Produkt: 30 Jahre Gitarre & Bass – Mark Knopfler
30 Jahre Gitarre & Bass – Mark Knopfler
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Aus dem neuen Heft

Test: Le Fay Singer 5

Le Fay Singer 5(Bild: Dieter Stork)

Was Le Fay als Grundversion des Premium-Modells Singer anbietet, ist durchweg Highend. Natürlich kostet der Fivestring viereckiges Geld, doch das ist spitzenmäßig angelegt.

Hier wird nicht mit besonders exotischen Hölzern geprotzt – aber auf die Spitzenqualität der Zutaten Ahorn, Mahagoni und Palisander geachtet. Und die noch beachtlicheren Qualitäten stecken in der Konstruktion, die mit pfiffiger Durchdachtheit aufwarten kann. Der Singer-Edelbass spielt sich nicht nur wie geschmiert, seine gediegene Sound-Auswahl bedient auch feinste Geschmäcker.

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Basis mit Finesse

Schon immer steckte in einem Le Fay viel Form, natürlich auch im anschmiegsamen Singer, der in seinem ausgewachsenen Format nicht beschwerlich, sondern durchweg entgegenkommend wirkt. Das große Korpusbrett, sowohl von vorne wie auch von hinten mit geschmeidiger Topographie versehen, ist nicht einfach Mahagoni mit etwas Ahorndecke, das Sandwich besteht zur Hälfte aus dunkelrotbraunem Sappeli, die andere Hälfte macht die kleidsam geflammte Ahornlage aus. Filigran dosierte Beize erzeugt den Farbton „Singer Gold“, wobei die Strukturdetails des wilden Ahorns zusätzlich angefeuert werden.

Le Fay Singer 5(Bild: Dieter Stork)

Der fünfstreifige Ahornhals ist präzise eingeleimt und ragt bis zum dritten Tonabnehmer in den Korpus. Unsichtbar im Inneren, sorgen einzeln angefertigte Carbon-Stäbe für zusätzliche Versteifung, die entschlossen abgewinkelte Kopfplatte ist in aufwendiger Manier an das gerade Halsstück angeschäftet und besitzt einen dicken Front-Aufleimer, der auf die Korpusdecke abgestimmt ist. Stabilität ist sichtbar gegeben und wird der Tonqualität zugute kommen.

Indischer Palisander aus CITES-zertifiziertem Bestand ist für das Singer-Griffbrett ausgewählt worden, und wie die Nummerierung 5 von 262 anzeigt, ist dieser noble Naturstoff nur begrenzt verfügbar. 24 extraschmale Edelstahl-Bundstäbchen minimieren unerwünschte Bundgeräusche und intonieren umso exakter den Ton, die Premium-Bundierung gehört beim Singer zur Grundausstattung.

Die sorgfältig verrundeten Bundkanten enden bereits sichtbar vor der mild abgerundeten Griffbrettkante, die natürlich auch keine hässlichen Bundschlitze aufweist. Aber anders als sonst wird hier nicht mit einem Binding gearbeitet, das Griffbrett bleibt ein einziges Stück.

Bei der serienmäßigen Premium-Bundierung enden die schmalen Edelstahl-Bünde vor der gerundeten Griffbrettkante. (Bild: Dieter Stork)

Eigene Standards

Auch bei der Hardware hat die Marke eigene Standards; zwar kann Le Fay die hochpräzisen Gotoh-Tuner nicht toppen, hat aber an entscheidender Stelle den eigenen Massesteg platziert. Mit zwei Klemmschrauben pro Saitenreiter, für eine möglichst innige Verbindung mit der 7,5 mm fetten Grundplatte. Damit das Wertstück sicher am Gurt hängt, sind Sicherheitsgurthalter von Gotoh montiert.

Die hauseigene Steg-Konstruktion sichert dämpfungsfreien Schwingungsverlauf. (Bild: Dieter Stork)

 

An die Sicherheit ist auch an anderer Stelle gedacht, unser Testbass ist der erste Bass mit Identifikations-Chip, auf dem die Seriennummer unlöschbar hinterlegt ist. Und zerstörungsfrei entfernen lässt sich der Chip auch nicht; ausgelesen wird er, genauso wie die verbreiteten Tieridentifikationschips, nach dem FDX-B Standard. Die elektrische Stimme eines Basses wird durch die Tonabnehmer stark geprägt, logisch, dass Le Fay auch hier zu eigenen Entwicklungen greift.

Le Fay Singer 5
Der Zugriff auf die Sounds ist in der Praxis viel einfacher, als es die üppige Ausstattung erwarten lässt. (Bild: Dieter Stork)

Drei Singlecoils sitzen im Singer, über zwei Volume-Regler abrufbar, wobei Hals-PU und das näher am Steg sitzende Paar gemischt werden können. Zur weiteren Variation lässt sich an einem Kippschalter der Mittel-Pickup ausschalten. Speziell für Le Fay hat Andreas Richter den aktiven Zweiband-Booster für Höhen und Bässe konfiguriert – die Abdämpfungen benutzt bei Aktivbässen ja sowieso fast niemand. Und wenn doch, dann steht am Singer – sowohl mit, wie auch ohne Booster – eine passive Höhenblende bereit. Per Kippschalter wird zwischen Aktiv und Passiv umgeschaltet.

Filigran und intim

Zum Batteriewechsel wird es nicht allzu oft kommen, bei nur 0,33 mA Stromaufnahme ist er rein rechnerisch alle 1500 Stunden mit eingestöpselter Klinke nötig. Trotzdem ist der eingepasste E-Fach-Deckel mit M3-Schrauben fixiert, die in eingelassene Gewindemuffen greifen. Ganz ohne spezielle Werkzeuge kommt man an das gelochte Einstellrad des Halsspannstabs heran, das unter einem von Magneten gehaltenen Holzdeckelchen liegt. Am Gurt hängt der Singer ultrastabil in günstiger Spielposition, von den 4,4 kg des Fünfsaiters spürt man aufgrund der perfekten Balance wenig in der Schulter. Und das flache, breite Halsprofil liegt so selbstverständlich in der Hand, dass man präzise jede Feinheit des kultivierten, mit auffällig langem und gleichmäßigem Sustain gesegneten Singer-Tons unter Kontrolle hat.

Damit bei der elektrischen Abtastung keine Nuance auf der Strecke bleibt, setzt Le Fay auf die offene Wiedergabecharakteristik von Singlecoils, auch wenn sie sich in direkter Nähe zu Netztrafos ein wenig Brummen einfangen können. Tatsächlich erzeugt der Singer damit einen unglaublich intimen und filigran detaillierten Elektroklang. Werden beide Volume-Regler aufgedreht, bietet der Bass allerdings auch in besonders kritischen Situationen eine brummfreie Einstellung mit dichtem, trockenem und betont tightem Bassfundament.

Interessant ist die Aufteilung in Hals-Pickup und das PU-Paar in der Mittel/Steg-Position. Durch die Paarung holt der Singer auch aus der härteren Lage einen satten, fülligen Ton mit starkem Knurranteil. Wer es aus der Stegposition lieber leichter und heller mag, kann per Kippschalter ja den in der Mitte sitzenden Tonabnehmer stummschalten.

Die Boost-Regler für Höhen und Bässe besitzen eine Mittelrastung, obwohl hier ja ausschließlich Anhebungen möglich sind. Das ergibt Sinn, denn dadurch fühlt man sich angeregt, einen kraftvollen Aktiv-Sound als Grundeinstellung zu wählen – per Kippschalter hat man ja sowieso den puren Passiv-Klang parat. Und aus diesem Grund ist es auch gut, dass die zusätzliche Höhenblende sowohl im Passiv- wie auch im Aktiv-Modus arbeitet, milde Abrundungen hat man somit stets auf die Schnelle parat.

Resümee

Es ist kein bisschen übertrieben, den Singer als Premium-Modell innerhalb des ohnehin highendigen Le-Fay-Programms zu bezeichnen. Perfektion wird geboten, wo man auch hinsieht, und das geht offenbar auch ohne extreme Holz-Exotika.

Vielmehr holt das hochsensible Instrument seinen enormen Detailreichtum aus der meisterlichen Konstruktion, wobei natürlich ausgesuchte Klanghölzer selbstverständlich sind. Diesem Spitzen-Niveau entspricht hörbar die exzellente elektrische Ausstattung, wobei Le Fay sich auf eigene Standards berufen kann. Weltspitze!

PLUS

  • Klangverhalten, intime Detailfeinheit
  • Sound-Möglichkeiten
  • Spielbarkeit, Handhabung
  • Materialien, Verarbeitung
  • Chip-Identifizierung

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2019)

 

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