Chrömernes Jubiläum

Sandberg California VM2 30th Anniversary im Test

Zum 30-jährigen Bestehen hat Sandberg ein glanzvolles Sondermodell aufgelegt, das auch klanglich ein starker Darsteller ist. Seit jeher ist die Marke stark darin, Wünsche der Bassisten zu erfüllen, die einerseits traditionelle Kontinuität, zugleich aber zeitgemäßes Niveau erwarten.

(Bild: Dieter Stork)

Dabei ist die California-Serie der Bestseller und logisch, dass auf dieser Basis das aktuelle Anniversary- Modell gebaut wird – natürlich mit angemessenem Lametta. Funkelnder Chrom ist ein natürlicher Partner von Luxus und Chic, davon gibt es nun reichlich. Besonders auffällig ist eine entscheidende Stelle: die verchromten, großen Pickups. Die VM2 sind das klangliche Schwergewicht unter den schlankhalsigen California- Playern, bestückt mit zwei Power-Humbuckern, in denen fette 10-mm-Polepieces sitzen, die in diesem Fall – ebenso wie die metallenen Tonabnehmerkappen – mit einer chromspiegelnden Oberfläche veredelt wurden. Zugunsten der klanglichen Wandelbarkeit ist ein Pickup-Split-Schalter vorhanden, mit dem die halsnähere Hälfte beider Humbucker abgeschaltet werden kann, weitere Variabilität bietet die aktiv/passive Auslegung der Elektronik, wo man am Zugschalter im Volume-Poti die Wahl zwischen aktivem Zweiband-EQ und passiver Schaltung mit Höhenblende hat. Der Anniversary-Bass kann viel und bietet das übersichtlich dar.

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Die vertraute Kombination von Erle-Body und aufgeschraubtem Hals schafft auch ergonomisch Sicherheit und zeigt sich klanglich von präziser Qualität. Mit 22 Jumbo-Bünden im Palisandergriffbrett geht der Viersaiter nur maßvoll über das Vintage-mäßige hinaus, setzt aber andererseits einen besonders massigen Steg zum Hochfrisieren des Tons ein. Neben klanglichen Stärken, bildet der blitzende Steg zusammen mit den Chrom-Pickups und dem ebenso spiegelnden Bedienfeld ein offensives Ensemble. Die Power-Humbucker werden ihrem Namen voll gerecht, im Doppelpack gibt es sogar sehr extreme Bass- Sounds, z. B. mit perverser Mittenauslöschung und trotzdem wahnsinnig mächtig – so etwas kann sonst fast nur ein rarer MusicMan Sabre.

Nun ja, die Assoziation liegt anhand der Elektro-Ausstattung ja auch nicht so fern, dabei ist die Holzbasis hier eine dezent verfeinerte Version der vielzitierten Fender-Rezeptur. Gegenüber dem aggressiveren Ahorn- Klang des Sabres bringt die Erle traditionelle Holzmitten ins Spiel, was die Sache am Ende noch fülliger macht. In vollem Humbucker- Modus räumt der souveräne Bass auch im rauesten Umfeld ab, lässt sich jedoch im Singlecoil-Modus auch für mainstreamigere Aufgaben disziplinieren. Wahlweise gibt es die starken Jubiläumsmodelle mit vier oder fünf Saiten, Letztere auch mit verlängerter Mensur. 30 Stück werden jeweils gebaut.

Preise (UVP/Street): Viersaiter ca. € 2046/1799, Fünfsaiter ca. € 2168/1899

Internet: www.sandberg-guitars.de

Plus

  • Pfundige Sounds, Power
  • Klang-Variabilität
  • Spielbarkeit
  • Verarbeitung
  • Ausstattung

Aus Gitarre & Bass 01/2017

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