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Alles klar im Fundament

Test: Markbass S.T.U. Amp 1000 & Classic 152SH

Markbass S.T.U. Amp 1000 & Classic 152SH

Auch wer mit brillantem Zupfen oder dem Daumen auf dem Bass unterwegs ist, braucht ein solides Fundament. Für die Variabilität von Stu Hamms Ton hat Markbass ihm ein Signature-Top gebaut, tiefe Unterfütterung verspricht die große SH-Box mit zwei Fünfzehnzöllern.

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Für einen so akzentuiert transparenten Bassklang wie von Stu Hamm würde man eigentlich eher kleine, flinke Speaker-Membranen vermuten – aber vielleicht ist die Classic-Box am Ende doch für eine Überraschung gut. Schließlich wird sie nicht umsonst die Initialen des Klarton-Bassisten tragen. Der Signature-Amp ist jedenfalls schon auf den ersten Blick interessant.

S.T.U. Amp 1000

Zunächst punktet das Bedienfeld mit besonderer Übersichtlichkeit, die trotz gehöriger Klangvariabilität nicht vom Spielen ablenkt. Drei Riesenknöpfe sind zum Einstellen der relevanten Pegel verantwortlich, dazwischen ein siebenbandiger Graphic EQ mit beleuchteten Reglern, die sich auch im Bühnendunkel sicher bedienen lassen. Zwei der großen Drehknöpfe sind für die Gain-Aussteuerung vorhanden, die zweifache Ausstattung ist deshalb vorhanden, weil der S.T.U. sowohl eine Transistor- als auch eine Röhren-Vorstufe besitzt, die nicht nur einzeln, sondern auch in allen Mischungsverhältnissen gefahren werden können. Beim dritten Großknopf handelt es sich um den Master, und mit den getrennten Klinkeneingängen für aktive und passive Bässe sowie dem Netzschalter wäre damit bereits die Frontausstattung komplett.

Markbass S.T.U. Amp 1000 (Bild: Dieter Stork)

Auf der Rückseite geht es ähnlich aufgeräumt zu, hier finden sich neben dem Ausgang fürs Stimmgerät die Klinken des seriellen Effekt-Einschleifwegs und ein symmetrischer XLR-Ausgang, dessen Signalabgriff sich vor oder hinter den EQ legen lässt. Auch in der Pre-EQ-Einstellung bleiben dabei die eingestellten Mischungen von Röhren- und Transistor-Eingangsstufe klangprägend erhalten, sowohl im Pre- wie auch im Post-EQ-Modus ist der symmetrische Ausgangspegel unabhängig von der Master-Einstellung. Für die Lautsprecher stehen zwei Speakon-Buchsen bereit.

Markbass Classic 152SH Übersicht
Eingeschleifte Effekte sind in der Pre- wie in der Post-EQ-Einstellung im symmetrischen Ausgangssignal präsent. (Bild: Dieter Stork)

Mit einem Kilowatt Ausgangsleistung sollte das S.T.U.-Basstop in der Lage sein, auch dicke Pötte fest im Griff zu haben. Dabei betont der Hersteller, dass das verantwortliche Class-D-Aggregat dafür nicht von der Stange ist und speziell für den Bass-Einsatz entwickelt wurde.

Markbass S.T.U. Amp 1000 Übersicht

Classic 152SH

Zwei Fünfzehner – das war in alten Hochzeiten der Rockmusik das Potenzmittel für den Bassisten. Allerdings ist dieses Format zum einen wegen der Unhandlichkeit, zum anderen aber auch wegen der tendenziell mulmigen Wiedergabe bei Spitzenpegeln aus der Mode gekommen.

Markbass Classic 152SH(Bild: Dieter Stork)

Dass bei der Classic-Box für Stu Hamm einiges anders ist, merkt man schon daran, dass man diese moderne Bassreflexbox notfalls auch alleine heben kann: Durch die Verwendung extra leichten Sperrholzes und zeitgemäß gewichtsreduzierter Neodym-Lautsprecher kommt die 152SH gerade einmal auf 26,5 kg Gesamtgewicht! Und das, obwohl hier Wandstärken von gut 18 mm vorliegen, intern zusätzlich versteift durch Stehbretter auf den Seitenwänden und einer stützenden Verbindung von Front- und Rückwand. Der Bassreflex-Port liegt unten auf der Rückseite, innen werden stehende Wellen durch eine leichte Dämpfung aus Polyesterwatte vermindert.

„Classic“ ist hier trotz moderner Leichtgewichts-Bauweise das Aussehen mit grobnarbigem Kunstleder-Bezug, eingelassenen Kedern und aufgeklettetem Frontrahmen, der mit Nylon-Bespannstoff bezogen ist. Ein nettes Detail sind die aufgenagelten Eckenschoner aus Leder, komfortabel die seitlich in ausbalancierter Position eingelassenen Metallgriffschalen. Für sicheren Stand sorgen große Gummifüße.

Markbass Classic 152SH
Ein stilvolles Detail sind die Eckenschoner aus Leder. (Bild: Dieter Stork)

Mit 4 Ohm Impedanz ist die 152SH in der Lage, die meisten Endstufen voll auszulasten, dabei beträgt die Belastbarkeit 800 Watt. Bei den Neodym-Lautsprechern sorgt das extrem starke Magnetmaterial für eine spürbare Gewichtsersparnis gegenüber konventionellen Magneten, die Markbass-Fünfzehner besitzen die markentypisch gelbe Membran und Pressblech-Chassis. Für wirksame Erweiterung der Wiedergabe bis in höchste Frequenzlagen sorgt ein 1″-Hochtontreiber, der mittels des seitlich angebrachten L-Reglers stufenlos im Pegel abgedämpft werden kann. Zwei Speakon/Klinke-Kombibuchsen sitzen im rückwärtigen Anschlussfeld.

Markbass Classic 152SH Übersicht

Bandbreite

Der Lüfter im Amp läuft zwar permanent, aber so leise und unaufdringlich, dass er auch in stiller Umgebung nicht stört. Klanglich zeichnet sich die Stu-Hamm-Anlage tatsächlich durch eine schlanke, transparente Art aus, die tief hinabreichenden Bässe der beiden Fünfzehnzöller zu präsentieren. Die kräftigen Neodym-Magnete wahren hier offenbar auch dann die Kontrolle, wenn es laut zugeht, von Matschen keine Spur. Auch bei mächtiger Bassanhebung geht die 2×15 nicht in die Knie, sondern agiert kraftvoll und sauber. Mit klarer Präsenz überzeugt die große Box auch obenherum, bis in spritzige Highlights, mit denen sich der Hornhochtöner den beiden 15″-Bässen als ebenbürtig erweist. Nur eine Nase im unteren Mittenbereich spielt sich bei der Classic-Box zu stark in den Vordergrund, was sich aber wirkungsvoll durch eine Absenkung des 250-Hz-Reglers am Amp zurückdrängen lässt. Mit wahrnehmbaren Charakter-Unterschieden warten die verschiedenen Vorstufen auf, wobei der Röhrenanteil die üblichen Erwartungen mit einer betont runden, warmen und fülligen Art bedient.

Markbass Classic 152SH
Der Pegel des Hochtonhorns kann stufenlos abgedämpft werden. (Bild: Dieter Stork)

Der Transistor-Gain präsentiert den Basston klar und konturenscharf, und wo bei der Röhre der Mitten-Druckpunkt beim Growl angesiedelt ist, kommt der Transistor kerniger rüber. Zusammen mit den wirkungsstark eingreifenden Reglern des Graphic EQ ergibt sich eine große Bandbreite an stimmigen Sounds, ohne dass die Sache unübersichtlich wird.

Übersteuerungen werden durch eine blaue Clip-LED angezeigt, und darauf sollte man auch achten, wenn es nicht abrupt ins Kratzige gehen soll – gegebenenfalls hilft es auch bei zu pegelstarken Passiv-Bässen, den Active Input zu benutzen. Praktisch ist, dass der Einschleifpunkt für externe Effekte vor dem EQ liegt, sie sind im symmetrischen Line Out immer zu hören, selbst wenn der Abgriff auf Pre EQ eingestellt ist, so wie es auch für die Klangeinflüsse von Tube- und Solid State Gain gilt.

Resümee

Die Signature-Kombination für Stu Hamm geht mit großen Speakern tief runter, verliert dabei aber selbst bei hohen Pegeln nicht die Kontrolle über den sauberen Bass. Schön tight werden auch Präsenzen und Highlights dargestellt, nur in den tiefen Mitten leisten sich die Neodym-Tieftöner eine vorlaute Nase, die sich aber am Amp-EQ leicht ausbügeln lässt. Der S.T.U. 1000 punktet mit seinen mischbaren Gain-Reglern für Röhren- und Transistor-Sound und einer wirkungsstark zupackenden Siebenband-Klangregelung, wobei auch noch die Übersichtlichkeit verblüfft. Starker Stoff für klare, saubere Kante!

Plus

  • Leistungsstärke
  • klare Bass-Wiedergabe, tighte Höhen
  • Röhren- und Transistor- Charakter mischbar (Amp)
  • 7-Band-Klangregelung (Amp)
  • Übersichtlichkeit (Amp)
  • günstiges Gewicht

Minus

  • vorlaute Tiefmitten (Box)

(erschienen in Gitarre & Bass 09/2019)

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