Produkt: Gitarre & Bass 4/2019 Digital
Gitarre & Bass 4/2019 Digital
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Wunschkonzert

Test: Bite Elvis Punch Custom Bass

(Bild: Dieter Stork)

Individuelle Varianten nach Kundenwunsch, und das am besten günstig: Die Wiener Marke Bite hat sich etwas einfallen lassen, um das Customizing erschwinglich zu machen.

Das System basiert auf den Bass-Grundformen Punch und Jawbone, für die alle möglichen Ausstattungsoptionen gewählt werden können. Vom Grundmodell bis zu den Saiten stellt man im Online-Konfigurator in 16 Schritten seinen eigenen Custom Bass zusammen – und bekommt sofort den Endpreis angezeigt, der sich übrigens auch bei aufwendigster Ausführung im maßvollen Rahmen hält.

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WÄHLEN

Unschwer ist zu erkennen, dass der Punch auf dem Precision basiert und der Jawbone vom Jazz Bass inspiriert ist, wenn auch unauffällig an manchen Stellen etwas schlanker gearbeitet. Diese beiden Grundformen gibt es zudem mit verschiedenenen Pickup-Konfigurationen, den Punch entweder mit klassisch angeordneten oder verdrehten Splitcoil-Spulen, den Jawbone als JJ, PJ und als RPJ mit umgedrehtem P-Splitcoil.

Da der Hersteller erklärtermaßen nichts von exotischen Holz-Experimenten hält, setzt man grundsätzlich auf bewährte, konventionelle Materialien und verschont den Regenwald: Für den Korpus wird Erlenholz verwendet, der aufgeschraubte Hals besteht aus Ahorn. Und wer statt eines hellen Ahorn-Griffbretts lieber ein dunkles haben möchte, bekommt als Wahloption Robinie geboten.

Tropenhölzer werden grundsätzlich vermieden, statt derer setzt Bite auf die bewährten Klanghölzer Erle und Ahorn. (Bild: Dieter Stork)

In weiteren Schritten kann man die Lackierung wählen, wo neben sechs beliebten, konventionellen Tönen auch Body Arts wie Blumenmuster, Maschinen-Zahnräder, Cannabisblätter oder Tigerstreifen zur Wahl stehen, was entsprechend des Aufwands mit maßvollen Preisaufschlägen einhergeht. Wer nichts Passendes im Konfigurator findet, kann auch spezielle Wünsche übermitteln, die nach Möglichkeit ausgeführt werden; beim Testbass geht beispielsweise der Fotodruck des Elvis-Nummernschilds über Korpus, Pickguard und Tonabnehmer-Kappen.

Ohne Aufpreis kann am elektrischen Sound geschraubt werden, indem die ursprüngliche Tonabnehmer-Position um ein halbes oder ein ganzes Inch versetzt wird; zudem hat man die Wahl zwischen weißen und schwarzen Kappen oder solchen mit orangefarbenem Bite-Aufdruck. Wichtig fürs Spielgefühl sind auch die wählbaren Halsbreiten, bevor es zu den Griffbrett-Optionen mit und ohne Binding und zu den Markierungen (Dots oder Block Inlays) geht.

Sogar für das Sattelmaterial gibt es drei Optionen. Zwölf verschiedene Schlagbrett-Ausführungen und eine weitere Option für den Bedruck nach Kundenwunsch gibt es, natürlich kann auch die Farbe der Hardware-Teile bestimmt werden. Bei den gekapselten Tunern hat man die Wahl zwischen schlanken oder etwas Vintagemäßigeren Drehflügeln, der solide gebaute Gotoh-Steg besteht in allen drei Farben aus klangstarkem Messing.

Auch der Wunsch nach einem dunklen Griffbrett wird mit heimischem Robinienholz erfüllt. (Bild: Dieter Stork)

BITESCHÖN!

Wer sich mit arretierbaren S-Locks von Schaller sicherer fühlt, kann sie anstatt der Vintage-Gurtknöpfe ordern, selbst Nebensächlichkeiten wie die Oberflächenvergütung der verwendeten Schrauben stehen im Wunschkatalog. Ohne Aufpreis kann man sogar die Art der internen Verdrahtung, ob gelötet oder mit Steckverbindern, aussuchen, und schließlich bekommt man als Extra-Option auf sein Instrument anstatt der D‘Addario-Roundwounds auch Flatwounds von LaBella aufgezogen.

Unser Testbass kostet laut Konfigurator mit allen vorhandenen Extras knapp € 1250 – das ist die Preisliga, an der sich dieser auffällige Viersaiter messen lassen muss. Und er überzeugt auf der ganzen Line, ist aus guten Hölzern gebaut, mit hochwertigen Teilen bestückt und bis ins Detail blitzsauber verarbeitet. Der Sonderbedruck, der sich ja immerhin vom Korpus übers Pickguard und die Kappen des Tonabnehmers erstreckt, passt perfekt und ohne Versatz.

Neben den optischen Qualitäten des Custom-Basses stimmen auch Bespielbarkeit und Sound: Der markeneigene 1000mV-Pickup bringt den typischen Preci-Punch mit gesundem Ausgangspegel und der erwarteten Charakterstärke rüber; natürlich hätte man hier durch die Wahlmöglichkeiten der Pickup-Position und der Spulenanordnung noch wirksame Möglichkeiten, diesen eher traditionellen Klang nach eigenen Wünschen zu verändern.

Absolut passgenau erstreckt sich der Frontbedruck über Korpus, Pickguard und Ton abnehmerkappen (Bild: Dieter Stork)

RESÜMEE

Verarbeitung, Materialien, Ausstattungsgüte und Klangergebnisse: Beim Punch Elvis Custom Bass, der mit etlichen Extras aus dem Custom-Konfigurator zusammengestellt ist, stimmt einfach alles und führt überzeugend vor, wie man mit einem intelligent ausgedachten Baukasten-System ein starkes Instrument nach Kundenwunsch herstellen kann, ohne dass der Preis durch die Decke schießt. Das umfangreiche Optionen-Konzept aus dem Bite-Fundus hat derzeit nur einen Nachteil: Wegen des fast verdoppelten Aufwands können Linkshänder derzeit nicht bedient werden, auch auf Fivestring-Versionen muss man verzichten. Aber daraus kann ja bei entsprechender Nachfrage noch etwas werden.

PLUS

● umfangreiche Wahlmöglichkeiten
● Spielbarkeit/Sound
● Verarbeitung/Qualität
● Preis-Leistungs-Verhältnis

MINUS

● keine Lefthand-Ausführung lieferbar

(erschienen in Gitarre & Bass 10/2020)

Produkt: Gitarre & Bass 8/2019 Digital
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