Aus dem neuen Heft:

Test: Sandberg California SL TT4

Sandberg California SL TT4
FOTO: Dieter Stork

Am Gurt fühlen sich manche Pfunde heftiger an als nötig. Doch schließlich gibt es klangstarke Hölzer ohne Blei-Anteil – Sandberg macht vor, was ein erwachsener Bass braucht und was er abgeben kann.

SL steht für Super Light, und der Bereich nahe 3 Kilogramm ist für einen Longscale in altvertrauter Solidität tatsächlich bemerkenswert, weil selbst als besonders leicht geltende Vergleichsmodelle noch mindestens ein ganzes Pfund mehr drauf haben. Wo die Last von den Schultern fällt, kann das Spiel nur lockerer von der Hand gehen; das sollte das neue SL-Modell automatisch zum Erfolg machen.

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solide leichtigkeit

Als Hommage an den Jazz Bass ist die California-Serie unschwer zu erkennen, wenn auch mit klug verschlanktem Sandberg-Umriss und zeitgemäß aufgerüsteter Ausstattung. Sozusagen off top kommt hier aber das extrageringe Gewicht, primär hervorgerufen durch die verwendete Zeder für den Korpus, zusätzlich unterstützt durch Aluminium-Hardware. Im Akustikbau steht die leichte Zeder für feine, detailreiche Klangdarstellung, das könnte man auch für einen Solidbody ausprobieren.

Sechsfach mit dem zweiteiligen Zeder-Body verschraubt ist der einstreifige Ahornhals, und auch hier gibt es eine Besonderheit. Es kommt schön gewachsener norwegischer Spitzahorn zum Einsatz, auch für das aufgeleimte Griffbrett. 22 Medium Jumbos sitzen darin, zusätzlich definiert ein Nullbund die Leersaiten. Auf der geraden Kopfplatte sorgt ein Niederhalter für A, D und G für definierten Satteldruck; die Saiten lassen sich beim Wechseln einfach ausklinken.

Die offenen Vintage-Tuner von Sandberg machen ihren Job präzise und straff, die Gängigkeit ist an einer Inbusschraube nachstellbar. Am anderen Saitenende bietet der dreidimensional justierbare Sandberg-Steg ein solides Widerlager. Alu kommt für die Control Plate und die Potiknöpfe zum Einsatz.

Bei den Black Label T-Pickups handelt es sich um Splitcoils im J-Gehäuse, mit 6-mm-Stahlpolpaaren, von unten durch Ferritbarren magnetisiert. Die Pickup-Anwahl geschieht per Überblendregler, sodass man die Lautstärke an einem einzigen Volume-Knopf unter Kontrolle hat. Per Zugschalter bietet der Mastervolume-Knopf zugleich die Wahl zwischen aktivem und passivem Modus. Während aktive Regler für Bässe und Höhen bereit stehen, wird der Höhenregler im Passiv-Betrieb automatisch zur milden Tonblende umfunktioniert, deren Wirkung unterhalb der Poti-Mittelrastung einsetzt.

An die Batterie im rückwärtigen Klappfach braucht man nicht allzu häufig zu denken, aufgrund der geringen Stromaufnahme der modern aufgebauten Elektronik hält der 9-Volt-Block mehr als 1000 Spielstunden lang.

luftig offensiv

Wer befürchtet, dass der extraleichte Zedernkorpus zu Problemen bei der Balance führen könnte, wird positiv überrascht: Der SL hängt tadellos ausgewogen in einer angenehmen Spielposition. Selbstverständlich fällt auch auf, dass man den erwachsenen Longscale kaum auf der Schulter spürt; tatsächlich ist er nicht nur leicht im Gewicht, sondern auch in der allgemeinen Spielbarkeit.

Daran hat die gewichtssparende Grundkonstruktion offenbar auch aus klanglichen Gründen ihren Anteil, schließlich unterstützen die luftigen Hölzer einen Sustain-freudigen Resonanzton, der dem Spiel von vornherein gehörigen Rückenwind beschert. Ähnlich wie ein hartes Ahorngriffbrett die kernige Präsenz schärft, unterstützt auch der Steg eine bissige Note im Klang, sodass der superleichte California nicht nur seidig schnurren, sondern auch vorwitzige Attacke kann.

>>> Den vollständigen Testbericht findet ihr in der aktuellen Ausgabe Gitarre & Bass <<<

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