Gut gespeist

RockBoard Power Pit, Netzteil im Test

Pedale sind das große Musiker-Thema dieser Zeit, da kommt für interessante, individuelle Sounds schnell eine ordentliche Sammlung zustande. Und die Dinger haben Hunger und wollen gut gefüttert werden.

FOTO: Dieter Stork

Mit Batterien geht das nur bei sehr überschaubarer Anzahl und regelmäßige Kontrollen sind nötig, wenn das Pedalboard immer zuverlässig funktionieren soll. Mal ganz abgesehen vom Umwelt-Aspekt, den die kleinen Saftspender weniger gut erfüllen. Da ist eine zentrale Speisung aus dem Netz nicht nur schonender, sondern auf Dauer auch ökonomischer. Und sie kann deutlich mehr, wie das Netzteil-Spitzenmodell Power Pit von RockBoard zeigt.

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Aufgaben und Lösung

Die meisten Pedale arbeiten mit einer Speisespannung von 9 Volt und benötigen einige Milliampere Strom, sodass man an die vier Standard-Ausgänge des Power Pit reichlich davon anschließen kann – denn hier werden insgesamt 500 mA bereitgestellt. Sogar für mehrere Digitalpedale, die eine erhöhte Stromaufnahme haben, reicht das locker aus, und selbstverständlich handelt es sich um eine stabilisierte und bestens gesiebte Speisespannung. Wem die vier Anschlussbuchsen nicht reichen, der findet im optionalen Zubehör Mehrfach-Kabelketten auf 5 und 8 Stecker. Auch Zwischenstücke auf Miniklinke sind dort erhältlich. Mitunter ist es für gewisse Effekte, meistens Zerrer oder solche mit Vintage- Schaltung, jedoch auch interessant, dass die Spannung gerade nicht stabil steht. Um das Verhalten einer etwas verbrauchten Batterie nachzuahmen, besitzt die RockBoard-Speisung noch drei lastabhängige 9-Volt-Ausgänge, deren Grund-Ausgangsspannung per Trimmpot zudem noch bis 8,1 V herunter variiert werden kann.

FOTO: Dieter Stork
Drei der Ausgänge sind variabel und lastabhängig, sodass z. B. verbrauchte Batterien simuliert werden können.

Das geschieht mittels des beiliegenden 2-mm-Inbusschlüssels durch Gehäusebohrungen, sodass die einmal gewählte Spannung automatisch gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert ist. Jeder Ausgang ist für maximal 210 mA ausgelegt und gegenüber den anderen isoliert. Das ist wichtig, weil in manchen Pedalen Schaltungen mit Germanium- Transistoren werkeln, bei denen der Pluspol auf der Signalmasse liegt – aufgrund der Isolierung kann bei diesen Ausgängen die Polung beliebig vertauscht werden, ohne dass es in der Effektkette zu Kurzschlüssen mit anders gepolten Pedalen kommt. Da am Gerät selbst keine Um schalter vorhanden sind, findet man als optionales Zubehör für kleines Geld ein Kabel-Zwischenstück namens Polarity Converter.

FOTO: Dieter Stork
Die real abgegebenen Ausgangsspannungen werden im Display angezeigt.

Ein vierter Ausgang mit isolierter Ausgangsspannung lässt sich von 9 Volt auf 12, 15 und 18 V umschalten, um spezielle Pedale mit höherer Betriebsspannung zu bedienen. Dieser Ausgang ist für 150 mA Strom ausgelegt. Mit den acht Ausgängen wären praktisch alle Anwendungen abgedeckt, außer für Pedale, die eine symmetrische Speisespannung benötigen.

Doch selbst dafür gibt es prinzipiell eine Lösung, wenn man zwei isolierte 9- Volt-Ausgänge und einen Polarity Converter einsetzt. Sogar mein alter EH Black Finger, der nur mit zwei 9-V-Batterien läuft, kann mittels weiterer Adapterkabel (RockBoard Battery Plug Converter) vom Power Pit versorgt werden. Soviel zu den Möglichkeiten, die sich mithilfe der zusätzlich lieferbaren Adapter eröffnen. Praktischerweise zeigt das Display die momentanen Ausgangsspannungen aller Ausgänge im Klartext an, was insbesondere über die kalibrierbaren Ausgänge, aber auch über die tatsächliche Ausgangsspannung bei verschiedenen Belastungen nützliche Informationen liefert.

FOTO: Dieter Stork

Für den unkomplizierten Start werden acht 30-cm-Patchcords mitgeliefert, einseitig mit geraden, auf der anderen Seite mit Winkelstecker ausgestattet. Der Netzeingang der leistungsfähigen Speisung ist, etwas altertümlich, zwischen 110 und 220 Volt umschaltbar; unsere Standard-Netzspannung beträgt allerdings 230 Volt. In der Praxis hat das Power-Modul mit der erhöhten Netzspannung kein Problem; vielleicht sollte man aber die Beschriftung des Umschalters entsprechend abändern, um Verunsicherungen zu vermeiden. Für die verschiedenen Weltregionen liegen vier unterschiedliche Netzkabel bei.

Resümee

RockBoards Spitzenmodell Power Pit kann eine Menge und das wirklich gut, vor allem die gegeneinander isolierten und in der Spannung lastabhängig und variabel ausgelegten Kanäle eröffnen über die grundsätzliche Aufgabenstellung hinaus ein interessantes Experimentierfeld.

Sämtliche Ausgangsspannungen unterliegen permanenter Messung, alle Spannungen werden im Display angezeigt. Mit dieser Speisung lassen sich praktisch alle Pedale kontrolliert versorgen, wobei eine Auswahl praktischer Sonderkabel ohne jede Abzocke günstig angeboten wird.

Plus

  • universelle Auslegung
  • variable, lastabhängige und isolierte Ausgänge
  • Spannungsanzeige im Display
  • Lieferumfang Zubehör
  • Preis/Leistungs- Verhältnis

Aus Gitarre & Bass 05/2017

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