Produkt: 30 Jahre Gitarre & Bass – James Hetfield & Metallica
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Persönlichkeiten

Test: Darkglass Hyper Luminal

(Bild: Dieter Stork)

Die Regelstufe eines Compressors ist im Grunde nichts anderes als ein Pegelsteller, nur eben nicht von Hand, sondern elektronisch bedient. Was aber diese Elektronik macht und wie sie ihre Steuerbefehle aufbereitet, ist das eigentlich interessante an der Sache und macht hörbare Unterschiede aus.

Der finnische Hersteller Darkglass hat sich mit sehr angesagten Bass-Verzerrer-Varianten bewiesen und nun ein universell einsetzbares Compressor-Pedal mit umfangreichen Zugriffen auf die Arbeitscharakteristik entwickelt.

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Als Regelstufe wird ein analoger VCA benutzt, also ein Pegelsteller, der durch eine Steuerspannung bedient wird. Und zur Erzeugung dieser Steuerspannung bietet die Digitaltechnik vielfältige Optionen, beispielsweise, um das charakteristische Verhalten bekannter Compressor-Aggregate nachzubilden.

Darkglass nennt diese Kombination von analogem Signallauf und digitaler Steuerung Hybrid Compressor und ist mit diesem Konzept wohl der erste Hersteller im Pedal-Sektor.

Optisch unterscheidet sich das Effektpedal mit seinen vier Drehknöpfen und dem Fußschalter kaum von anderen, ins Auge fällt aber das ungemein Stylische, mit vielen Mini-LEDs und zwei Sensorfeldern in der Oberfläche.

Von einem brauchbaren Instrumentenkompressor erwartet man zumindest variablen Kompressionsgrad für den Effekt und einstellbare Ausgangslautstärke, um Pegelsprünge beim Ein- und Ausschalten ausgleichen zu können. Bei einem guten ist zudem die Anprechzeit einstellbar, vielleicht sogar noch die Release Time.

Am Hyper Luminal finden sich Regler für Blend, Time, Compression und Output, zusätzlich Sensorfelder für Ratio und Compressor-Typ, um alles abzudecken.

Mit dem Compression-Regler hat man in der Hand, wie tief der Sound in die Kompression gefahren wird; praktischerweise sorgt die Digitalsteuerung zugleich für konstante Ausgangslautstärke, und zwar perfekt, sodass ein Nachregeln am Output-Regler noch nicht einmal zwischen den Extremen nötig ist.

Der selber natürlich schon, um gegebenenfalls einen erwünschten Pegelsprung zum Clean-Signal einstellen zu können. In der oberen Reihe findet sich der Time-Regler, der entscheidet, wie flink die Dynamikkompression zugreift (und wieder loslässt, das ist kombiniert); kurze Ansprechzeiten bügeln alles glatt, lange Zeiten lassen den Attack stehen und packen erst dann saftige Tonverdichtung drauf – astreine Wirkung am Testobjekt, alles dabei.

Ungewöhnlich an einem Compressor ist der Blend-Regler für den Mix aus Clean- und Effektanteil. Am Rechtsanschlag geht es voll durch den Compressor, am Linksanschlag hört man das Eingangssignal, welches sich aber am Output-Knopf in Booster-Manier anheben oder dämpfen lässt.

Die Blend-Stellungen für die Parallel Compression dazwischen bieten sich vor allem dafür an, dass extrem eingestellte Kompression für heißen Squash im Ton sorgen soll, ohne aber jede dynamische Lebendigkeit zu verlieren, die im Clean-Signal enthalten ist.

Unter den Potis bietet das Ratio-Sensorfeld vier Kompressionsverhältnisse an, von unauffällig bis dramatisch, die Einstellung wird durch Leuchtdioden markiert.

Darüber zeigt eine Reihe von zehn Mini-LEDs die Pegelreduktion durch den Compressor an: Logischerweise leuchten umso mehr Pünktchen von rechts nach links auf, je tiefer das Signal in die Begrenzung gefahren wird. Die exakte Anzeige ist mehr als nur Kino und hilft wirksam bei der Einstellung von Compression und Ratio.

Am zweiten Sensorfeld ist schließlich das charakteristische Verhalten von drei Compressor-Typen abgelegt, BUS für den Bus-Compressor von Solid State Logic aus den 1980ern, SYM für den firmeneigenen Super Symmetry 115 GeV, FET dem legendären Urei 1176 nachempfunden, der seit 1967 bei zahllosen Hit-Produktionen zum Einsatz kam.

Weitere Einflussnahme auf diverse Parameter (und künftige Updates) kann per USB mit einem Rechner durch die Darkglass Suite erfolgen, die kostenlose App läuft ab Windows 7 oder OS X 10.9.

Außer den Klinken für Input und Output sowie dem Netzteilanschluss ist also auch eine USBBuchse vorhanden, ein kurzes Kabel zum Rechner wird mitgeliefert. Batteriebetrieb ist aufgrund der Stromaufnahme von 250 Milliampere illusorisch, ohne 9-Volt-Steckernetzteil läuft nichts.

Resümee

Das Hybrid-Konzept mag stromhungrig sein, kann aber viel. Abgesehen von den perfekt arbeitenden Einstellern (nochmals Lob für die komfortable Pegelkompensation beim Hineinsteuern in die Kompression) hat der Hyper Illuminal nicht nur eine studiotaugliche Compressor-Qualität zu bieten, sondern gleich eine Vielzahl davon.

Die abrufbaren Charaktere erweitern die ohnehin üppigen Einstellmöglichkeiten wirkungsvoll und lenken in verschiedene Richtungen, wobei ich den SSL-BUS für unauffälliges Glattbügeln präferiere, den Urei-FET fürs effektvolle gegen-die-Wand-fahren und den tighten Darkglass-SYM für alle sauberen Nuancen dazwischen.

Und schließlich bietet das Universalgerät noch weitere Möglichkeiten, die eigene Compressor- Persönlichkeit zu schaffen. Darkglass hat ein Tür aufgestoßen!

PLUS

  • Signalqualität
  • Einstellmöglichkeiten
  • Compressor-Charaktere
  • Gain-Reduction-Anzeige
  • Kostenlose App

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2018)

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