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Preisunterschiede bei Ampeg Amps

Ampeg Svt classic
(Bild: Ampeg)

Q: Ich habe ein Ampeg SVT Classic Röhrentop 2005 neu gekauft, es ist demnach noch original made in USA, bevor Ampeg die Fertigung dieses Klassikers nach Fernost verlagerte. Heute werden unter dem Namenszusatz „Heritage“ wieder Amps in den USA gefertigt, die neu für etwa € 2700 erhältlich sind. Die aus Fernost (Korea, Vietnam, etc.) kosten einen ganzen Tausender weniger. Resultiert dieser Preisunterschied nur aus der Herkunft und den damit verbundenen Lohnkosten etc., oder gibt es bei den verbauten Komponenten Unterschiede?

D. Buchleither

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A: Heutzutage dürfte es weniger bei den verwendeten Bauteilen relevante Qualitäts-Unterschiede geben, die manchmal sogar aus den gleichen Quellen stammen. Bei der Heritage-Röhrenbestückung gibt Ampeg den Hersteller JJ an, bei der Classic-Serie keinen, was zumindest an dieser Stelle auf günstigere Bauteile schließen lässt und schon mal die ersten € 150 Preisunterschied erklären könnte.

Gravierender ist bei solch komplexen Geräten wie dem SVT aber die gewissenhafte Fertigung und Endkontrolle. Das heißt: Wenn ein Amp längere Zeit zuverlässig läuft, kann man wohl auch künftig darauf vertrauen, egal, wo er gefertigt wurde. Fehlerraten werden anfangs bei den günstigeren Geräten größer als bei den teureren sein, so habe ich das jedenfalls bei den Tests beobachtet. Gelegentlich gab schon mal bei billigeren Neugeräten Probleme, bei USA-Amps nie. Ein Drittel des Preises als Vorteil durch geringere Löhne scheint mir bei einem solch arbeitsaufwendigen Gerät wie dem SVT sogar noch unterkalkuliert.

Eine andere Frage ist der Klang, bei dem es zwischen dem SVT Classic und anderen Varianten grundsätzliche Unterschiede gibt. Ein Grund liegt in den unterschiedlichen Vorstufenröhren. Was man gemeinhin als originalen SVT bezeichnet, arbeitet mit Doppeltriode 12DW7 in der Vorstufe, die ein hochverstärkendes Triodensystem von der ECC83 (12AX7) beinhaltet, die andere Hälfte von der stromstärkeren ECC82 (12AU7) hat. Diese Röhre war längere Zeit nicht mehr lieferbar (heute gibt es Nachbauten ), und so designte man den SVT Classic nur mit der normalen ECC83 in der Vorstufe, was diverse Schaltungsanpassungen bei der vereinfachten Vorstufe erforderte. Mit Auswirkungen auf den Sound: Der Classic klingt britischer und singender als der bullig-amerikanische Ur-SVT.

Beim Ampeg SVT-VR hat man die aufwändigere Ur-Schaltung durch geschickte Verwendung normaler 12AX7 und 12AU7 nachgebildet – das fand ich im Test 03/2007 sehr gelungen und nachhaltig beeindruckend. Bis heute ist der SVT-VR lieferbar und liegt preislich zwischen Heritage- und Classic-CL.

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