Alter Look & neue Technik

Music Man BH-500 & 810-BS Bass-Stack

Music Man Bassanlage

In den frühen Jahren war Music Man nicht nur mit Instrumenten, sondern auch mit eigenen Verstärkern erfolgreich. Mit dem Verkauf der Firma an Ernie Ball im Jahr 1984 wurde die Amp-Fertigung allerdings eingestellt.

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Gut 30 Jahre hat es gedauert, bis die einst geliebten Music-Man-Amps nun wieder angeboten werden. Zwar ist das nicht der erste Ansatz, denn 2001 versuchte die Marke schon einmal, mit einer modern konzipierten Bassanlage wieder ins Verstärkergeschäft einzusteigen. Doch trotz guter Leistungen brachte das keinen nachhaltigen Erfolg, wohl auch wegen des kühlen 19″-Designs. Jetzt sind die Music-Man-Anlagen allerdings wieder im markanten alten Outfit am Start, sodass auch optisch alles stimmt. Music Man ist nach wie vor ein Instrumentenhersteller, also hat man sich für die Fertigung der neuen Amps mit Marco De Virgiliis von Markbass zusammengetan, der übrigens das ganze Projekt angestoßen hat und auf diesem Gebiet große Kompetenz mitbringt.

Bh-500 topteil

Natürlich hat sich im Laufe der Zeit einiges getan bei der Technik, statt 100 Watt Röhre besitzt das moderne Abbild des Klassikers jetzt 500 Watt Class-D. Und weil die moderne Technik es zulässt, sind auch die Proportionen beim neuen Holzgehäuse anders gewählt, aber das macht nichts: Der BH- 500 ist in der Gesamterscheinung einwandfrei als Music Man zu erkennen. Dem folgt auch das aufgeräumte Bedienfeld. Links beim Eingang wird das Grundsätzliche geregelt, nämlich die Aussteuerung und der Anteil an Bässen und Höhen, wofür wirksame Kuhschwanzregler bereitstehen. Die nächste Sektion beinhaltet einen aktiven Fünfband-Equalizer, bei dem die Regler in einem Abstand von anderthalb Oktaven gestaffelt sind, zudem den (Master-) Volume-Regler. Netzschalter und Betriebsleuchte haben ganz rechts ihr eigenes Feld – das war schon alles, was der Music Man vorne preisgibt.

Bedienelemente

Moderne Erweiterungen sitzen auf der Rückseite, um die klassische Frontoptik nicht zu stören. Der aktuelle Amp besitzt einen Tuner Out sowie einen seriellen Einschleifweg für Effekte. Wichtigste Ergänzung ist der symmetrische Line Out, dessen Abzweig vor oder hinter den EQ umschaltbar ist; auch ein Ground-Lift-Schalter findet sich hier. Als Hauptausgang für die Lautsprecher ist eine moderne Speakon-Buchse vorhanden und zusätzlich eine Klinkenbuchse für Nostalgiker. Leider ist hier weder die Ausgangsleistung noch die zulässige Anschlussimpedanz aufgedruckt. Vor einem halben Kilowatt sollte man schon warnen, denn das könnte mancher Vintage-Box den Tod bringen!

810-bs box

Mit 477 mm Tiefe ist der 8×10″-Rollschrank ein voluminöses Gebilde. Hubraum war schon immer gut für eine souveräne Vorstellung, doch die Großbox macht dem Delinquenten die Arbeit mit nur 41 kg eher leicht; manch bauähnlicher Boxenkollege bringt gar das Doppelte auf die Waage. Zum einfachen Manövrieren sind unten zwei Rollen und oben ein Bügelgriff angebracht, beides stabilitätsmäßig auf Profi- Niveau. Intern ist das Gehäuse in zwei 4¥10″-Abteile gegliedert, die Trennwand stabilisiert die Konstruktion aus 18 mm starkem Sperrholz zusätzlich. Die Zehnzoll-Quartette sitzen in luftdichten Kammern, die innen mit Polyesterwatte ausgekleidet sind, um Klangverfärbungen durch stehende Wellen zu minimieren. Vertrauenerweckend sind die relativ großen Neodym-Magnete; das starke Material wurde hier also nicht nur zur Gewichtsreduzierung verwendet, sondern kräftigt zudem die Performance der Basslautsprecher.

Anschlüsse
Um die Vintage Frontoptik nicht zu stören sind alle modernen Erweiterungen auf

Deren Membrane sind lackiert, um den Wiedergabebereich nach oben hin zu öffnen, die Brillanzwiedergabe unterstützt ein regelbares Hochtonhorn mit dynamischem 1″-Treiber, welches in der Mitte des oberen Zehner-Quartetts angeordnet ist. Mit 4 Ohm lastet die 810-BS die Endstufe des MM-Topteils vollständig aus und besitzt bei 1200 Watt Belastbarkeit noch große Sicherheitsreserven im Zusammenspiel mit dem 500-Watt-Amp.

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