Minimalist mit Format

Peavey MiniMax im Test

Es geht ums Bassspiel, nicht um Gefummel an zahlreichen Knöpfen. Wer sich die Sache leicht machen will, wird mit dem übersichtlichen MiniMAX gut auskommen.

(Bild: Dieter Stork)

Guitar Summit Werbung

Anzeige

Die Reduzierung aufs Wesentliche entlastet von vielen Entscheidungen und lenkt die Aufmerksamkeit auf die wirklich wichtigen Dinge. Natürlich muss aber auch ein spartanisch ausgestattetes Gerät alle Grundanforderungen erfüllen, und die heißen Leistung, Anschluss-Flexibilität, Klanggüte.

Übersicht und Flexibilität

Gain, Volume und dazwischen eine Dreiband- Klangregelung – das sieht sehr übersichtlich aus, ist aber tatsächlich viel flexibler, als es den Anschein hat. Denn schließlich sitzt unter jedem Potiknopf noch eine Schalttaste, die zusätzliche Variationen bringt. Der TransTube-Boost fährt die sonst saubere Wiedergabe in den Crunch, was klanglich in röhrenähnlicher Weise geschehen soll. Unter dem Bass-Regler lässt sich zusätzlicher Punch aktivieren, unter dem Treble-Regler sitzt der Bright-Schalter.

Die Centerfrequenz des Middle-Reglers kann an der Shift-Taste verschoben werden, und unter dem (Master-) Volume- Regler lässt sich eine psychoakustische Stärkung des Bassfundaments hinzuschalten, ohne Endstufe und Speaker durch echte Subbässe zusätzlich zu belasten. Was die Anschluss-Flexibilität betrifft, fängt es schon gut mit separater Anpassung durch getrennte Klinkeneingänge für passive und aktive Bässe an. Begleitende Playbacks können über die Aux-In- Miniklinke eingespeist werden, der vorhandene Kopfhörer-Ausgang macht den Amp auch zum stillen Üben nutzbar. Auf der Rückseite finden sich die Buchsen des seriellen Effekt-Einschleifwegs, für Recording und Live-Abnahme besitzt der Mini- MAX einen symmetrischen DI-Ausgang, dessen Signalabgriff vor oder hinter die Klangregler umschaltbar ist. Um seine Nennleistung von 500 Watt problemlos auf die angemessene Anzahl an Lautsprecherboxen zu verteilen, ist der handliche Verstärker mit zwei parallel beschalteten Speakon-Ausgängen versehen; die Kombibuchsen können ebenso mit Klinkensteckern benutzt werden. Auch bei der Stromversorgung gibt sich der Peavey flexibel und ist zwischen 120 und 240 Volt umschaltbar.

Praktiker

Wo man bei genauerem Hinsehen erkennen kann, dass hier mit wenigen Reglern doch große Klangflexibilität geschaffen wird, fallen zusätzlich noch nützliche Extras ins Gewicht. Erstens ist ein gepolstertes Gigbag im Preis enthalten, zweitens ein autochromatisches Stimmgerät an Bord, welches durch Drücken der Mute-Taste eingeschaltet wird und mit drei LEDs und zusätzlicher Tonanzeige das korrekte Einstimmen auch exotischer Tunings leicht macht. Drittens sorgt ein eingebauter Limiter dafür, dass man den Poweramp auch bei extremen Pegeln nicht übersteuern kann, die bewährte DDT-Schaltung bügelt übermäßige Pegelspitzen unauffällig aus.

(Bild: Dieter Stork)

Und das hört man dem kleinen Peavey auch deutlich an: Zwar ist ein halbes Kilowatt mehr als genug Leistung für die meisten Einsatzzwecke, aber wenn es in lauterem Umfeld mal eng werden sollte, darf man den MiniMAX auch sorglos an seiner oberen Leistungsgrenze betreiben, ohne dass fiese Verzerrungen hörbar werden. Und wenn es zerren soll, nimmt man eben die TransTube-Röhrensimulation zur Hilfe, die den Basston je nach Gain-Einstellung harmonisch anraut oder auch fetzig anzerrt. Die vorhandenen Klangregelbereiche sind mit +/-15 dB auch für drastischere Varianten ausgelegt, wobei Punch- und Bright-Preset den Wirkungsbereich deutlich erweitern.

Der autochromatische Tuner ist ein nützliches Extra. (Bild: Dieter Stork)

Mit dem Mid-Shift-Schalter lässt sich das Middle-Band nach unten verlegen, was für Anhebungen satten Growl sichert, während für das trockene Ausfiltern der Mitten eher die höhere Centerfrequenz günstiger ist, weil sie weniger Tiefen wegnimmt. Interessant ist die Wirkung des Psycho-Acoustics-Schalters, der einen kurzen bassigen Attack betont und somit mehr Subbass vorgaukelt, als die Lautsprecher tatsächlich aushalten müssen. Bei gleichzeitig etwas aufgeräumteren Hochbässen wirkt die Mittenwiedergabe kerniger.

Alternativen

Fast alle bekannten Marken haben kompakte Class-D-Amps in dieser Leistungsklasse zu bieten, allerdings lohnt es sich, dabei Ausstattung und Preis genauer zu betrachten. Der LWA500 von Warwick hat einen Compressor und einen 4-Band-EQ an Bord und ist im Laden nur einen Hunderter teurer, MB500 von Gallien-Krueger hat ebenfalls mehr Klangpotis und einen zuschaltbaren Booster, kostet allerdings in etwa 140 Euro mehr. Zum gleichen Preis wie der MiniMAX bietet der Nano Mark 300 von Markbass ähnliche Übersichtlichkeit, aber 200 Watt weniger Ausgangsleistung. Wie es aussieht, füllt der erstaunlich klangflexible Peavey bestens die Lücke zwischen diesen Geräten.

Resümee

Der MiniMAX macht seinem Namen alle Ehre und holt aus einem übersichtlichen Klangreglerfeld ein Maximum an Sound- Varianten heraus. Das wertig gebaute Gerät überzeugt in jeder Hinsicht und gibt sich auch mit seinen praxisgerecht durchdachten Anschlussmöglichkeiten und Extras gut ausgestattet, nervt nur leider mit seinem engagiert schlurchenden Lüftergeräusch. Wer damit leben kann, bekommt mit dem kleinen Peavey kerngesunde Leistungen für einen maßvollen Preis geboten.

Übersichtliches Anschlussfeld mit zusätzlichen Buchsen auf der Frontseite (Bild: Dieter Stork)

Plus

  • Wiedergabe-Leistungen, Klangvariabilität
  • praxisgerechte Ausstattung, Übersichtlichkeit
  • eingebauter Tuner, inkl. Gigbag
  • Verarbeitung

Minus

  • lautes Lüftergeräusch

 

Neben Ibanez, Yamaha, Taylor und Gretsch ist auch Peavey beim Guitar Summit, dem größten deutschen Gitarre & Bass Event, am Start! Teste das neueste Equipment, triff Gleichgesinnte und besuche über 100 Workshops! Jetzt Tickets sichern!

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ware nett wenn ihr verraten könntet welchen Lüfter man als Ersatz einbauen könnte. Zum Original konnte ich im Web nichts finden. Die Daten sind: DC Brushless 60 x 60 x15 Model:JQ6015S24M DC 24v !!! 0.11A Falls jemand ne leisere Alternative kennt – bitte lass es uns wissen. 20mm würde evtl auch noch rein passen. 25 geht leider nicht.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: