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Test: Music Man StingRay Special HH

Music Man StingRay Special HH
(Bild: Dieter Stork)

Music Man stand von Anfang an für Erneuerung, den StingRay kann man schließlich als erstes aktiv ausgestattetes Serienmodell bezeichnen. Dass daraus ein großer Klassiker wurde, sollte nicht die weitere Entwicklung hemmen, die aktuelle Evolutionsstufe repräsentieren jetzt die Special-Modelle.

Obwohl zunächst vieles altvertraut wirkt, bietet der Special etliche Neuerungen. Die gehen weit über die sichtbaren Details hinaus und stecken nicht nur in der Ausstattung, sondern ebenso in der Holzkonstruktion, berühren das Spielgefühl wie auch die Sounds. Rundum wurde im Sinne zeitgemäßer Verbesserungen Hand angelegt, wobei das Kunststück zu bewältigen war, dabei nicht die starke Identität dieses Klassikers zu beeinträchtigen, aber wirksam zu erweitern.

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2018

Mitunter geht es in kleinen Schritten voran; der Special besitzt statt einundzwanzig nun zweiundzwanzig harte, hochglanzpolierte Stahlbünde. Ein zeitgemäßer Hals/Korpus-Übergang mit gerundeten und abgeschrägten Kanten an der Fünfpunkt-Verschraubung gehört dazu. Entscheidender ist die Basis: Der Ahorn der Halskonstruktion ist mit thermischer Behandlung dunkel gebacken, beim Testbass ein schwarzes Griffbrett aus Ebenholz aufgeleimt. Man darf auf die klanglichen Eigenheiten gespannt sein.

Music Man StingRay Special HH
Ein harter Stahlbund ist beim Special hinzugekommen. (Bild: Dieter Stork)

Was den Korpus angeht, ist weiter Sumpfesche angesagt, mit komfortabler gerundeten Kanten und dem Versprechen des leichtesten StingRays aller Zeiten – nun ja, dieser Viersaiter wiegt exakt 4,1 Kilogramm; solide ohne Adipositas, aber auch kein neuer Schlankheitsrekord. Mit hochglänzendem Finish ist der Charcoal-Sparkle-Lack des Bodies versehen, auch die Kopfplatte ist hochglänzend lackiert, während die Spielzone des Halses griffiges Matt bietet. Das Ding hat man gerne in den Händen.

Die neuen halboffenen Aluminium-Tuner sparen mehr als 200 Gramm ein, das erfüllt die Entlastung mehr als nötig beim gelinde verlängerten Schraubhals und kommt der Balance zugute. Der ebenfalls schwarze MM-Steg gibt sich schlicht und verzichtet auf Führungsnuten oder seitliche Einhegung der vier Saitenreiter; zugleich wird auch auf etwas Gewicht verzichtet, denn auch hier kommt Alu zum Einsatz. Die konventionellen Gurthalter mit den mittelgroßen Köpfen besitzen eine scharfe Innenkante, um das Tragband festzuhalten.

Music Man StingRay Special HH
Die neuen Aluminium-Tuner sparen mehr als 200 Gramm ein. (Bild: Dieter Stork)

Neodym statt Alnico: Bewährt haben sich die stärkeren Magnetwerkstoffe bereits bei innovativen Designs wie dem Music Man Bongo, jetzt kommen sie auch beim Special zum Einsatz. Der Testbass ist mit zwei Humbuckern ausgestattet, ein Fünfstufenschalter gibt Einzel-Sounds und Mixturen heraus, wobei nicht nur die kompletten Humbucker, sondern auch einzelne Spulen davon kombiniert werden.

Überarbeitet wurde der aktive Dreiband-EQ nicht nur rein technisch, sondern auch im gezielten Zugriff auf die Frequenzbereiche. Wobei die auf 18 Volt angehobene Speisespannung zudem ein Plus an Dynamik und Headroom ergibt. Zwei Batteriefächer mit werkzeuglos zu öffnenden Klappdeckeln erleichtern das Tanken; bei einer Stromaufnahme von 0,4 mA wird der Batteriesatz erst nach mehr als 1000 Spielstunden erneuert werden müssen.

Music Man StingRay Special HH
Mehr Dynamik durch 18-Volt-Speisung. (Bild: Dieter Stork)

HyperRay

Ursprünglich wurde die Thermobehandlung eingeführt, um Hölzer für den Außenbereich widerstandsfähiger zu machen. Tatsächlich ändert sich durch das Erhitzen unter Sauerstoffabschluss die innere Struktur des Holzes, schon öfter sind solche Thermohölzer durch hervorragende Klangeigenschaften aufgefallen. Genauso auch beim Special-Testbass, der vom ersten Ton an mit auffällig üppiger Sustain-Entwicklung punktet, ungemein direkt und präzise anspricht und ein strahlendes Obertonspektrum liefert. Und bislang steckt noch nicht einmal ein Klinkenstecker in der Buchse.

Zum klassischen StingRay-Sound gehört es einfach dazu, Bässe und Höhen aufzudrehen – der Special mit den Neodym-Humbuckern liefert den schmatzend brillanten und zugleich stramm drückenden Charakterklang allerdings schon in der Neutralstellung der Klangregler, was die möglichen Einstellvarianten kraftvoll erweitert! Wo der einzeln angewählte Humbucker in der Stegposition überzeugend viel vom alten Klassiker bringt, nimmt er in der nächsten Stellung des Fünfwegschalters jeweils die stegnähere Spule von Steg- und Hals-Pickup, was dem transparenten Druck-Sound nochmals fundamentale Tiefe hinzufügt – leider geht dabei jedoch die Humbucking-Eigenschaft verloren, man muss mit der Singlecoil-typischen Empfindlichkeit gegen Brummeinstreuungen rechnen, obwohl hier doch zwei Spulen zum Einsatz kommen.

Wieder still arbeitet die mittlere Einstellung des Wahlschalters, wo beide Humbucker mit voller Spulenzahl kombiniert werden, was einen betont aufgeräumten, trockenen Pfundston mit konkreter Tragkraft ergibt. Die vierte Schalterstellung bietet wieder offensivere Mitten, allerdings mit kehlig-sattem Timbre, weil hier jeweils die halsnäheren Spulen der beiden Pickups zusammengeschaltet werden. Den röhrigsten Klang liefert schließlich die letzte Einstellung, wo dem Hals-Humbucker noch die halsnähere Spule des Steg-Pickups hinzugefügt wird. Tolle Sound-Auswahl mit fünf wirksam verschiedenen Timbres, da nimmt man auch die Brumm-Empfindlichkeit in der zweiten und vierten Schalterstellung in Kauf!

Und für Abwechslung sorgt hier nicht nur der Pickup-Wahlschalter, auch die modernisierte Dreiband-Klangregelung zeigt sich für gezielte Variationen gut aufgestellt. Anders als früher, wo die MusicMan-Schaltung eher breitbandig überlappend zugriff und auf eigenen Sound setzte, scheinen jetzt die Einstellbereiche weit auseinandergezogen, was gegenseitige Beeinflussung auch bei extremen Einstellungen vermeidet. Die lispelnden Brillanzschmatzer, knurrender Mittengroll und tief unterlegtes Bassfundament lassen sich somit sehr differenziert einstellen, auch extreme Dosierungen geraten verblüffend praxisgerecht.

Music Man StingRay Special HH
(Bild: Dieter Stork)

resümee

Irgendwie kommt einem der Player altbekannt vor, und genau so sollte es ja auch bei einem StingRay sein. Trotzdem ist beim Special auch vieles anders, er greift unüberhörbar präziser und differenzierter auf eine erweiterte Sound-Palette zu und gibt sich insgesamt gehypt, schon in der Grundeinstellung bekommt man mehr Brillanz, mehr lauernden Growl und dynamische Druckbässe geboten! Zweifellos ist Music Man mit der neuen Evolutionsstufe des großen Klassikers ein großer Wurf gelungen, der die alten Stärken mit neuem Leben erfüllt, der Special setzt mit seiner hochdynamischen Differenziertheit mal wieder neue Maßstäbe!

Music Man StingRay Special HH

Music Man StingRay Special HH

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(erschienen in Gitarre 09/2018)

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