Produkt: Treble Booster Special
Treble Booster Special
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Drei Muske(l)tiere

Test: Amptweaker Bass Tight Drive jr, Bass Rock Drive jr & Bass Metal Drive jr

Amptweaker(Bild: Dieter Stork)

Dreimal Overdrive, speziell auf den Bass abgestimmt, um mehr Fahrt und auch Drastischeres aus dem Bass-Amp herauszukitzeln. In dunklem Grün, aggressivem Rot oder düsterem Schwarz, was gleich etwas über die Seele aussagt.

Vater aller Versionen ist das universelle Vierknopf-Gerät Bass Tight Drive, aus dem gleich drei Junioren hervorgegangen sind. Mit spezialisierten Arbeitsgebieten, wie die Namens- und Farbgebung verrät. Dabei können die kleinen womöglich sogar mehr als ihr Alter.

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beweglich

Die grundsätzliche Ausstattung der Junioren gibt sich mit den notendigen Reglern für Gain, Tone und Volume übersichtlich. Doch es sind zudem einige Helfer mit erheblichem Praxisnutzen vorhanden. An einem dreistufigen Schiebeschalter lässt sich unter dem Gain-Poti der Zerrcharakter vorformen, neben der Neutralstellung steht hier Tight für aggressive Direktheit, Fat für wärmere, runde Verzerrung. Unter dem Volume-Knopf gibt es einen zweiten Schiebeschalter, wieder mit Neutralstellung und zum Einen einer präsenten Filterung im Röhren-Stil (Plexi) oder abgemildert im Smooth-Modus. Zusammen mit den stufenlos einstellbaren Features schafft das einige klangliche Beweglichkeit.

Und da gibt es noch ein kleines Rädchen, das entscheidend sein kann: den MOD Knob. Er sitzt bei allen Junioren auf der rechten Seite und erlaubt die Dosierung der trockenen Bässe, die am Overdrive vorbeigeleitet werden. Anders als bei üblichen Blend-Potis wird hier nicht der komplette Cleansound, sondern nur der Tiefenanteil zugemischt. Beim Vorgänger ist dieser MOD Knob nur als Modifikation gegen Aufpreis zu haben.

Noch etwas: Aggressive Verzerrung ist unweigerlich mit einer gewissen Geräuschentwicklung verbunden, weshalb die drei Halbstarken auch an die Spielpausen denken und ein justierbares Noisegate bieten, um an sensiblen Stellen für Ruhe zu sorgen.

Der Fußschalter ist mit einer Status-LED kombiniert und schaltet im BypassModus das Eingangssignal direkt zur Ausgangsbuchse durch. Zur Speisung kann ein Netzteil mit 9 bis 18 Volt verwendet werden oder eine Batterie. Die kann durch Abnehmen des Bodendeckels eingesetzt werden, was einfach an einer einzigen Rändelschraube geschieht. Die Bodenplatte wurde auch gleich mit praktischen Bohrungen zum Befestigen auf dem Pedalboard versehen. Danebentreten darf man hier ausnahmsweise auch mal, weil die Regler durch einen Metallbügel geschützt werden. Alles in allem: Die klug ausgestatteten Amptweaker sind solide und rundum durchdacht gebaut.

Amptweaker
Nach Losdrehen einer Rändelschraube kann die Bodenplatte abgenommen werden. (Bild: Dieter Stork)

kleine sachen, große wirkung

Der grüne Tight Drive macht einen guten Anfang, er ist spezialisiert auf bluesigen Crunch und fett-fetziges Anzerren, was durch die Varianten am Schiebeschalter feinfühlig hin zur Aggressivität oder Mildheit verschoben werden kann. In ähnlicher Weise ergänzt die Plexi/Smooth-Filterung den vorhandenen Tone-Regler. Innerhalb seines Fachs glänzt der Tight Drive mit feinfühliger Variabilität.

Von vornherein aggressiver geht der rote Tight Rock zu Werke und fängt zerrmäßig in etwa da an, wo der Drive aufhört. Viel Edge und knackige Kante bei kerngesunden Durchsetzungs-Mitten machen Freude bei offensiven Attacken, und auch hier wirken die Variationsmittel überzeugend.

Die hochtourige, feine Säge kommt natürlich vom Tight Metal, wo Mitten etwas zurückhaltender, jedoch das oberste Zerrspektrum umso umfangreicher abgebildet werden.

In ihren klar abgegrenzten Genres überzeugen alle drei Junior-Pedale gleichermaßen, wobei vor allem die Dry-Low-Zumischung am Mod Knob für außergewöhnlich bassgerechte Fundiertheit sorgt und deutlichere Verzerrung ohne Verzicht auf bassige Treibkraft erlaubt. Dadurch, dass hier nur die Bass-Anteile zugemischt werden, bekommen die höheren Zerrspektren keine Konkurrenz durch den Cleansound, der Effekt wird nicht verwässert und kann deshalb umso wirkungsvoller mit satten Bässen unterfüttert werden. Dieser kleine Regler ist an den überzeugenden Charakterleistungen der drei Junioren entscheidend beteiligt.

Schließlich auch noch Lob für die eingebauten Noisegates, die sich tatsächlich so unauffällig justieren lassen, dass auch lang ausklingende Töne nicht wegbröckeln, wobei der Gate-Einsatz zudem durch den clean am Zerrer vorbeigeleiteten (und nicht vom Gate erfassten) Basston verdeckt wird. Perfekt.

Amptweaker
Auf der Pedalseite ist der wichtige Dry-Low-Zumischregler versteckt. (Bild: Dieter Stork)

resümee

Verblüffend, wie variabel die drei Amptweaker-Junioren in ihrem jeweiligen Fach aufgestellt sind, ohne sich gegenseitig ins Gehege zu kommen. Wo der Tight Drive aufhört, geht es beim aggressiveren Tight Rock erst richtig los, das gleiche gilt für den Anschluss zwischen Tight Rock und Tight Metal. Und eine kleine Sache mit großer Wirkung ist die spezielle Auslegung des Blend-Knopfes, wo der charaktervolle Zerrton nicht durch hochfrequente Clean-Anteile verwässert wird – und umso wirksamer mit konkretem Bassfundament unterfüttert werden kann.

PLUS
• Zerrcharakter, Variabilität, Ausstattung
• Zumischung des cleanen Bassanteils
• Noisegate
• vorbereitete Befestigung auf dem Pedalboard

Amptweaker

(erschienen in Gitarre & Bass 12/2018)

Produkt: Gitarre & Bass Digital 05/2018
Gitarre & Bass Digital 05/2018
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