Produkt: Gitarre & Bass 7/2019
Gitarre & Bass 7/2019
INTERVIEWS: Generation Axe – Vai, Bettencourt, Abasi +++ Phil X, Baroness, Lynyrd Skynyrd, Philipp van Endert, Scott Henderson, Aynsley Lister, DeWolff, Carl Carlton +++ TEST: Gibson Les Paul Tribute & Standard 50s, Fulltone Full-Drive 1, 2 & 3, Fame Baphomet II 4 & 5 Black Limba, Orange Pedal Baby 100, G&L Tribute JB
Saubere Leistung

Test: Fame Baphomet II 4 & 5 Black Limba

Fame Baphomet II(Bild: Dieter Stork)

Ergonomisch betont entgegenkommend, interessante Klanghölzer, üppige Ausstattung, doppelt aktiver Sound: Zum dreistelligen Preis baut Fame in Danzig echte Edelbässe.

Black Limba ist das Korpusmaterial der neuen Baphomet-Generation, in den USA nennt man das leichte, mahagoniartig strukturierte Holz aus Afrika übrigens Korina. Doch sind es nicht nur hölzerne Reize, die hier zählen. Man bekommt erstklassige Player geboten, mit überdurchschnittlicher Ausstattung und kraftvollem Elektro-Sound. Wir haben sowohl den Viersaiter als auch den Fivestring im Test.

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Fame Baphomet II
Die Höhenverstellung der soliden Saitenreiter geschieht nach dem Klappscharnier-Prinzip. (Bild: Dieter Stork)

anschmiegsam

Wie beim Spector-Bass ist der Body der Baphomets gewölbt, sodass er sich angenehm an den Bauch anschmiegt. Insgesamt tragen die abgerundeten Formen und das geringe Gewicht zum Komfort bei, so wiegt der Viersaiter gerade einmal 3,4 kg, der Fivestring nur 100 Gramm mehr. Sechsfach sind die Hälse in den passgenauen Korpustaschen festgeschraubt und bestehen aus drei Streifen Mahagoni und zwei schmaleren aus Ahorn.

Im Zuge des erweiterten Schutzes für Palisander und andere Tropenhölzer ist man auf Pau Ferro als Griffbrettmaterial ausgewichen, das harte Material hat sich auch schon bei viel teureren Edelbässen bewährt. Sowohl der Viersaiter wie auch der Fivestring besitzen die standardmäßige Longscale-Mensur und 24 Jumbobünde.

Gekapselte Stimmmechaniken sitzen auf der mild abgewinkelten Kopfplatte, die ein Frontfurnier passend zum Korpusholz aufweist. Beim Steg setzen die Baphomet II auf solide Masse, wobei jeder Saitenreiter separat von der Grundplatte umfasst wird. Auch die Reiter selbst setzen auf Solidität, die Höhenverstellung geschieht nach dem Prinzip eines Klappscharniers.

Was noch zum starken, breitbandigen Klangergebnis beiträgt, sind die aktiven Singlecoils mit Keramikmagneten, die, wie der aktive Zweiband-EQ, vom Warwick-Ausrüster MEC geliefert werden. Durch Herausziehen des Volume-Knopfs lässt sich die Aktivklangregelung abschalten, der Pickup-Mix geschieht stufenlos per Überblender. Höhen und Bässe sind in einem doppelstöckigen Poti zusammengefasst.

Rundum zeigen die Fame-Bässe nicht nur hochwertige Ausstattung inklusive Schaller Security Locks, sondern sind auch blitzsauber verarbeitet. Die Holzoberflächen sind durch eine Ölbehandlung imprägniert, man fühlt sich nahe am Holz, was natürlich auch Einfluss auf das Spielgefühl hat.

Fame Baphomet II
Runde, schmiegsame Formen unterstützen den Spielkomfort. (Bild: Dieter Stork)

leichtfüßler

Dabei ist zunächst nochmals das angenehme Gewicht der Longscales bemerkenswert, wobei die relativ leichten Bodies nicht die ausgewogene Balance am Gurt beeinträchtigen. Mit D-förmigem Halsprofil und relativ breitem Griffbrett (der Viersaiter ist am Sattel 42 mm breit, der Fünfsaiter 46 mm) haben die Finger viel Platz für sauberes Greifen, ohne dass die Sache anstrengend wird. Aufgrund der 20-mm-Abstände am Steg darf man beim Baphomet 4 volles Pfund auf die Drähte geben, wo das fünfsaitige Modell mit 16,5-mm-Spacing etwas mehr Feingefühl fordert und zu den mittelbreiten Fivestrings gehört. Insofern ist es trotz aller Parallelen möglich, dass 4- und 5- Saiter leicht verschiedene Spielertypen ansprechen.

Das leichte Limba-Holz hat nicht nur Einfluss darauf, wie sich die Baphomet II auf der Schulter anfühlen, auch die Tonartikulation gibt sich hier luftig und leichtfüßig. Die transparente Art mit der unmittelbaren Tonansprache verleitet auch zu schnellerer Gangart, was zusammen mit der leichten Spielbarkeit ausgezeichnet zu lebhaften Fusion-Grooves passt. Selbst lässig nebenbei gespielte Übergangstöne werden hier präzise in Szene gesetzt, die Baphomets folgen feinsten Spielvarianten auf den Punkt.

Dabei bilden die aktiven Singlecoils das gesamte Frequenzspektrum vom straffen Druckbass über knorrige Drahtmitten bis in den brillanten Klick betont sauber ab, wobei auch eine feine Nuance von typischem Singlecoil-Biss enthalten ist, was der exakten Durchsetzungskraft förderlich ist.

Für saftigere Bässe ist ein wenig Zugabe am Aktiv-EQ zu empfehlen, der tatsächlich auch wirkungsvoll zupackt. Das gilt nicht nur für den Bassregler, auch in den spitzen Höhen sind reichlich Reserven vorhanden, wobei übrigens auch die Abmilderungen im Dämpfungsbereich passend geraten, ohne dass übertriebene Dumpfheit eintritt. Nach rund 130 Spielstunden steht dann freilich ein Batteriewechsel an, da die doppelte Aktiv-Ausstattung mit ca. 3,9 mA eine höhere Stromaufnahme als üblich aufweist.

Fame Baphomet II
Auch die sorgfältige Verarbeitung der Innereien zeigt Qualität. (Bild: Dieter Stork)

resümee

Im wahrsten Sinne des Wortes zeigen die Baphomet II eine saubere Leistung, sind aus hochwertigen Hölzern betont akkurat gearbeitet und im Spielkomfort präzise auf den Punkt gebracht. Diese flinken Bässe bringen jede Feinheit durch ihre breitbandigen Aktiv-Singlecoils genauestens zur Geltung, wobei eine wohlgewogene Prise offensiver Durchsetzungskraft zum Grundcharakter dieser Schnellspieler gehört. In ihrer Preisklasse bieten die neuen Fame-Modelle ein bemerkenswert hohes Qualitätsniveau.

PLUS
• Klangverhalten, Präzision
• Spielkomfort, Leichtgängigkeit
• Hölzer, Ausstattung
• Verarbeitung
MINUS
• erhöhter Batterieverbrauch

Fame Baphomet II

(erschienen in Gitarre & Bass 07/2019)

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