Produkt: Eric Clapton im großen Special
Eric Clapton im großen Special
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Blei in der Luft

Test: Phil Jones Bass Compact 8

(Bild: Dieter Stork)

Dafür, dass hier acht Basslautsprecher ihr Werk verrichten, könnte die Compact 8 nicht kompakter gebaut sein. Dass es sich bei dem Winzling dennoch um ein echtes Kraftpaket handelt, merkt man allerdings am Gewicht.

Erstaunliche 25 Kilogramm sind am ausziehbaren Koffergriff zu handlen, immerhin ist man damit auf zwei Rollen unterwegs. Klar, dass acht leistungsfähige Lautsprecher ein gewisses Gewicht auf die Waage bringen, doch auch der ganze Rest ist bemerkenswert.

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Das Bewegen der 25-Kilo-Box wird durch Rollen komfortabler. (Bild: Dieter Stork)

Viel von allem

Was hier als Leichtbauweise gilt, ist beim Bassreflexgehäuse der Compact 8 tatsächlich mit nur 12 mm Wandstärke realisiert – allerdings nicht mit luftig-weichem 5-Schichten-Sperrholz, sondern aus feinlagigem, zähem Multiplex bester Güte. Und das auch noch intern durch ein vertikales Stehbrett zwischen den Speakern versteift, eine weitere innere Versteifungswand wird durch die Begrenzung der Bassreflex-Ports gestellt.

Zusätzlich ist die Ausstattung des innen mit Polyesterwatte bedämpften Kompaktkastens weit überdurchschnittlich: Fette Gummifüße unten geben rutschfesten Stand, vier weitere Gummifüße sitzen auf der Seitenwand, um die Box auch liegend betreiben zu können. Auf der Rückseite findet sich die stabile Mechanik des ausziehbaren Trolley-Griffs, zwei robuste Rollen sind in die untere Gehäusekante eingelassen. Damit man beim Kippen nicht den Tolex-Bezug durch seine Schuhspitze beschmutzt, ist an geeigneter Stelle eine metallene Trittplatte aufgeschraubt, zusätzlich sind sogar noch rückwärtig Gleitkufen vorhanden. Da macht die sonst übliche Ausstattung mit Stahl-Frontgitter, Metallecken und einem Schalengriff auf der Oberseite sogar nur den kleineren Ausstattungsteil aus! Und eine Schutzhülle ist auch noch dabei.

Die Ferritmagnete haben den gleichen Durchmesser wie die Lautsprechermembran. (Bild: Dieter Stork)

Bei den eigentlichen Leistungsträgern der mit 800 Watt belastbaren 8-Ohm-Box handelt es sich um leistungsfähige Fünfzöller, deren schwerer Ferritmagnet genauso groß wie die Membran ist. Verdrahtet sind die Piranhas mit fetter Kupferlitze, zwei Speakon-Anschlüsse sitzen im Anschlussfeld.

Schwarmleistung

Solange der Trolley-Griff erhaben auf der Rückseite sitzt, machen freilich die zusätzlichen Gleitkufen wenig Sinn – liegt vielleicht deshalb ein passender Inbusschlüssel bei, um sie zu demontieren? Auf die dickeren Inbusköpfe der Griffverschraubung passt er nicht, ist allerdings praktisch zum Nachziehen fast aller anderen Schrauben an der ungemein solide gebauten Compact 8.

Was der Schwarm von acht Piranhas leistet, kann man in der ausgewogenen Klanggüte nur begeisternd nennen. Zwar ist die PJB-Box im Wirkungsgrad nicht die lauteste, aber Verstärkerleistung bekommt man heutzutage ja günstig im Übermaß geboten – und die C8 kann ein ordentliches Pfund verarbeiten, ohne die Fassung zu verlieren. Hier fehlt es an nichts, die kleinen Speaker reagieren flink und impulsfrisch, erzeugen dabei zusammen einen enorm tragfähigen, dichten Basston. Aufgrund der Alukalotten ist auch präsente Höhenwiedergabe gesichert, sodass man ein zusätzliches Hochtonhorn auch für besonders brillante Sounds nicht vermissen wird. Für beste Hörbarkeit feiner Details ist ein wenig Abstand zur niedrigen Box vorteilhaft.

Die Piranhas sind nicht nur stark und schnell im Bass, sondern liefern durch die Alukalotte auch präsente Höhen. (Bild: Dieter Stork)

Resümee

Der Highend-Anspruch ist hier kein hohler Werbe-Slogan, sondern wird tatsächlich durch die ungemein solide Bauweise und die weit überdurchschnittliche Ausstattung der Compact 8 untermauert. Und was die acht potenten Piranha-Fünfzöller als Schwarmleistung abliefern, ist ein begeisternd fetter, dichter und zugleich bemerkenswert impulsfrischer Cleansound, der freilich auch entsprechende Verstärkerleistung fordert.

PLUS

  • Wiedergabeverhalten, impulsgetreue Druckentfaltung
  • solide Bauweise
  • weit überdurchschnittliche Ausstattung
  • Verarbeitung

MINUS

  • erhöhter Leistungsbedarf

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2019)

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