale Lebensspanne von knapp 50 Spielstunden beschert ist.

Squier Contemporary Active Jazz Bass
Der aktive Zweiband-Booster hat einen gehörigen Batteriehunger. (Bild: Dieter Stork)

satt & saftig

Mit 37,8 mm Sattelbreite liegt der Jazz-Bass-Hals betont schlank in der Hand; damit es nicht übermäßig leichtgängig wird, besitzt er ein C-Profil mit beinahe schon V-förmig abfallenden Wangen. Günstige Handstellung wird durch sanfte Pädagogik mit großem Aktionsradius belohnt, der oberlässige Fuhrmannsgriff mit übergelegtem Daumen eher nicht, was natürlich im Sinne sauberer Spielergebnisse in Ordnung ist. Zumal der Squier insgesamt ja ohnehin ein Komfort-Player ist und mit 4,1 kg gut ausbalanciert am Gurt hängt.

Wenn man für den klassischen Jazz Bass den prägnanten Präsenzbiss als typische Eigenschaft annimmt, ist es bei der Humbucker-Bestückung die fettbassige Tonbasis. Eindeutig liegt hier der Hauptakzent tiefer und bietet wollige Bassdichte mit saftigen Tiefmitten. Bei neutral zurückgedrehten Boostern gibt sich der GrundSound ziemlich mollig, und wer etwas vom brillanten Saitenklick hören möchte, muss dafür den Treble Boost schon aufdrehen. Beide Aktivregler arbeiten wirksam, aber maßvoll, sodass man unbesorgt den gesamten Einstellweg benutzen darf.

Als nettes Extra ist die ebenfalls vorhandene Höhenblende eigentlich kaum nötig, um runde, tiefenbetonte Klangbilder zu erzeugen – Nichtbenutzung des Trebleboosters reicht dafür schon aus. Es sei denn, man möchte extramollige Sounds erzeugen, die der Squier dann freilich mit beachtlichem Mittenknurr liefert.

Squier Contemporary Active Jazz Bass
Solide Masse beim Steg fördert präzise Ansprache und langes Ausklingen. (Bild: Dieter Stork)

resümee

Das aktive Contemporary-Modell sieht aus wie ein Jazz Bass, spielt sich wie ein Jazz Bass – klingt aber mit seiner satt-saftigen Bass- und Mittenbasis radikal anders. Wer es auf einen breiten, tiefen Fußabdruck im Band-Sound abgesehen hat, dem liefert das Humbucker-Modell die passend warmen und voluminösen Tiefen. An der Wirkung der praxisgerecht abgestimmten Aktiv-Booster gibt es nichts zu meckern, allerdings am Stromverbrauch der Elektronik, der es nahelegt, stets eine Ersatzbatterie für diese Bassbrumme dabei zu haben.

PLUS
• fette Klangbasis
• Spielbarkeit
• Ausstattung
• Verarbeitung
MINUS
• Batterieverbrauch

Squier Contemporary Active Jazz Bass

(erschienen in Gitarre & Bass 02/2019)

Produkt: Gibson Guitars Special
Gibson Guitars Special
Gibson Guitars: Testberichte, Stories, Workshops im Gitarre & Bass-Special

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren