Produkt: Metallica Special
Metallica Special
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Alles für den guten Ton

Test: Schönitz Zett fretless, 5-saitig

(Bild: Dieter Stork)

Absolute Spitzeninstrumente sind das Metier von Jens Schönitz, aber auch in dieser Klasse gibt es Differenzierungen. Dieser akustische Fünfsaiter ist ein Longscale ohne Kompromisse und mit erweiterten Elektro-Eigenschaften.

Was sich an Tonfeinheiten aus einem Akustikbass hervorzaubern lässt, haben Schönitz-Instrumente schon eindrucksvoll in mehreren G&B-Tests vorgeführt. Und wieder einmal präsentiert der Instrumentenbauer einen besonders attraktiven Fivestring, der auf Kundenwunsch mit einigen Extras ausgerüstet ist.

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FEIN UND DENNOCH STABIL

Für den kultivierten Charakterklang sind massive Hölzer ein Muss, und die sind für den Zett-Bass nicht nur exquisit ausgesucht, sondern auch meisterlich anspruchsvoll verarbeitet. Die massive Fichtendecke soll frei schwingen, aber zugleich auch stabil genug sein, um den Saitenzug einer fünfsaitigen Longscale-Mensur aufzunehmen. Sie ist so dünn, dass sie lichtdurchlässig ist und wird innen mit einer leichten, aber wirkungsvollen Strahlverbalkung stabilisiert, am Griffbrettende nimmt ein robusterer Querbalken etwaige Belastungen vom Hals auf.

Zur Maximierung der Schwingfläche wurde auf ein Schallloch in der Decke verzichtet, ohnehin ist das Monitorloch in der oberen Zarge wirkungsvoller für präzises Hören des eigenen Spiels. Die Zarge und der geteilte Boden sind aus massivem, feinstem Nussbaum mit toller Maserung gebaut, der Boden wird durch einen Padouk-Mittelkeil und eine starke Querverbalkung versteift.

Sowohl der Mittelkeil wie auch die umlaufenden Einfassungen sind kunstvoll von mehrlagigen Echtholz-Umrandungen eingerahmt, was auch für die Padouk-Ausbuchtung des „Cutaways“ gilt, welche den Zugriff auf die höchsten Griffbrettlagen erleichtert. Padouk kommt wiederum für die tunnelartige Einfassung des Monitor-Schalllochs in der Zarge zum Einsatz, für die ein perfekt passender Verschlussdeckel aus Padouk mitgeliefert wird.

Der dreistreifig aus Nussbaum mit Padouk-Mittelstreifen gebaute Hals ist einerseits so komfortabel spielbar wie bei einem E-Bass, sein stützender Halsfuß wirkt hingegen enorm stabil. Und er ist es auch, zumal dessen spanische Bauweise den Hals auch im Korpus gegen den Boden abstützt. Die abgewinkelte Kopfplatte wird von vorne und hinten jeweils durch vierlagige Aufleimer versteift, am Halsübergang kompensiert eine Materialverdickung die vorne angebrachte Ausfräsung für den Spannstabzugang. Das bundlose Ebenholz-Griffbrett umfasst 24 Lagen, zur Orientierung sind in der Flanke Positionspunkte aus Perlmutt eingelassen.

Der Spanische Halsfuß stützt sich im Korpus zusätzlich am Boden ab
Rückkopplungen lassen sich durch den mitgelieferten Schallloch-Deckel mindern

DOPPELT ALS OPTION

Als serienmäßige Ausstattung sitzen unter dem Steg vier K&K-Piezos, deren gesammeltes Ausgangssignal direkt auf die Klinkenbuchse im Gurt-Endpin geleitet wird. Für die Stegbasis wird das extrem feste Palo Narania verwendet, wobei mattvernickelte Endhülsen für die Ballends der Saiten eingelassen sind.

In den Hartholzsteg sind metallene Hülsen für die Saiten-Ballends eingelassen. (Bild: Dieter Stork)

Mit fünf separaten RMC-Tonabnehmern als Saitenauflage kommt hier ein optionales Extra zum Einsatz, wobei alle Pickups einzeln auf eine achtpolige Ausgangsbuchse gelegt sind. Für die rein passive Abnahme hat Jens Schönitz ein hochwertiges Rheingold-Spezialkabel (auf Monoklinke) beigelegt.

Für das optionale RMC-Tonabnehmersystem ist ein polyphoner Ausgang vorhanden. (Bild: Dieter Stork)

Aber die RMCs können noch mehr: Wiederum gegen Aufpreis ist der polyphone Vorverstärker Poly-Drive II als externes Pedal zu haben, der nicht nur aktive Regler für Lautstärke, Bässe, umschaltbare Mitten und Höhen aufweist, sondern die Pickup-Signale auch an einen Gitarren- oder Bass-Synth von Roland weiterreichen kann.

Optional gibt es den polyphonen Vorverstärker Poly-Drive II dazu. (Bild: Dieter Stork)

TONKULTUR STATT LAUTSTÄRKE

Schon rein akustisch zeigt der Zett-Fünfsaiter grandiose Stärken, die trotz imposanter Abmessungen nicht in der Lautstärke liegen, aber umso mehr in filigraner Tonkultur. Das Instrument mit der extradünnen Decke ist ohnehin nicht für straffe Stahl- oder Bronzesaiten ausgelegt, sondern für die weichen Nyloncore-Roundwounds optimiert.

Atemberaubend ist hier nicht nur die schwelgende, singende Sustain-Entwicklung, sondern ebenso die kellertiefe Bassentwicklung, die einem großen Kontrabass in nichts nachsteht! Und mit besonders leichter Spielbarkeit gerät jede Tonmodulation zur puren Freude: Dieser Akustikbass bedient fraglos höchste Ansprüche, ohne dass man ein trainierter Virtuose sein muss, um damit bemerkenswerte Ergebnisse zu erzielen.

Die serienmäßigen K&K-Piezos unter der Decke fangen den wuchtigen K-Bass-Ton auch ohne aktive Vorverstärkung standesgemäß ein, sogar der gesunde Ausgangspegel verblüfft. Rund, mit mächtigem, räumlichem Bass und milden Präsenzen ergibt sich eine stimmige Elektro-Unterstützung, wie sie für Live-Darbietungen angemessen ist. Falls bei diesem empfindlichen Instrument zu früh Rückkopplungen einsetzen, hilft der mitgelieferte Verschlussdeckel für das Monitor-Schallloch.

Als optionale Ausrüstung hat der Testbass außerdem die RME-Einzeltonabnehmer an Bord, die jede Saite mit gehöriger Direktheit und hervorgehobenerem Obertonspektrum präsentieren. Im Vergleich mit der Deckenabtastung durch die K&K-Piezos ist hier hingegen die Präsentation wuchtiger Akustik-Tiefen nicht so opulent – was am Ende natürlich nahelegt, beide Abnahmesysteme zu kombinieren, um auch elektrisch dann wirklich die ganze Bandbreite aus dem Zett-Fünfsaiter herauszuholen.

RESÜMEE

Unübersehbar ist der Schönitz Zett ein meisterlich aufwendig gebautes Instrument der Spitzenklasse – mit seinen schönen Hölzern ein Hingucker, ergonomisch sehr entgegenkommend und klanglich eine echte Wucht! Und das im Wortsinne, denn der akustische Fivestring erzeugt mächtige Tiefbässe wie ein Kontrabass und legt insgesamt eine filigrane Tonkultur hin, die wohl bei Akustikbässen ihresgleichen sucht. Elektrisch sorgen zwei Abnahmesysteme dafür, dass keine Nuance dieses tollen Basses auf der Strecke bleibt – die optionale Doppelausstattung überzeugt zudem durch Vielseitigkeit.

PLUS

● Klangverhalten, filigraner Ton mit mächtiger Bassentwicklung
● Elektro-Ergebnisse
● Optional zwei Abnehmersysteme
● Entgegenkommende Spielbarkeit
● Hölzer, Verarbeitung

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2020)

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