Produkt: Gitarre & Bass 7/2019 Digital
Gitarre & Bass 7/2019 Digital
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Headphone-Amp mit Köpfchen

Test: Phil Jones Bass HA-1 Bighead & HA-2 Bighead Pro

(Bild: Petia Chtarkova)

Zum Üben ist ein guter Kopfhörerverstärker sicher eine feine Sache. Und sonst? Phil Jones hat sich eine Menge nützlicher Anwendungen für die handlichen Bighead-Kistchen ausgedacht.

Zwei Versionen werden derzeit angeboten, der Bighead und der neue Bighead Pro. Der Neue bietet augenscheinlich das aufwendigere Design, und natürlich findet sich da noch weiterer funktionaler Nutzen. Doch zuerst zum ursprünglichen Modell.

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HA-1

Im kleinen, rechteckigen Alugehäuse gibt sich der Bighead wertig; zwei konzentrische Doppelregler nehmen fast die ganze Front ein, daneben passt gerade noch die Stereo-Miniklinke für den Kopfhörer. Zum einen sind Gain und Master-Pegel einstellbar, daneben eine aktive Zweiband-Klangregelung für Bässe und Höhen. Auf der Rückseite die große Klinkenbuchse fürs Instrument und eine Stereo-Miniklinke als Aux In, zum analogen Einspielen von Playbacks. Während Gain nur den Instrumentenpegel bearbeitet, regelt der Master auch das Aux-Signal mit. Die Klangregelung wirkt sinnvollerweise nur auf den Instrumententon.

Die Regler bieten eine tolle Haptik. (Bild: Petia Chtarkova)

Übrigens kann der Kopfhörerausgang mittels eines beiliegenden Kabels auch in die normale Bassanlage gestöpselt werden, als sauberer Impedanzwandler und Booster mit Zweiband-EQ. Weitere Anschlusskabel liegen für externe Zuspieler bei, beidseitig Stereo-Miniklinke; einmal länger, einmal ganz kurz fürs Smartphone (wo der Bighead die kräftigere Alternative zum Telefonverstärker sein kann). Das vierte Kabel adaptiert den Micro-USB auf Normalformat; der USB-Anschluss am HA-1 übernimmt mehrere Funktionen. Die wichtigste: Im Bighead steckt ein A/D-Wandler, sodass man ihn als digitale DI-Box zum direkten Einspielen in gängige Recording-Software nutzen kann. Ebenso geht die Übertragung in die andere Richtung für Abhörzwecke.

HA-2

Die neue Pro-Version hat zweifellos das elegantere Gehäuse, was besseren Zugriff auf die konzentrischen Reglerpaare ergibt, die nun außen sitzen und größere griffigere Knöpfe haben. Auch die Miniklinke für den Kopfhörer stört nicht beim Hinpacken, weil sie mit ausreichend Abstand zu beiden Reglern in der Mitte sitzt. Und ein Quartett rutschfester Gummifüßchen hat man der professionellen Ausführung auch direkt aufgeklebt, die nun tatsächlich nicht mehr so leicht vom Tisch rutscht wie das Normalmodell (wo sich freilich selbstklebende Rutschhemmer im Beipack finden).

Mittig der Mini-Klinke-Anschluss für Kopfhörer (Bild: Petia Chtarkova)

In den Grundfunktionen genauso durchdacht aufgebaut wie der Vorgänger, hat der Pro noch eine zusätzlichen Line Out; mit großer Klinke bietet er sich ohne Spezialadapter zum Anschluss an den Instrumenten-Amp an. Eine beidseitig mit Stereo-Miniklinken bestückte 24-cm-Leitung und das USB-Kabel für digitale Anwendungen liegen bei.

Ungemein praktisch ist bei HA-1 und HA-2, dass leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus für mehrere Stunden die Stromversorgung übernehmen, das Aufladen geschieht über den USB-Anschluss am Rechner oder mit einem Handy-Ladeadapter. Der normale Bighead zeigt den Unterschied zwischen Lade- und Verbrauchsbetrieb mit drei unterschiedlichen LEDs an, die neu gestylte, elegantere Pro-Version begnügt sich mit einer Betriebsanzeige vorne, die Ladeleuchte sitzt jetzt hinten direkt über dem Mico-USB.

WAS HEIßT PRO

Für einen kleinen Kopfhörerverstärker bietet der HA-1 bereits vielfachen Mehrwert, allein schon in seiner Funktion als Wandler für digitale Aufnahmesysteme. Auch die Güte der Übertragung überzeugt beim Bighead, und was die Klangschöpfung angeht, insbesondere der drückende Bass im Anhebungsbereich. Beim Höhenregler hat der feiner ausgelegte HA-2 allerdings eindeutig die Nase vorn, mit kontinuierlicherem Einstellverlauf am Treble-Regler und insgesamt luftigerem Klangbild. Auch die Bässe scheinen hier bei kräftigeren Anhebungen tiefer gestimmt, was gewichtige Argumente für die neue Version sind. Tatsächlich liefert der normale Bighead sehr gute, die Pro-Version hingegen exzellente Detaildarstellung. Das gilt auch für die digitale Recording-Anwendung, wo der Pegel am Master variiert werden kann. Verständlicher wäre es freilich, über den Instrument-Gain den Bass auszusteuern, was aber am USB ohne Wirkung bleibt – doch man hat schließlich auch einen Pegelsteller am Instrument, wenn es zu heftig wird.

Im USB-Anschluss der Recording-Module steckt gehöriger Mehrwert. (Bild: Petia Chtarkova)

RESÜMEE

In ihrer Funktion als Kopfhörerverstärker sind beide Bigheads nicht dafür ausgelegt, jemandem das Hirn wegzublasen und verwenden ihre Ressourcen besser für den sauberen Basston mit Tiefgang. Dabei liefert der Pro mit dreihundert Milliwatt nun ein Drittel mehr als sein Vorgänger, in betont sauberer Qualität. Gut, wenn man einen lauten Kopfhörer besitzt, beide Geräte sind für niederohmige Typen vorgesehen.

PLUS

  • Übertragungsgüte
  • Wirkung Klangregler (HA-2)
  • Anwendungsmöglichkeiten
  • Akku-Betrieb
  • Verarbeitung

MINUS

  • Instrument Gain wirkt nicht auf USB-Ausgang

(erschienen in Gitarre & Bass 02/2020)

Produkt: Gitarre & Bass 12/2019
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