Produkt: Gitarre & Bass 7/2019 Digital
Gitarre & Bass 7/2019 Digital
INTERVIEWS: Generation Axe – Vai, Bettencourt, Abasi +++ Phil X, Baroness, Lynyrd Skynyrd, Philipp van Endert, Scott Henderson, Aynsley Lister, DeWolff, Carl Carlton +++ TEST: Gibson Les Paul Tribute & Standard 50s, Fulltone Full-Drive 1, 2 & 3, Fame Baphomet II 4 & 5 Black Limba, Orange Pedal Baby 100, G&L Tribute JB
High-End-Booster

Test: Lehle Sunday Driver II & Sunday Driver SW II

Lehle Sunday Driver II(Bild: Petia Chtarkova)

Studiotaugliche Linearverstärkung oder hochpolierter Sonntagsfahrer-Stil, die Lehle-Pedale geben sich insgesamt voll durchgestylt. Technisch, klanglich und optisch.

Um aus dem klassischen Gitarren-Amp eingangsseitig mehr herauszukitzeln, ist ein vorgeschalteter Booster das naheliegende Mittel. Dabei sind allerdings hohe Anforderungen an Dynamik und Nebengeräuscharmut zu stellen, weil ja alles, was der Booster herausgibt, gnadenlos vom Amp hochverstärkt wird.

Anzeige

SUNDAY DRIVER II

Bis zu 18 dB Signalverstärkung sind am Sunday Driver II stufenlos einstellbar, das entspricht einer Verachtfachung des Instrumentenpegels! Mit seiner J-Fet-Eingangsstufe im Class-A-Betrieb bietet der Sunday Driver extrem saubere Studioqualität, durch die hohe interne Betriebsspannung von 30 Volt wird eine Dynamik von 130 dB erreicht. Angenehm ist, dass dafür keine spezielle Speisung notwendig ist, an die Netzteilbuchse kann jedes beliebige Steckernetzteil zwischen 9 und 15 Volt angeschlossen werden, der Rest wird im Inneren erledigt.

Der Sunday Driver hat seinen Namen daher, dass neben dem sauberen, linearen Boost noch eine zweite „Sonntags“-Einstellung abgerufen werden kann, die zum einen bei maßvollen Boost-Einstellungen durch die fünffach höhere Eingangsimpedanz feinste Klangnuancierungen des Instruments wahrnehmbar macht, aber vor allem in den höchsten Settings unangenehme Schärfe wieder kompensiert, damit der saftig überfahrene Röhrenverstärker nicht durch übermäßige Brillanzen zu fies reagiert. Per Druck auf den S/D-Schalter wird vom Sunday Driver auf den linearen Drive umgeschaltet.

Im kleinen Stahlkistchen steckt allerdings noch mehr als ein highendiger Pegelverstärker, denn am zweiten Schalter lässt sich der Klinkenausgang auf elektronische Symmetrierung umschalten, sodass der Lehle-Driver mit entsprechendem Anschlusskabel (Stereoklinke) auch als universelle DI-Box auf der Bühne und im Studio verwendet werden kann. Und sofern der angeschlossene Mixer über Phantomspeisung verfügt, braucht das durchdachte Pedal dann noch nicht einmal mehr ein Netzgerät.

Lehle Sunday Driver II
Die Stirnseiten mit den Anschlüssen (Bild: Petia Chtarkova)

SUNDAY DRIVER SW II

Der Sunday Driver SW II unterscheidet sich von der Normalversion zunächst durch den zusätzlichen Fußschalter, der in aufwendiger Lehle-Manier von der mechanischen Unzerstörbarkeit bis zur Mikrocontroller-Steuerung eines hochwertigen Relais mit aktiver Knackgeräusch-Unterdrückung den eingestellten Boost abrufbar macht.

Lehle Sunday Driver II
verschleiß- und knackfreier Lehle-Taster (Bild: Petia Chtarkova)

Eine große LED-Anzeige leuchtet blau im Boost-Modus, weiß in der Bypass-Einstellung. Je nachdem, ob der SW-Driver zum Ankitzeln eines Zerrpedals/Amps oder zur Stabilisierung des Instrumentensignals auf langen Kabelwegen verwendet wird, stehen zwei Bypass-Modi zur Wahl:

TB steht für True Bypass, sodass das Instrumentensignal unverändert direkt auf den Ausgang durchgeschaltet wird. TS ist die Abkürzung für True Sound, wo ein hochwertiger Impedanzwandler das Tonsignal niederohmig macht, um Klangverluste auf der Kabelstrecke zu vermeiden. Weil die Schalterversion eher als fester Bestandteil des Pedalboards konzipiert ist, entfällt hier die Verwendungsmöglichkeit als DI-Box

Lehle Sunday Driver II(Bild: Petia Chtarkova)

RESÜMEE

Im Hörtest lösen beide Geräte alle Versprechungen vollständig ein und punkten mit hochwertigster Technik, extrem sauberer Klangübertragung und praktischen Features. Das ist wirklich Highend!

PLUS

  • hohe Übertragungsgüte
  • spezielles Verhalten im Sunday-Drive-Modus
  • unproblematische Speisung
  • nutzbar als DI-Box (nur Sunday Driver II)
  • Verarbeitungsqualität, Design

Lehle Sunday Driver II

(erschienen in Gitarre & Bass 02/2020)

Produkt: Gitarre & Bass Digital 01/2018
Gitarre & Bass Digital 01/2018
Special: Duo Bands, The White Stripes, Royal Blood, The Black Keys & Co. +++ Special: Malcolm Young‘s Meilenstein: AC/DC Powerage +++ Jam Playalongs +++

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren