Produkt: Treble Booster Special
Treble Booster Special
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Schlauzerre

Test: Darkglass Electronics Microtubes X Ultra

(Bild: Dieter Stork)

Bei der angesagten Bass-Verzerrung mischt die finnische Marke Darkglass mit diversen Pedalen und Bass-Amps ganz vorne mit. Auch die neueste Kreation, das X-Ultra-Preamp-Pedal, kann mit außergewöhnlichen Details aufwarten.

Dass man heute nicht bei jedem Gig oder Studiotermin seine eigene Bassanlage mitbringen muss, ist längst Realität. Seine Sounds sollte man allerdings schon dabeihaben, und dafür ist der X Ultra Preamp ebenso praktisch wie leistungsfähig.

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Zweigleisig

Als kompletter Vorverstärker besitzt der X Ultra Klinkenbuchsen für Ein- und Ausgang, Miniklinken für Aux-Einspielungen und Kopfhörer sowie einen elektronisch symmetrierten XLR Direct Out.

Auch Anschlüsse für Playback-Einspielungen und Kopfhörer sind vorhanden. (Bild: Dieter Stork)

Zur Klangformung steht ein sechsbandiger Graphic EQ mit beleuchteten Schiebereglern bereit, wobei der unterste und oberste Bereich mit Kuhschwanz-Charakteristik arbeitet. Ein weiterer Schieber dient als Master-Volume. Der Clou beim eingebauten Verzerrer liegt im Zweiwege-Konzept, wobei die tiefen Bässe clean übertragen und die Verzerrung vornehmlich den höheren Frequenzen vorbehalten ist. Dazu gehören diverse Einstellmöglichkeiten, um die Balance zwischen Clean-Anteil und Verzerrung exakt auf den Punkt zu bringen.

Generell wird der Zerrgrad am Hi-Drive-Regler eingestellt, an einem darunter liegenden Poti können stufenlos die tiefen Frequenzen abgekappt werden, damit sie nicht die Verzerrung vermatschen; die untere Frequenzgrenze für den Verzerrer kann zwischen 100 Hz und 1 kHz gewählt werden. Ähnliches findet man auf der anderen Pedalseite, nur geht es hier um die cleanen Bassanteile, deren obere Frequenzgrenze zwischen 50 Hz und 500 Hz verschoben werden kann. An den großen Drehreglern für Low Level und High Level kann dann die letztendliche Balance von bassigem Clean-Anteil und Verzerrung der oberen Register eingestellt werden. Außerdem hat der X Ultra noch einen Compressor für den tieffrequenten Clean-Anteil an Bord, der zusammen mit der Verzerrung in Aktion tritt.

Der Low-Comp-Regler ist so ausgelegt, dass kein zusätzlicher Einsteller zum Pegelausgleich erforderlich ist. Mit der kostenlosen App „Darkglass Suite“ kann über den vorhandenen USB-Anschluss auch eine Compressor-Funktion über den gesamten Frequenzbereich aktiviert werden, außerdem hat man mit der App Kontrolle über weitere Parameter und kann diverse Impulsantworten für die Cabinet Simulation laden, die neben dem DI-Ausgang zuschaltbar ist.

Per App lässt sich die Cab-Simulation variieren. (Bild: Dieter Stork)

Auf der anderen Gehäuseseite sitzt der Ground-Lift-Schalter; die Fußtaster für den General-Bypass und die separat zuschaltbare Distortion sind mit Status-LEDs kombiniert. Zur Speisung wird ein 9-Volt-Netzteil benötigt, welches trotz gehobener Preislage nicht im Lieferumfang ist.

Alles stärker

Durch die aufgeteilten Frequenzbereiche für Clean-Signal und Distortion ergeben sich nur Vorteile, wobei der Variationsbereich sowohl in Richtung unauffälliger Verzerrung wie auch krasser Einstellungen erweitert wird. Denn bei normaler Fullrange-Verzerrung sorgen tiefe Bässe praktisch immer für Matsch und Druckverlust, was hier durch den fein dosierbaren Bassanteil, der sauber bleibt, vermieden wird. Entsprechend lässt sich der Verzerrungsgrad für die oberen Frequenzbereiche umso freier ausschöpfen, um auch drastische Säge-Sounds herzustellen, ohne die Tragkraft des Basses zu mindern. Ganz im Gegenteil, erlaubt der vorhandene Low Comp sogar noch enorme Verdichtung des Bassfundaments!

Unglaublich effektiv für die Klangformung ist dafür die stufenlos einstellbare Frequenzgrenze für die Bässe, was bei niedrig eingesteller Obergrenze kissenweiche Bass-Unterfütterung erlaubt und bei höherer Low-Pass-Frequenz zunehmend grollende Tiefmitten einblendet. Das gleiche gilt für die High-Pass-Frequenz, wobei hier eine niedrig gewählte Untergrenze für die drastischen und aggressiveren Zerrergebnisse sorgt und höhere Frequenzwahl die Distortion auch bei starker Drive-Dosierung zunehmend unauffälliger wirken lässt.

Auch was die generelle Bearbeitung des Basssounds angeht, ist der X Ultra mit seinem Sechsband-EQ gut aufgestellt und erlaubt ebenso feinfühlig wie wirkungsvoll den Zugriff auf die wichtigen Charakterkomponenten. Der zusätzlich vorhandene Master-Schieberegler wirkt als genereller Mastervolume-Einsteller und somit auch bei zugeschalteter Distortion.

Und wem der sagenhaft basspotente X Ultra noch nicht genug Tiefenpfund rüberbringt, kann neben dem symmetrischen XLR-Ausgang noch den Cab-Sim-Schalter drücken, der abermals charaktervolles Tiefenvolumen hinzufügt. Bei so viel Licht müsste beim X Ultra eigentlich auch etwas Schatten zu finden sein – ist es aber nicht, sondern eher etwas zu viel Licht. Nämlich von den blendenden LEDs, die leicht gedimmt bessere Orientierung bieten würden.

Resümee

Was der X Ultra kann, geht weit über das hinaus, was ein normales Preamp-Pedal oder ein guter Bassverzerrer normalerweise zu bieten haben. Die Zweiwege-Aufteilung für cleane Bässe und Verzerrung für die höheren Bereiche eröffnet enorme Variations-Spielräume, wobei vor allem die stufenlos einstellbaren Frequenzen für Low Pass und High Pass die Klangergebnisse ausgesprochen wirkungsvoll formbar machen. Und der zusätzliche Compressor für das cleane Bassfundament dürfte den X Ultra zum schubstärksten Bass-Zerrpedal auf dem Markt machen.

PLUS

  • Sound-Stärken, Variations-Vielfalt
  • Zweiwege-Aufteilung mit stufenlosen Frequenzeinstellern
  • Low Compressor
  • Ausstattung
  • Qualität

MINUS

  • ohne Netzteil

(erschienen in Gitarre & Bass 12/2019)

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