Produkt: Highlights 2015
Highlights 2015
Was waren die Gitarre & Bass Equipment-Highlights im vergangenen Jahr? Unsere Redakteure haben abgestimmt!
Mezzo Mix

Test: Ibanez SRMD200

(Bild: Dieter Stork)

Die neue Mezzo-Linie in der Soundgear-Serie setzt auf leichte Spielbarkeit einer verkürzten Mensur. Nicht ganz kurz, sondern mezzo. Was ergonomisch und preislich für Bass-Einsteiger gedacht ist, braucht sich optisch nicht hinter erwachsenen Bässen zu verstecken, wie die lebendige Gestaltung dieses Mediumscale-Viersaiters zeigt.

Auffällige Metallic-Lackierungen zieren Korpus und Kopfplatte, im Angebot sind Sea Foam Pearl Green, Roadster Orange Metallic und Candy Apple Matte; wer es lieber ohne Metallflitter mag, bekommt auch Vintage White und Aqua Green.

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Doch das Aussehen ist nicht alles, vor allem steht die ordentlich ausgestattete Soundgear-Serie für Spielkomfort, und der wird bei den Mezzos noch auf die Spitze getrieben.

Solide Basis

Knackig ist hier nicht nur das Aussehen, auch der aufgeschraubte Maple Neck verspricht präsente Attacke. Im Ahorngriffbrett sitzen 22 Bundstäbchen im Medium-Format, die exakte Mensurlänge beträgt 812 mm. Während der Hals hauchdünn mattversiegelt ist und sich griffig wie blankes Holz anfühlt, liegt beim Korpus der Show-Effekt im hochglänzend polierten Metalliclack. Unter der flitternden Lackhaut befindet sich massives Pappelholz.

Die gekapselten Stimmmechaniken arbeiten feingängig und präzise, auch der verwendete Ibanez-Steg verspricht seriöse Funktionalität; seine einzeln in Höhe und Oktavreinheit justierbaren Saitenreiter sind durch Führungsnuten in der Grundplatte gegen seitliche Verschiebungen gefeit, Energieverluste werden zudem durch die fetten Saitenreiter und die massivere Grundplatte verhindert.

Klassisches Aussehen, aber gestärktes Fundament liefern die Dynamix-Tonabnehmer. (Bild: Dieter Stork)

Für die elektrische Tonabnahme ist der Mediumscale mit einer PJ-Konfiguration bestückt. Bei den Dynamix-Tonabnehmern handelt es sich um einen Singlecoil und einen brummfreien Splitcoil, bei denen die Stahlpole von unten durch Ferrit-Barren magnetisiert werden.

Stufenlose Mischung der Pickup-Signale wird durch einen Überblender gewährleistet, den Ausgangspegel hat man somit an einem einzigen Volume-Regler im Griff. Es ist sogar eine aktive Klangregelung für Höhen und Bässe an Bord, auf eine Passiv-Einstellung wurde verzichtet. Das ist aufgrund der langen Batterie-Lebensdauer von etwa 2000 Spielstunden nicht weiter problematisch, wobei es sich natürlich bei permanent aktiv betriebenen Instrumenten empfiehlt, für den Fall des Falles immer eine Ersatzbatterie mitzuführen.

Der Zugangsdeckel zum Halsspannstab lässt ich ohne Werkzeuge öffnen. (Bild: Dieter Stork)

Mühelose Größe

Besonders schlanke Hälse sind das Kennzeichen der Soundgear-Serie, hier kommen zum mühelosen Greifen noch verkürzte Bundabstände hinzu. Tatsächlich spielt sich der Mezzo-Bass betont leichtgängig, allerdings bekommt man durch die erwachsenen 19-mm-Saitenabstände am Steg auch feste Anschläge treffsicher platziert. Mit nur 3,3 kg hängt das Instrument angenehm und neutral ausbalanciert am Gurt.

Ihr Aussehen mag klassisch wirken, klanglich liefern die Dynamix-Tonabnehmer allerdings eine gestärkte Tonbasis, die dem Mediumscale solide Tragkraft im Band-Sound verleiht. Der J-Singlecoil ist schön weit vom Steg platziert, was ihm ein sattes Knurrtimbre sichert, mit drückenden Bässen hat der P-Splitcoil ohnehin kein Problem.

Eine aktive Zweiband-Klangregelung ist permanent eingeschaltet. (Bild: Dieter Stork)

Natürlich kommt hier auch der präsente Draht nicht zu kurz, zumal sich an den aktiven Klangreglern nicht nur fett drückende Fundamentbässe zusätzlich aufdrehen, sondern auch silbrige Brillanzen ausgesprochen wirkungsvoll in Szene setzen lassen. Ehrlich gesagt, der kurze SRMD200 klingt wie ein Großer, nur dass man auf seinem Griffbrett erheblich müheloser unterwegs ist.

Resümee

Zur ohnehin schon entgegenkommenden Spielbarkeit der Soundgear-Serie kommen beim Mezzo-Modell noch die kürzeren Wege auf dem Griffbrett, und so spielt sich der zierliche SRMD200 betont mühelos.

Trotzdem bekommt man wegen der erwachsenen Saitenabstände das volle Anschlagspfund auf die Saiten, und das wird von den kräftigen Dynamix-Tonabnehmern und der wirkungsvollen Aktiv Klangregelung auch saftig in starke Elektro-Sounds umgewandelt. Damit empfiehlt sich der leichtgängige Mediumscale als vollkommen praxisgerechte Alternative zum großen E-Bass.

PLUS

  • Klangverhalten, tragkräftige Sounds
  • Klangregler-Wirkung
  • leichte, mühelose Spielbarkeit
  • Ausstattung, Verarbeitung

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2019)

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