Produkt: Gitarre & Bass 11/2019
Gitarre & Bass 11/2019
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Aus dem neuen Heft

Test: Sandberg California SL TT4 „superlight“

Sandberg California SL TT4 superlight(Bild: Dieter Stork)

Was bei den leistungsfähigen Bassanlagen gelungen ist, sollte doch auch bei den Instrumenten klappen, ohne dass der Sound auf der Strecke bleibt. Im neuen Superlight-California hängt das Pfund nicht am Gurt und steckt dennoch in den Hölzern.

Nur 2,9 kg für einen ausgewachsenen Longscale, das ist bemerkenswert. Mit seinem Superlight-Vorgänger hat dieser neue Prototyp die bewährte Ausstattung gemein, Neuigkeiten gibt es aber bei den Hölzern, und die gleich zweifach.

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nachhaltig

In der Einfahrt, direkt vor meinem Fenster, wuchs einst ein schöner Blauglockenbaum. Das Geschehen konnte ich vom kleinen Zweig mit den ersten Blättchen bis zum haushohen Großgewächs mit üppigem blauen Blütenschmuck beobachten, wofür der wuchswütige Baum der Gattung Paulowniaceae keine 10 Jahre brauchte. Wer solches Tempo vorlegt, ist prädestiniert für den nachhaltigen Anbau in Plantagen, wo man eben keinen Baum fällt, ohne einen neuen nachzupflanzen.

Und was schnell wächst, ist auch nicht so dicht und schwer wie langsamere Holzkollegen. Dass sich leichte Hölzer ausgezeichnet für einen E-Bass eignen, hat ja zuvor schon ein jahrelanger Sumpfesche-Boom bewiesen, noch leichter war dann der Superlight-Vorgänger mit Zedernholz-Body, der zudem auch mit luftig-resonanten Sounds überzeugte. Künftig wird der SL einen Korpus aus Paulownia haben, zugunsten der Nachhaltigkeit und sogar weiterer Gewichtsersparnis. Spannend wird nur sein, wie sich die Blauglocke auf den Klang auswirkt.

Sandberg California SL TT4 superlight(Bild: Dieter Stork)

Dafür ist beim Testbass noch etwas zu beachten, nämlich der neue „Roasted Neck“, der künftig als Option statt des normalen Ahornhalses angeboten wird. Thermisch modifizierte Hölzer haben nun schon bei einigen Tests hervorragende Ergebnisse geliefert, jetzt halten sie auch bei Sandberg Einzug. Nicht einfach so, denn vorher hat man zwei Jahre an einem Forschungsprojekt der Uni Dresden teilgenommen – und jetzt einen eigenen Laborofen angeschafft, um die Sache selbst durchzuführen und auf den Punkt zu bringen! Schön gebräunt gibt sich der einstreifige Ahornhals unter der seidenmatten Lackversiegelung, optisch ist das Rösten schon mal bestens gelungen.

Im Ahorn-Griffbrett sitzen 22 Jumbos, auf der Kopfplatte vier offene Vintage-Tuner aus Aluminium und der Sandberg-Niederhalter für A, D und G. Alu spart auch beim solide gebauten 3D-Steg unnötiges Gewicht, schließlich soll der Longscale am Ende ja „superlight“ sein. Das hat er zweifellos geschafft und bringt gerade einmal 2,9 kg auf die Waage! Für die Tonabnahme blieb man bei den Blacklabel-T-Pickups, keramisch geladenen Noiseless-Typen im J-Look und dem aktiv/passiven Sandberg-Preamp mit Zweiband-Klangregelung.

Sandberg California SL TT4 superlight
Aluminium macht die Hardware leicht und stärkt zugleich die flinke Tonansprache. (Bild: Dieter Stork)

leichtfüßig

Der braungeröstete Ahornhals sieht nicht nur klasse aus, er liegt auch perfekt in der Hand, was natürlich an den bewährten J-Bass-Abmessungen liegt. Mit präzise geplecten Bundstäbchen ist zudem eine besonders flache Saitenlage ohne Nebengeräusche einstellbar. Echte Irritation entsteht beim ersten Anfassen des Leichtgewichts, denn ausgewachsene Longscale-Bässe unter 3 kg gibt es eigentlich gar nicht – bis jetzt.

Mit seinem extrem geringen Gewicht spürt man den SL-California praktisch nicht am Gurt, dennoch hängt der Viersaiter tadellos ausbalanciert. Zusammen mit der bewährten Ergonomie ergibt das einen Komfort-Player der Extraklasse!

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