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Hochdefiniert

Test: Bergantino Forté, HDN-112 & HDN-210

(Bild: Dieter Stork)

Beste Eigenschaften verspricht praktisch jeder Hersteller für seine Amps und Boxen. Bei Bergantino darf man tatsächlich etwas Besonderes erwarten, wenn die Lautsprecher der High- Definition-Serie mit dem Forté-Basstop zusammenspielen.

Fünf Boxen-Serien baut Bergantino, bei der HDN-Serie geht kraftvolle Neodym- Wiedergabe mit transportfreundlicher Leichtbauweise einher. Und das Forté-Top verbindet aufgeräumte Übersichtlichkeit mit 700 Watt Ausgangs-Power. Einfache Handhabung steht bei dieser leistungsfähigen Bassanlage also vorne, zugleich wird besondere Detailsorgfalt versprochen.

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Forté

Der HiFi-Anspruch bildet sich schon in der Gestaltung der Verstärkerfront ab, wo der Forté eher wie eine klassische Stereoanlage als nach einem typischen Instrumentenverstärker aussieht. Besonders groß ist der wichtige Master-Einsteller, kleiner alle übrigen Knöpfe für die Nebenfunktionen.

Über der Klinkenbuchse fürs Instrument sitzt eine Stereo-Miniklinke zum Einspielen von Playbacks. Bei der korrekten Aussteuerung der Eingangsstufe am Gain- Poti hilft die Overload-LED, zusätzlich ist noch eine Clip-Anzeige für die Class-D-Endstufe vorhanden. Zur Tonverdichtung und zum Ausbügeln unerwünschter Dynamik ist ein Kompressor an Bord, dessen Ratio stufenlos einstellbar ist; für die Klangformung ist ein vierbandiger Aktiv-Equalizer mit zuschaltbarem Bright-Preset zuständig.

Auffällig im Datenblatt sind die relativ maßvollen Einstellbereiche von +/-10 dB für alle vier Klangregler – hier soll es also mehr um feinere Korrekturen als um brachiales Verbiegen gehen.

Das Forté-Basstop steht sicher auf fetten, weichen Gummifüßen. (Bild: Dieter Stork)

Mit 700 Watt an 4 Ohm besitzt der Forté ordentliche Leistungsreserven, beim Umschalten auf 2-Ohm-Betrieb kommen sogar noch 100 Watt hinzu. Diese Umschaltung wurde intelligent durch eine Doppelfunktion des Mute-Tasters gelöst, und während im normalen 4/8-Ohm- Modus der eingebaute Lüfter nur dann anspringt, wenn es wirklich notwendig ist, läuft er bei 2 Ohm permanent.

Auch die Bright-Taste besitzt eine Doppelfunktion und kann den Signalabgriff für den elektronisch symmetrierten DI-Ausgang vor oder hinter die EQ-Sektion schalten. Auf der Rückseite finden sich neben dem XLR-Anschluss für den Direct Out noch Klinkenbuchsen für den seriellen Effekt-Einschleifweg sowie den unsymmetrischen Line Out, dazu noch eine große Stereoklinke für Kopfhörer. Die Ausgangsleistung des Bergantino-Tops wird an zwei Speakon-Buchsen bereitgestellt, netzmäßig läuft das Gerät ohne Umschaltung an 100 bis 240 Volt.

HDN-112

Diese 8-Ohm-Bassreflexbox mit 12″-Lautsprecher ist extrem kompakt gebaut, dennoch mit 350 Watt belastbar und mit einem stufenlos im Pegel dosierbaren Hornhochtöner ausgestattet. Neben dem gewichtssparenden Gehäuse aus 15 mm Pappelsperrholz (Birkensperrholz für die Schallwand) trägt auch der starke, aber leichte Neodym-Zwölfzöller zur Transportfreundlichkeit bei.

(Bild: Dieter Stork)

Die Bassreflexöffnung liegt auf der Frontseite, ein stabiles Lochblech aus Stahl schützt die Lautsprechermembran. Der Außenbezug mit klassischem Tolex gibt der HDN-Box ein unauffälliges, stimmiges Aussehen, innen sorgt die dicke Auskleidung mit hochwirksamen Mineralfasermatten dafür, dass stehende Wellen geschluckt werden und nicht den Lautsprecherklang überlagern.

Bei den seitlich eingelassenen Schalengriffen handelt es sich um eine Kombination aus leichter Kunststoffschale und robustem stählernem Griffteil – sorgfältig mit Gewindeschrauben montiert. Stahlkappen schützen alle Gehäuseecken; nicht nur unten, sondern auch auf einer Gehäuseseite sind Gummifüße angebracht.

HDN-210

Wieder 8 Ohm, aber hier mit zwei Neodym-Zehnzöllern bestückt präsentiert sich die zweite Box der Test-Bassanlage. Sie kann 400 Watt RMS verarbeiten und ist ebenfalls in Leichtbauweise aus 15 mm Pappelsperrholz mit Schallwand aus dichterem Birkensperrholz gebaut, die Bassreflexöffnung findet auch hier auf der Frontseite Platz, ebenso das einstellbare Hochtonhorn.

Der Hochtonpegel ist stufenlos an einem L-Regler dosierbar. (Bild: Dieter Stork)

Während die 1×12″ liegend oder stehend betrieben werden kann, ist das 2×10″-Modell eindeutig für den Hochkant-Betrieb gedacht und besitzt deshalb nur auf der Unterseite Gummifüße. Die restliche Ausstattung entspricht der beschriebenen 12″-Box.

Während die HDN-112 gut 12 Kilo auf die Waage bringt, wiegt die größere HDN- 210 nur 14,5 kg. Beide Boxen besitzen im Anschlussfeld neben dem Hochton-Einsteller zwei Klinken und zwei Speakon- Buchsen, sodass gegebenenfalls die Verstärkerleistung von Box zu Box durchgeschleift werden kann.

Klarton-Praktiker

Als nützliches Zubehör gibt es für das Forté-Top ein gepolstertes Gigbag, auch Schutzhüllen für die Boxen sind lieferbar. Während die gesamte Verarbeitung von Boxen und Verstärker bis ins Detail akkurat und nobel rüberkommt, wirken die weichen Poti-Achsen beim Topteil wenig stabil und insbesondere der große Master-Knopf gibt schon bei vorsichtiger Betätigung nach. Das lässt bei unachtsamem Transport eine gewisse Empfindlichkeit erwarten – die Investition in das schützende Gigbag wird sich lohnen!

In der Performance wird die High-Definition-Bassanlage sofort allen Erwartungen gerecht und präsentiert den Basston ausgesprochen detailfein und transparent in allen Frequenzbereichen. Insbesondere die Durchsichtigkeit bis in tiefste Bassbereiche ist bemerkenswert, und so kann das Bergantino- Stack auch saftige Pegel ohne Matsch rüberbringen. Auch in den charakterentscheidenden Mitten agiert die Anlage ohne eigensinnige Färbung, wobei die Zwölfzoll-Box wie erwartet einen feinen Akzent auf knurrigen Growl legt – aber dabei handelt es sich wirklich nur um eine filigrane Nuance, denn im Gesamteindruck beweisen beide Aggregate ihre besondere Ausgewogenheit vom straffen Tiefbass bis in klare Brillanz-Highlights.

(Bild: Dieter Stork)

Beim Topteil überzeugen die relativ zahm ausgelegten Klangregel-Bereiche durch musikalisch sinnvolle Auslegung und in diesem Rahmen doch erstaunliche Wirksamkeit. Problemlos lässt sich ein knarztrockener Funk-Sound zur knorrig-drückenden Rock-Einstellung wandeln, wobei es den gediegenen Instrumententon auch nicht aus der Balance bringt, wenn einzelne Regler in Extremeinstellungen gebracht werden. Ebenso sorglos darf man den VRC-Regler zur Dynamikkompression bedienen, die Schaltung ist so harmonisch abgestimmt, dass sich zwischen Neutraleinstellung und voller Verdichtung nicht der geringste Pegelunterschied ergibt! Sinnvollerweise wird der Kompressionseffekt sowohl in der Postwie auch in der Pre-EQ-Einstellung im Direct Out hörbar. Das Gleiche gilt auch für eingeschleifte Effekte, sodass man sie in jedem Fall auch in der PA-Wiedergabe parat hat – gut mitgedacht!

Resümee

Wer viel Geld in ein hochwertiges Instrument steckt, möchte nicht, dass die teuer bezahlten Klangdetails in der Bassanlage stecken bleiben – Bergantino steht für hochdefinierte Performance und verspricht damit nicht zu viel! Die Kombination des kraftvollen Forté-Basstops mit den kompakten High-Definition-Boxen überzeugt voll mit transparenter Wiedergabe vom Tiefbass bis in filigrane Highlights, ist zudem angenehm transportabel und bietet mit praxisgerecht abgestimmter Sound-Variabilität alles, was man benötigt, um seinen Highend-Klang auf den Punkt zu bringen.

PLUS

  • betont transparente, detailfeine Wiedergabe
  • EQ-Wirkung (Forté)
  • Kompressor-Dosierung ohne Pegelveränderung (Forté)
  • Verarbeitung

MINUS

  • Poti-Achsen (Forté)

 

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2019)

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