Produkt: Jack Bruce 1943 – 2014
Jack Bruce 1943 – 2014
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Test: Magnus Guitars AkuBass 2216 Shortscale

(Bild: Dieter Stork)

Aus einem einigermaßen handlichen Akustikbass tiefes Volumen herauszuholen, ist eine Kunst. Mit verkürzter Mensur, noch mehr. Und das mit konventionellen Stahlsaiten. Magnus‘ AkuBass Shortscale ist ein kleines Wunder.

Und das auch schon beim Preis. 1500 Euro für ein handgebautes Instrument in Massivbauweise, vom Meister aus Deutschland? Ja, das gibt’s. Dabei muss man in seinen Ansprüchen gar nicht bescheiden sein.

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In perfekter Ausgewogenheit übertragen die Piezoelemente alle Saiten. (Bild: Dieter Stork)

Ausgesuchte Qualität

Die Decke als zentrales Schwingelement ist aus zwei Teilen fein gewachsenem Fichtenholz zusammengesetzt, kein Sperrholz, sondern ausgesuchte Massivqualität. Auch bei den Zargenstücken und dem zweiteiligen, mit gespiegelter Maserung verleimten Boden kommt Massivholz zum Einsatz, und zwar ostindischer Palisander. Zur Stabilisierung ist die Decke kreuzverbalkt, der Boden besitzt drei Querversteifungen und ist zudem leicht gewölbt.

Zum maßvollen Preis trägt der mit einfachem deutschem Halsfuß angeleimte Hals bei, einstreifig aus Mahagoni gebaut. Mit einer kurzen Mensur von 772 mm ist der Testbass als Fretless gebaut und mit einem harten Ebenholzgriffbrett versehen. Um die Intonation zu erleichtern, finden sich in der Griffbrettflanke außer den normalen Punktmarkierungen helle Fretlines für jede Lage, der eingelassene Sattel besteht aus Knochen. Die gesamte Holzkonstruktion macht einen betont akkurat verarbeiteten und hochwertigen Eindruck und ist mit seidenmattem Lack offenporig versiegelt.

An der Funktionalität darf nicht gespart werden, und so sitzen in der abgewinkelten Kopfplatte präzise arbeitende Hipshot-Tuner aus den USA. Wie das Griffbrett, ist der aufgeleimte Steg aus hartem Ebenholz gearbeitet, in der eingesetzten Saitenauflage sitzen vier separate Piezo-Körperschallabnehmer von Graph Tech.

Um die Kosten geerdet zu halten, wurde auf einen aktiven Preamp verzichtet, die Piezos sind direkt an die Endpin-Klinkenbuchse angeschlossen. Und um den akustischen Fretless auch ohne Weiteres am Gurt spielen zu können, wurde in den Halsfuß ein Sicherheits-Gurthalter von Dunlop versenkt.

Die Zargentiefe des Palisander-Bodys beträgt an der dicksten Stelle 118 mm. (Bild: Dieter Stork)

Detailfein auf den Punkt

Mit normalen Shortscale-Roundwounds für E-Bass bespannt, ist der handliche AkuBass zwar akustisch nicht der lauteste, aber seine sensible Schwingkonstruktion verblüfft mit unerwarteter Breitbandigkeit. Vom höchsten bis zum tiefsten Ton ist hier alles perfekt in der Balance, insbesondere die sonst bei Akustikbässen mitunter kritische E-Saite präsentiert sich hier kerngesund und ohne den geringsten Pegelabfall gegenüber den anderen. Und das ist gerade in Anbetracht der kurzen Mensur eine Glanzleistung!

Die Fichtendecke artikuliert die charaktervollen Fretless-Mitten betont deutlich und differenziert, auch der Palisander-Anteil im Resonanzkorpus sorgt für klare, transparente Darstellung in jeder Tonlage.

Rein theoretisch benötigen die passiven Piezo-Tonabnehmer einen besonders hochohmigen Verstärkereingang, um alle Feinheiten optimal zur Geltung zu bringen. Aber auch schon am normalen Bass-Amp liefert der AkuBass überzeugende Ergebnisse, etwaige Höhendämpfung ist nicht festzustellen. Vielmehr fällt hier gerade die filigrane Zeichnung aller Details auf, vom straffen, aber durchaus kraftvollen Bass über nuancenreiche Mitten bis hin zu den klaren, offenen Höhen. Natürlich will man bei einem Akustikbass auch möglichst viel von der Akustik im Elektroklang hören, und genau hier liegt eine große Stärke des sensiblen Shortscales, der viel Resonanz und Räumlichkeit auch über den Amp transportiert.

Der AkuBass spielt sich leicht wie ein E-Bass und hat hilfreiche Fretlines in der Griffbrettflanke. (Bild: Dieter Stork)

Resümee

Natürlich gibt es noch billigere Akustikbässe, vor allem aus Fernost. Aber die sind dann nicht so filigran aus massiven Hölzern gebaut und in der Klangqualität weniger charaktervoll. Beim AkuBass von Magnus Guitars bekommt man hingegen meisterliche Handarbeit und sichtbar erstklassige Tonhölzer geboten, entsprechend eindrucksvoll sind daher die akustischen und elektrischen Klangergebnisse, die zudem mit perfekter Ausgewogenheit begeistern.

PLUS

  • Klangverhalten, Differenziertheit
  • Gleichmäßigkeit über alle Saiten
  • leichte Spielbarkeit
  • Hölzer, Verarbeitung
  • Qualität der Ausstattung

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2019)

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