Produkt: Highlights 2015
Highlights 2015
Was waren die Gitarre & Bass Equipment-Highlights im vergangenen Jahr? Unsere Redakteure haben abgestimmt!
Präzisionstöner

Test: Darkglass DG212N

(Bild: Dieter Stork)

Wer starke Amps baut, braucht auch die passenden Boxen dazu. Neben den Elite-Monstern mit vier Zwölfzöllern oder acht Zehnern gibt es auch vier handlichere Neodym-Modelle, natürlich durchweg in transportfreundlicher Leichtbauweise.

Mit 1×12″, 2×10″, 4×10″ und 2×12″ sind die Formate für den Normalspieler bestückt, wobei die Kombination von maßvollem Gewicht und hoher Leistungsfähigkeit auffällt. Auch bei genauerer Untersuchung bestätigt sich der gute Eindruck, den die silbergrau eingekleideten Lightweight-Boxen machen.

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ZÄH UND LEICHT

Ein ganzes Kilowatt gibt der Hersteller als RMS-Belastbarkeit für die 2×12″-Bassreflexbox an, in der eindrucksvoll starke Eminence-Lautsprecher mit Guss-Chassis und kraftvollem Neodym-Magnet arbeiten. Zur Erweiterung des Wiedergabebereichs nach oben sind die Membranen lackbeschichtet, ab 2 Kilohertz übernimmt zusätzlich ein 1″-Hochtonhorn von P-Audio die Höhenabstrahlung. Obwohl die DG212N mit 4 Ohm Anschlussimpedanz die meisten Verstärker voll auslastet, ist ihr Anschlussfeld mit zwei Speakon/Klinke-Kombibuchsen bestückt, sodass bei entsprechend lastfähigen Endstufen das Leistungssignal ggf. zu einer weiteren Box durchgeschleift werden kann. Der Wiedergabepegel des Hochtonhorns ist stufenlos an einem L-Regler einstellbar.

Am Hochton-Pegelsteller stehen noch gehörige Brillanz-Reserven bereit. (Bild: Dieter Stork)

Wo rohe Kräfte walten, ist auch eine gewisse Stabilität des Gehäuses vonnöten. Um diese mit der geforderten Transportfreundlichkeit in Einklang zu bringen, wurde das Gehäuse aus zähem 15-mm-Sperrholz konstruiert, wofür das leichte Holz des schnell wachsenden Blauglockenbaums (Paulownia) verwendet wurde. Wirksame Versteifung bietet ein Stehbrett in der Gehäusemitte; die besonderen Belastungen ausgesetzte Frontplatte besteht aus einem härteren Sperrholz aus baltischer Birke, von vorne zur Dämpfung störender Reflexionen mit Nadelfilz verkleidet. Innen dämpft eine großzügige Wandauskleidung mit Polyesterwatte stehende Wellen.

Der Filzbezug der Frontplatte dämpft unerwünschte Reflexionen. (Bild: Dieter Stork)

LIEGEND WIE STEHEND

Mit nur knapp 20 Kilogramm lässt sich die stattliche 2×12″ evtl. noch gut alleine heben, die beiden seitlichen Schalengriffe sind in ausbalancierter Position montiert. Da alle drei Bassreflextunnel nach vorne münden, ist auch ein wandnahe Platzierung der Darkglass-Box unproblematisch. Und weil sowohl unten wie auch auf einer Sei­tenwand Gummifüße montiert sind, hat man die Wahl, das Aggregat stehend oder liegend zu betreiben – wobei allerdings die seitlichen Gummifüße ausgerechnet auf der Seite sind, wo der Hochtöner sitzt, der dann also eher die Teppichkante beschallt.

Der Hersteller hat sowohl an den stehenden wie an den liegenden Einsatz gedacht. (Bild: Dieter Stork)

 

In der allgemeinen Performance fällt die potente 2×12er durch unerwartet ausgeglichene, tighte Basswiedergabe auf. Weder ist etwas von Zwölfzoll-typischer Nasalität zu hören, noch geraten bei hohen Pegeln die souveränen Tiefen außer Kontrolle und werden ebenso präzise wie der brillante Klick abgebildet. Für letzteren ist natürlich das 1″-Hochtonhorn verantwortlich, das im Wirkungsgrad perfekt zu den beiden Basslautsprechern passt, sodass sein Pegelsteller für einen ausgewogenen Detailklang ruhig in der Mitte belassen werden kann. Für brillantere Klanggeschmäcke stehen also noch Hochton-Reserven zur Verfügung, ebenso wie sich bei zurückgedrehten Höhen runde, Vintage-artige Sounds ergeben, da die verbleibenden Drahtpräsenzen von den Eminence-Zwölfern angenehm rund und weich artikuliert werden.

RESÜMEE

Mit neutraler Grundausrichtung und tighter, präziser Impulsdarstellung punktet die Darkglass DG212N als universeller Wiedergabepartner für alle Stilrichtungen – und gibt sich allein schon durch Einstellungen am Hochton-Pegelsteller ziemlich variabel. Die sorgfältige Gehäusebauweise macht sich in der dröhnfreien Basswiedergabe ebenfalls bezahlt, die hohe Belastbarkeit der potenten Zwölfzöller erlaubt es, ohne Sorgen auch stärkere Basstops ordentlich aufzudrehen.

PLUS

  • präzise Basswiedergabe, Detailtreue
  • Pegelreserven Hochtonhorn
  • Bauweise, Qualität
  • Transportfreundlichkeit

MINUS

  • bei liegendem Betrieb Hochtöner unten

(erschienen in Gitarre & Bass 08/2020)

Produkt: Gitarre & Bass Digital 02/2018
Gitarre & Bass Digital 02/2018
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