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Schlanker Fuß, satter Abdruck

Test: Eich Amplification BC212

Beim Rangieren des 24-Kilo-Combos helfen zwei stabile Rollen. (Bild: Dieter Stork)

Wo im engen Proberaum und auf kleinen Bühnen der knappe Platz wertvoll ist, braucht man nicht auf einen soliden Basston zu verzichten – wenn man in die Höhe baut. Mit kleinem Fußabdruck glänzt hier der leistungsstarke BC212 von Tomas Eich.

Das stattliche Spitzenmodell unter den Basscombos von Eich benötigt nur eine Standfläche von etwa 44 x 41 cm und treibt zwei potente Zwölfzöller mit 500 Watt in Class-D-Technik an. Trotz konsequenter Leichtbauweise kommen fast 24 Kilogramm zusammen– und damit die Anlage bequem zu manövrieren ist, sitzen zwei Rollen auf der hinteren Gehäusekante. Wie immer zeigt sich dieser Eich-Combo rundum gut durchdacht und reichhaltig ausgestattet, wobei auch das geschmackvolle Äußere eine Erwähnung wert ist.

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VIELSEITIG

Der Klinken-Input ist universell für passive und aktive Instrumente ausgelegt, bei der stufenlosen Gain-Einstellung hilft eine Clip-LED. Zusätzlich zur vierbandigen Klangregelung ist der Taste-Regler ein typisches Eich-Feature, wo man an einem Drehknopf von einem aufgeräumt trockenen Funksound zur saftigen Rockröhre überblenden kann. Auf die aktive Klangregelung für Bässe, Tiefmitten, Hochmitten und Höhen folgt der Master-Regler für die Wiedergabelautstärke und die Mute-Schalttaste. Auch der trafosymmetrische DI-Ausgang findet im Bedienfeld Platz, samt Ground-Lift-Schalter und umschaltbarem Abgriff vor oder hinter den Klang einstellern.

Alle Klangregler-Wirkungen sind optimal auf den Punkt gebracht.

Auf der Rückseite finden sich die Anschlüsse für die sekundären Aufgaben: Fürs Stimmgerät ist eine eigene Klinkenbuchse vorgesehen, zum Weiterreichen des Vorstufensignals an andere Verstärker ein unsymmetrischer Line Out. Effektgeräte können seriell in den Signalweg zwischen EQ und Master eingefügt werden und sind natürlich auch im DI-Signal präsent, wenn dessen Abgriff auf „Post“ eingestellt ist. Zum stillen Üben oder für zusätzliches Monitoring ist ein Kopfhörer-Anschluss vorhanden; letzterer kann bei sensiblen Aufnahmen sehr nützlich sein, zumal beim Einstöpseln des Kopfhörers nicht automatisch die Combo-Speaker stummgeschaltet werden. Ist das fürs späte Üben zuhause erwünscht, bietet der Eich-Combo einen separaten Ausschalter für die Lautsprecher.

Speaker-, Headphone-, Line- und Tuner-Out, Aux-In & FX-Loop (Bild: Dieter Stork)

Externe Playbacks können schließlich über die Aux-In-Buchse eingespeist werden. Zusätzlich zu den eingebauten Speakern kann sogar noch eine weitere Box angeschlossen werden, die Kombibuchse akzeptiert wahlweise Speakon oder Klinke. Auch dafür kann wieder der separate Ausschalter für die internen Speaker nützlich sein, wenn nämlich der Combo-Verstärker ausschließlich die externe Zusatzbox betreiben soll.

MIT LEICHTIGKEIT

Reichlich Endstufenleistung ist die eine Zutat für einen grundsoliden Basston, viel Membranfläche bei den Lautsprechern die andere. Im hochkant gebauten Bassreflexgehäuse des BC212 arbeiten zwei robuste Eich-Zwölfzöller mit kraftvollen Keramikmagneten, die einiges an Gewicht aufbieten. Umso gewissenhafter muss das Gehäuse mit zusätzlichen Pfunden umgehen, um einerseits noch transportabel zu sein, ohne dabei an Solidität einzubüßen. Pappel-Sperrholz verbindet Zähigkeit mit relativ geringem Gewicht, zudem wird das Gehäuse innen durch ein Stehbrett zwischen Front und Rückwand wirkungsvoll versteift.

Der große Bassreflextunnel ist ebenfalls mit einem Mittelbrett so gebaut, dass die Stabilität nicht geschwächt wird. Ein Belag aus Noppenschaumstoff dämpft innen den Kistenklang, außen sorgt ein geschmackvoller Kunstlederüberzug für die gediegene Optik des Combos. Die eingelassenen Griffschalen lassen sich von allen vier Seiten komfortabel packen, zusätzlich ist auf der Oberseite ein Koffergriff montiert.

Der BC212 steht auf großzügig dimensionierten Gummifüßen. Wenn man den Combo leicht nach hinten kippt, übernehmen zwei auf der Kante sitzende Rollen das bequeme Rangieren der Bassanlage.

Anders als bei vielen anderen Zweiwege-Boxen kommt für die höchsten Frequenzlagen kein spitz klingendes Hochtonhorn zum Einsatz, sondern ein 4″-Lautsprecher mit konventioneller Konus-Papiermembran. Um den kleinen Speaker vor unerwünschter Auslenkung durch Druckunterschiede in der Bassreflexkammer zu schützen, sitzt er in einem luftdichten Holzgehäuse.

STARKES FUNDAMENT

Ein Konus-Hochtöner statt eines Hochtonhorns hat sich in Thomas Eichs Bassboxen seit langem bewährt, weil er die Höhen aufgrund der relativ niedrigen Übernahmefrequenz weniger metallisch färbt und homogener ins Klangbild integriert. Tatsächlich fällt bei der fundamental bassigen, druckbetonten Wiedergabe des BC212 der Hochtöner zunächst gar nicht auf, und das ist positiv gemeint. Denn dass er wirksam beteiligt ist, merkt man dem Klang zweifellos am klaren Klick und den präsenten Schmatzern beim Anschlagen an – nur spielen sich hier die Höhen in keinem Fall unangenehm in den Vordergrund, selbst der Slapsound bleibt vor allem eins, nämlich bassig treibend.

Während der cleane 500-Watt-Amp sich in jeder Hinsicht vorbildlich verhält und neben sauberen Leistungsreserven besonders durch seine ausgesprochen differenziert und zugleich praxisgerecht einwirkende Vierband-Klangregelung auszeichnet, kommt insgesamt keine seelenlose HiFi-Neutralität heraus.

Denn mit seinen beiden Zwölfzöllern setzt das Kraftpaket auf einen markanten Eigenklang, die von der formattypischen Stärke in den saftigen, tiefen Mitten geprägt ist. Sehr souverän setzt der Eich-Combo sowohl den tragend groovenden Bundbass wie den schwelgenden Fretless in Szene und kapituliert auch bei machtvoller Zugabe der untersten Fundamentbässe in hohen Pegeln nicht! Selbst wenn man den Taste-Regler auf Dry stellt und die Tiefmitten am EQ komplett ausfiltert, klingen die Ergebnisse nicht zu knochig oder gar dürr, auch diese hohlfärbende Klangvariante setzt sich in Ricky-Manier tragend im Bandsound durch. Die nasigen Komponenten hat man am HiMid-Regler gut im Griff, für den klaren Klick darf man den Hi-Bereich auch weiter aufdrehen, ohne dass es unangenehm scharf wird. Für seine klangliche Variabilität auf stabiler Tiefenbasis bekommt der BC212 die volle Punktzahl!

RESÜMEE

Das rundum wertig gebaute Spitzenmodell der Eich-Basscombos liefert bei geringem Platzbedarf ausgesprochen erwachsene Klangleistungen und darf trotz der immer noch ziemlich kompakten Bauweise als große Bassanlage bezeichnet werden. Die Wirkung sämtlicher Klangregler ist präzise auf den Punkt gebracht, was das Einstellen prägnanter Eigensounds leicht macht. Eines kann der BC212 allerdings nicht, nämlich schrill und klein klingen. Aber dafür braucht man ja schließlich keine große Bassanlage mit gediegenen Manieren und wuchtigem Tiefenpotential.

PLUS

  • Wiedergabe-Verhalten, fundamentale Tiefen
  • homogen eingebundene Höhenfrequenzen
  • Sound-Variabilität, Klangregler
  • Ausstattung
  • Verarbeitungsqualität

(erschienen in Gitarre & Bass 07/2020)

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