Produkt: Gibson Guitars Special
Gibson Guitars Special
Gibson Guitars: Testberichte, Stories, Workshops im Gitarre & Bass-Special
Billigflieger Plus

Test: Hartke TX300

Hartke TX300(Bild: Petia Chtarkova)

Im günstigsten Preissegment bietet Hartke nicht nur grundsolide Leistung, sondern ein Plus an Sound. Denn es sind neben wirkungsvollen Klangreglern noch weitere überaus praktische Flugbegleiter an Bord.

300 Watt sind eine rundum brauchbare Basis für den Bass in der Band, die moderne Class-D-Technologie realisiert das mit nur rund zweieinhalb Kilogramm. Das Knopffeld zur Bedienung präsentiert sich übersichtlich, dennoch sind hier einige Extras über die sonstige Grundausstattung hinaus vorhanden, um den Ton zusätzlich anfeuern oder aufräumen zu können.

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dreimal extra

Grundausstattung bedeutet: Getrennte Regler für Gain und Master, dazwischen eine aktive Dreiband-Klangregelung, 300 Watt an 4 Ohm oder 200 an 8. Allerdings finden sich noch vor dem Gain-Regler die ersten beiden Extras, nämlich Drive und Compressor. Auf gesonderte Einschaltmöglichkeiten wurde verzichtet, einfaches Aufdrehen bringt Verzerrung und Tonverdichtung ins Spiel. Der Drive wird nach Geschmack dosiert, beim subtileren Compressor hilft eine Leuchtanzeige. Ebenso bei der Gain-Einstellung, und schon kommt das dritte Extra, diesmal mit aufleuchtender Schalttaste abrufbar.

Zum allgemeinen Aufräumen im Mittenbereich bietet der Shape-Regler eine kräftige 20-dB-Abdämpfung, die stufenlos zwischen 185 und 860 Hz platziert werden kann. Ebenfalls mit Leuchttaste ist der Mute-Schalter ausgeführt, im Betrieb gelb, in Stummschaltung rot.

Gegenüber dem normalen Klinkeneingang gibt es auf der Front noch zwei Miniklinken, einmal für den Kopfhörer, einmal als Aux-Eingang zum Einspielen von Playbacks. Auf der Rückseite ergibt sich mit den Klinkenbuchsen Preamp Out und Power Amp In eine Einschleifmöglichkeit für Effekte, und zwar noch vor dem Master-Regler. Das Signal für den symmetrischen DI Out wird ebenfalls vor dem Master-Regler abgegriffen, damit etwaige Lautstärkeänderungen auf der Bühne nicht den PA- oder Aufnahmepegel beeinflussen.

Für die Lautsprecher sind zwei Ausgangsbuchsen vorhanden, Klinke und Speakon. Der Hersteller wollte es dem Nutzer einfach machen, dort die korrekten Impedanzen anzuschließen: Der Aufdruck lässt sich so interpretieren, dass jede Buchse mit 8 Ohm belegt werden darf, damit zusammen 4 Ohm herauskommen. Aber natürlich kann an eine Einzelbuchse auch eine 4-Ohm-Box angehängt werden, solange die andere leer bleibt; das übliche „min. 4 Ohm“ würde es einfacher erklären.

Hartke TX300(Bild: Petia Chtarkova)

einfache lösungen

Mit sauberer Solidität liefert der kleine Hartke seine Band-tauglichen Leistungen ab, die wirkungsstarken Klangregler arbeiten sauber diverse Klangalternativen heraus. Richtig Spaß kommt beim Aufdrehen des Drive-Reglers auf, der schön bröckelige Aggro-Verzerrungen hereinbringt. Sehr gelungen ist dabei die Einknopf-Lösung, wo insgesamt auch bei maximaler Zerre keine Lautstärkeveränderung eintritt, man also sorglos während des Spiels am Drive drehen darf.

Ähnlich hält es der Compressor, der lediglich bei Überdosierung einen leichten Pegelrückgang erwirkt, aber im eigentlichen Nutzbereich die gewünschte Tonverdichtung mit subtilem Squash liefert. Und auch das dritte Extra, das zuschaltbare und durchstimmbare Shape-Filter, funktioniert sinnreich und räumt den angewählten Mittenbereich radikal auf, was schon bei den Dröhnbässen startet und bis in nasale Frequenzen hinaufgeht.

Soweit sind alle gebotenen Leistungen des TX300 voll überzeugend. Beim elektronisch symmetrierten Direct-Ausgang war man bei Hartke allerdings so radikal, dass weder Drive, noch Compressor, EQ oder eingeschleifte Effekte auf den DI-Sound wirken.

Ehrlich gesagt, ergibt das in der Praxis keinen Sinn, wenn (eingebaute oder eingeschleifte) Effekte klangprägend benutzt werden – was will man dann mit dem Cleansound? Eindeutig nützlicher wäre es, wenn der DI Out klanglich auch die vorhandenen Einstellmöglichkeiten mit herausgeben würde.

resümee

Das günstige Basstop von Hartke überzeugt in seinen Grundleistungen und bietet überzeugende Sound-Variabilität. Dabei ist insbesondere die automatische Pegel-Kompensation der Drive-Verzerrung lobend zu erwähnen, auch der Compressor ist ähnlich einfach in der Bedienung. Dass allerdings der symmetrische Direct Out nur das cleane Eingangssignal vom Bass herausgibt, schmälert leider entscheidend seinen Nutzen, schließlich möchte man beim Gig eingestellte Verzerrung, Kompression und eingeschleifte Effekte auch im PA-Sound hören.

PLUS
• Wiedergabeleistungen
• Klangregler-Wirkung
• einfache Bedienung Drive u. Compressor
• Übersichtlichkeit
MINUS
• DI-Out nur Cleansound

Hartke TX300

(erschienen in Gitarre & Bass 12/2018)

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