Kompakter Start-Up-Bass

RockBass by Warwick Corvette Basic 4 Short Scale im Test

E-Bass von RockBass by Warwick, schwarz, stehend
(Bild: Dieter Stork)

 

Aller Anfang ist leicht, wenn man das richtige Instrument hat. Das Anstrengendste sind für den Bass-Neuling neben hoher Saitenlage und dicken, steifen Drähten sicherlich die großen Bundabstände. Daran lässt sich was machen, und mit diesem RockBass will Warwick den Neubassisten gleich vom ersten Tag an ein leichtgängiges Spielwerkzeug mit besten Qualitäten anbieten.

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Denn der Viersaiter mit der kurzen 780-mm- Mensur greift sich schon bedeutend leichter als ein ausgewachsener 864-mm-Longscale. Doch wo solche Einsteigerbässe in aller Regel besonders schlicht gebaut und spartanisch ausgestattet sind, bietet der Corvette Basic grundsätzlich das gesunde Niveau eines ausgewachsenen E-Basses. Was ihn auch für fortgeschrittene Musiker interessant macht, denn schließlich benutzen auch ausgewiesene Bass-Virtuosen gerne mal die Kurzmensur, weil darauf manches Kunststück gelingt, welches auf einem langen Bass nicht so leicht von der Hand ginge.

 

Konstruktion des RockBass Corvette Basic 4 Short Scale

Der dreistreifig aus hartem, stehenden Ahorn gefertigte Hals macht bereits einen sehr guten Eindruck, im dicken Rosewood-Griffbrett sitzen 24 fette, hochglanzpolierte Jumbobünde. Unter dem schwarzen Korpuslack verbirgt sich massives Erlenholz, Hals und Body sind vierfach miteinander verschraubt. Eine Abflachung im Verschraubungsbereich erleichtert der Greifhand das Erreichen der höchsten Griffbrettlagen, das lange obere Korpushorn sorgt für neutrale Balance des Basses am Gurt. Bemerkenswert sauber und präzise verarbeitet, zeugt diese wertige Holzkonstruktion davon, dass man Bass-Einsteiger ernst nimmt.

 

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In den Korpus versenkte Steg/Saitenhalter-Konstruktion (Bild: Dieter Stork)

 

Auch die Ausstattung ist für die Kurzmensur-Klasse weit überdurchschnittlich. Wie bei den teuren Warwick-Modellen ist hier eine aufwendige Steg/Saitenhalter-Konstruktion ins Holz eingesenkt, gekapselte Präzisions-Tuner finden sich auf der Kopfplatte ebenso wie ein höhenjustierbarer Sattel. Arretierbare Sicherheits-Gurthalter und werkzeuglos zu öffnende Patent-Deckel für Spannstabzugang und Elektrofach gehören des Weiteren zur Top-Ausstattung dieses Instruments.

Bei der Elektronik achtet man auf Qualität, auch wenn auf aktive Komponeten verzichtet wird. Zwei passive MEC-Singlecoil-Tonabnehmer im J-Format können per Balanceregler angewählt werden, der gemeinsame Volume-Regler ist für den Ausgangspegel zuständig. Doch auch bei der batterielos arbeitenden Passiv-Elektronik ist wieder ein Extra zu finden, nämlich in Form von separaten Tonblenden für jeden Pickup.

 

Der RockBass Corvette Basic 4 Short Scale in der Praxis

Der Corvette Basic mit der Kurzmensur wird ausschließlich als bundierter Viersaiter gebaut, ist allerdings ohne Aufpreis auch als Linkshänder-Modell zu haben. Mit seinem Gewicht von 3,6 kg hängt der Bass gut austariert am Gurt und ist wegen des kurzen Halses und der vergleichsweise kompakten Maße auch für jüngere Spieler ab etwa 10 Jahren gut geeignet. Der Hals ist zwar flach geformt, sein Profil aber dennoch nicht zu schlank geraten, sodass man auch mit geübteren Fingern bestens darauf klarkommt. Die niedrige Saitenlage ist ausgesprochen angenehm zu greifen, insgesamt ist der Shortscale betont leicht zu beherrschen und leistet sich dabei keine Schwächen.

 

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Dreistreifige Halskonstruktion aus hartem Ahorn (Bild: Dieter Stork)

 

Dies gilt auch für das Klangverhalten. Der schwingfreudige Ton spricht präzise an und entwickelt ein überdurchschnittliches Sustain (Klingdauer). Elektrisch erzeugt der hochwertige Shortscale ein extrem breitbandiges Klangbild, welches von klar umrissenen Tiefbässen über konkrete Mitten und markanten Draht bis in spritzige Brillanzen geht. Ehrlich gesagt, hört sich das gar nicht nach passiver Elektronik an, und nach Einsteigerbass erst recht nicht! Mit diesem Highend-Grundklang erlaubt der RockBass jedenfalls eine Menge feiner und unterschiedlicher Varianten, wozu auch die beiden separaten Höhenblenden wirkungsvoll beitragen; schließlich kann man sich damit entsprechende Sounds in den Pickup-Einzelpositionen vorbereiten, die dann am Balanceregler auf die Schnelle abrufbar sind.

 

Resümee

Was dieser RockBass aus chinesischer Fertigung bietet, geht meilenweit über den Durchschnitt hinaus und erreicht locker in mehreren Punkten Spitzenniveau. Das gilt sowohl für die wertige und akkurat gebaute Holzkonstruktion wie auch für die Qualität der Ausstattung – und die explizit breitbandigen Sounds der passiven Tonabnehmer können nur begeistern. Heraus kommt ein erstklassig leicht bespielbarer Shortscale, der nicht nur Einsteigern tolle Ergebnisse leicht macht, sondern zugleich auch weit fortgeschrittenen Ansprüchen gerecht wird. Wegen des Aufwands liegt der Corvette Short Scale preislich etwas über dem üblichen China-Niveau, doch ist das Geld gut investiert, denn einen besseren Start in die Basswelt kann man sich nicht ausdenken!

 

Übersicht

Fabrikat: RockBass by Warwick

Modell: Covette Basis

Typ: E-Bass mit Massivkorpus, Viersaiter

Herkunftsland: China

Mechaniken: verchromt; gekapselte Stimmmechaniken, zweiteilige Warwick Steg/Saitenhalter-Kombination, Warwick Sicherheits-Gurthalter, höhenjustierbarer Warwick Sattel

Hals: aufgeschraubt; dreistreifig Ahorn mit Ekanga-Trennfurnieren

Griffbrett: Palisander

Halsbreite: Sattel 38,6; XII. 55,1 mm

Bünde: 24 Jumbo

Mensur: 780 mm, Shortscale

Korpus: Erle

Oberflächen: Hals matt versiegelt, Korpus Hochglanzlack

Tonabnehmer: passiv; 2x MEC JSinglecoil

Elektronik: passiv

Bedienfeld: Volume, PU-Balance, Höhenblende Hals-PU, Höhenblende Steg-PU

Saitenabstände Steg: einstellbar; justiert auf 19,2 mm

Gewicht: ca. 3,6 kg

Lefthand-Option: ja

Vertrieb: Warwick

08528 Markneukirchen

www.warwick.de

Zubehör: Gurt-Gegenstücke, Einstellschlüssel, Manual

Preis: ca. 589

 

Plus

  • Klangverhalten, breitbandiger Sound
  • Holzkonstruktion, Verarbeitung
  • Ausstattung
  • Bespielbarkeit

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