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Raumgewinner

Test: BassLine Bustiny 5

(Bild: Dieter Stork)

Auf engstem Raum ist dennoch Platz – für den Kompaktmeister Bustiny von BassLine. Mit einer nicht vorhandenen Kopfplatte kann man schließlich nirgendwo anecken, und trotz tiefer H-Saite kommt der Headless sogar mit einer kurzen Mensur aus.

Auf kleinen Club-Bühnen bietet der handliche Fivestring echte Vorteile, aber nicht nur dort: Auch zum Üben im stillen Kämmerlein ist der Shortscale besonders gerüstet. Und er will trotz kompakter Maße ein erwachsener Vollbass sein und ist auch mit entsprechender Sorgfalt so gebaut.

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Nobel durchdacht

An den Maßen wurde zwar gespart, keinesfalls aber an der Qualität der Klanghölzer: Aus einem einzigen Stück auffällig symmetrisch gemaserter und zudem geflammter Esche ist der Korpus gebaut, nobler Vogelaugenahorn kommt beim aufgeschraubten Hals zum Einsatz. Ebenfalls von ausgesuchter Güte ist das Griffbrett aus Vogelaugenahorn, bestückt mit 24 flachen Jumbobünden und einem Nullbund. Alle Holzoberflächen sind mit offenporigem Mattlack hauchdünn versiegelt, der Korpus zudem in Ocean Burst gebeizt.

Den massigen und dreidimensional justierbaren Steg samt Tunerblock und Headless-Kopfstück lässt Bassline von ETS fertigen, die Sicherheits-Gurthalter stammen von Schaller. Und natürlich setzt sich die Qualitäts-Philosophie auch bei der Elektrik fort, wo ein zweispuliger SBCHumbucker von Delano mit einem aktiven Zweiband-EQ von Andreas Richter kombiniert wird.

Neben dem normalen Klinkenausgang liegt die Miniklinke für den Kopfhörer.
An der Miniklinke neben dem Potifeld können zur Begleitung Playbacks eingespeist werden.

Als Besonderheit ist der neue HA-1X-Kopfhörerverstärker von Richter mit an Bord, der ohne weiteres Zutun den direkten Anschluss eines Kopfhörers erlaubt, die Stereo-Miniklinke dafür sitzt in der Zarge direkt neben dem normalen Klinkenausgang des Basses. Und in der Decke findet sich noch eine weitere Miniklinke, wo als Übebegleitung Playbacks von externen Abspielern eingespeist werden können!

Kurz und praktisch

Mit nur 855 mm Gesamtlänge ist der Bustiny nochmals kompakter als eine E-Gitarre, was natürlich auf engen Club-Bühnen entsprechenden Freiraum beschert. Bei allen Qualitäten dieses Edel-Shortscales fällt auch das hochwertige Gigbag auf, welches im Preis inbegriffen ist. Das ergibt insofern besonders Sinn, als dass zu einem reisetauglichen Kompaktbass auch gleich das passende und gut ausgepolsterte Transportbehältnis vorhanden ist. Und wenn es um einen bassfesten Kopfhörer mit überzeugender Wiedergabequalität geht, findet man im Bassparts- Shop des Herstellers ein preiswürdiges Angebot, ebenso das passende Miniklinken- Kabel zum Einspielen von Playbacks. Schließlich gereicht BassLine noch die saubere, umfangreiche Dokumentation des Basses zur Ehre, die sich in der Gigbag- Tasche findet.

Kurzmensur und tiefe H-Saite – das passt normalerweise weniger zusammen. Um der tiefen Saite die nötige Elastizität zu geben, ist eine mit am Steg dünner auslaufendem Saitenkern aufgespannt, die insgesamt hervorragende Güte der Holzkonstruktion tut ein Übriges dazu, die tiefsten Frequenzen definiert zu präsentieren. Tatsächlich schnurrt die dickste Saite fast so geschmeidig wie die anderen drauflos, der Ton bleibt bis zur tiefsten Lage sauber definiert. Nur das etwas kürzere Sustain lässt beim H bemerken, dass es sich um eine 762-mm-Mensur handelt. Per Kippschalter kann man dem Delano-Humbucker zwei Sounds entlocken, zum einen die Growl-stärkere Serienschaltung, alternativ die transparentere Parallel- Variante. Mit sauberer Definition erlaubt der aktive Zweiband-EQ praxisgerechte Klangabstimmung.

Da BassLine zum Test auch den optional angebotenen Kopfhörer von Alpha Audio mitgeschickt hat, lässt sich der Nutzwert des eingebauten Headphone- Amps überprüfen: Der geschlossene Kopfhörer präsentiert den Basston mit filigraner Auflösung und sauberem Tiefbass, wobei der erreichbare Pegel gehörige Spielfreude bereitet, ohne dass Gehörschäden drohen.

Ein Punkt könnte am Bustiny 5 allerdings besser gelöst werden, und zwar der Batterieverbrauch. Logisch, dass eine Kopfhörer- Endstufe etwas mehr Strom verbraucht als eine normale Aktiv-Endstufe; allerdings wird diese auch ohne eingestöpselten Hörer im Normalbetrieb mit eingeschaltet, was die Lebensdauer der 9-Volt-Batterie auf rund 120 Spielstunden begrenzt. Eleganter wäre es also, den HA-1X nur bei wirklich eingestöpseltem Kopfhörer einzuschalten, um den Saftspender zu schonen.

Auch ein Shortscale verdient ausgesucht hochwertige Klanghölzer. (Bild: Dieter Stork)

Resümee

Stark, was dieser superkompakte Shortscale- Headless selbst mit tiefer H-Saite klanglich leistet! Wer zum reisen Handlichkeit erwartet, ohne beim Klang hörbare Kompromisse eingehen zu müssen, ist beim Bustiny an der richtigen Adresse. Natürlich sind die differenzierten Klangleistungen des Instruments kein Zufall, wenn man sich die ausgesuchte Qualität der perfekt verarbeiteten Hölzer und die hochwertige Ausstattung vergegenwärtigt. Und eine wirklich praktische Idee ist der eingebaute Kopfhörer-Verstärker, sodass man unterwegs und zu Hause auch ohne Bassanlage mit dem Fivestring seinen Spaß hat.

PLUS

  • Klangverhalten, Differenziertheit
  • extrem kompakt
  • Hölzer, Verarbeitung
  • Ausstattung, Kopfhörerverstärker, Gigbag

MINUS

  • Kopfhörer-Verstärker belastet auch im Normalbetrieb die Batterie

(erschienen in Gitarre & Bass 08/2019)

 

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Bassline eben. Ich spiele diese Bässe seit vielen Jahren und kann sagen, daß die Fertigungsqualitäten exzellent sind. Einer meiner Bässe ist sozusagen der Prototyp der Bustini Reihe. Und der ist mittlerweile gut zwanzig Jahre alt und tut wie am ersten Tag.

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