Mini-Mesa ultrastark

Mesa Boogie Subway D-800 & Ultra Lite 1×12 im Test

Als Bassist verbindet man mit dieser Marke vor allem fette Amp-Schlachtschiffe und übersolide gebaute Boxen für den ProfiEinsatz. Doch dem allgemeinen Trend hin zu leichterem und kompakterem Equipment kann sich auch Mesa nicht verschließen.

Mesa Subway D-800 und Ultra Lite 1x12 Bass (2)
FOTO: Dieter Stork

Und so ist es nur überraschend, wie lange es gedauert hat, bis von der Qualitätsmarke auch ein leichtes Class-D-Basstop samt passender Kompaktbox auf den Markt kommt. Mit der handlichen Walkabout-Serie hatte Mesa zwar schon Vorarbeit geleistet, aber das ist schließlich analoge Hybridtechnik mit entsprechendem Gewicht. Der neue Subway bietet hingegen 800 Watt Ausgangsleistung in der Fliegengewichts-Klasse.

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Subway D-800

Der kleine Leichtgewichtsverstärker zeigt klare Kante ohne überflüssigen Schnickschnack: Zwischen den Pegelstellern für Input und Master findet sich ein aktiver Vierband-Equalizer plus Voicing-Regler, und das war es auch schon fast auf der kleinen Frontplatte. Drei Kippschalter sind noch für Mute, Active/Passive-Eingangsanpassung und ein Deep-Preset vorhanden, der Übersichtlichkeit dienen hier LED-Anzeigen für die jeweils aktivierten Funktionen. Auch eine Übersteuerungs-Leuchtdiode ist vorhanden, drei weitere Leuchten zeigen Power, Protect und Limit an – auch die Einfachheit will kompetent verwaltet sein.

Mesa Subway D-800 und Ultra Lite 1x12 Bass
FOTO: Dieter Stork
Zur Leistungsverteilung stehen zwei Speaker-Ausgänge bereit, außerdem kann der Amp auf 2 Ohm umgeschaltet werden.

Auf einen Effektweg verzichtet das Kompaktgerät, dafür ist allerdings ein Kopfhörer-Anschluss samt Aux-Eingang für Monitoring im Studio oder für Playbacks beim Üben vorhanden. Der Abzweig für den symmetrischen Direct Output ist vor oder hinter den Klangreglern wählbar, sein Pegel kann von Line- auf Mic-Stärke umgeschaltet werden, natürlich ist auch der obligatorische Ground-Lift-Schalter vorhanden. Seine souveräne Ausgangsleistung erzielt der Mesa mit einem ClassD-Modul von ICE Power, welches laut Hersteller-Datenblatt 700 Watt an 4 Ohm bei nur 1% Klirrfaktor erzeugen kann – bei Instrumental-Amps erlaubt man üblicherweise etwas mehr Zerrprodukte, und somit dürfte die Mesa-Leistungsangabe auch realistisch sein. Um die Power auf mehrere Lautsprecher verteilen zu können, sind zwei Speakon/Klinke-Kombibuchsen vorhanden, die Umschaltung auf 2 Ohm erlaubt es auch, umfangreichere Boxen-Setups zu befeuern.

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Ultra Lite 1×12 Bass

Passend zum handlichen Hochleistungs-Amp hat Mesa zwei Ultra-Lite-Boxenmodelle im Angebot, wahlweise mit 12″ oder 15″-Bestückung. Es kommen leistungsfähige Lautsprecher mit Neodym-Magnet zum Einsatz, in den oberen Frequenzlagen durch ein großes Hochtonhorn mit dynamischem Treiber unterstützt. Das Bassreflex-Gehäuse ist aus zähem, aber leichtem Sperrholz gebaut; innen finden sich zusätzliche Versteifungen und eine Auskleidung aus Polyesterwatte, die stehende Wellen dämpft. Im typischen Mesa-Stil ist das Ultra-Lite-Cabinet ausgesprochen sauber und wertig gebaut, was man auch der aufwendig aus besten Komponenten aufgebauten Frequenzweiche ansieht. Zwei Kombibuchsen für Speakon und Klinke sind vorhanden, der Hochtonpegel ist stufenlos einstellbar. Während auf der 1×12-Box die Belastbarkeit mit 300 Watt angegeben ist, findet sich auf der Herstellerseite durchweg eine um 100 Watt höhere Angabe, die dann auch zur 8-Ohm-Ausgangsleistung des Subway-Verstärkers passt.

Mesa Subway D-800 und Ultra Lite 1x12 Bass (3)
FOTO: Dieter Stork
Der Neodym-Zwölfzöller kann beachtliche Leistungen sauber verarbeiten.

Praxis

Die Subway-Bassanlage mag niedlich aussehen, aber in der Wiedergabe gibt sie sich ausgesprochen potent. Insbesondere die kleine 1×12 schiebt einen druckvollen Basston mit tiefen Fundament, welches man diesem Boxenformat kaum zutrauen würde! Aber sie kann‘s, und das bis in hohe Lautstärken, wo sie beachtliche Impulse klaglos wegsteckt und clean bleibt Beim starken Amp ist das nicht weiter verwunderlich, aber bei der leichten Mini-Box sind derart Band-taugliche Leistungen doch sehr bemerkenswert. Klanglich geht Mesas erstes Class-D-Basstop zugleich pfundig, aber auch feinfühlig zu Werke. Pfundig allein schon wegen der enormen Leistungsreserven, die hier glaubhaft vertreten werden, feinfühlig vor allem in den kompetent abgestimmten Klangregelmitteln. Der Voicing-Regler schafft das Kunststück, einerseits den Grund-Sound an beiden Enden des Frequenzspektrums wirksam aufzupolieren, er tut dies aber andererseits beinahe ohne merklichen Druckverlust in den Tiefmitten, auch das typische Timbre des Instruments bleibt erhalten.

Ebenso fein sind Bass und Treble dosierbar, während beide Mittenregler umso engagierter zupacken und damit auch extreme Charaktervarianten anbieten. Mit einem überschaubaren Reglerfeld erzeugt der Subway eine beachtliche Klangflexibilität. Und wenn man den Deep-Schalter umlegt, klingt die kleine Bassanlage direkt doppelt so groß. Auch das kann die kleine Subway-Box übrigens tadellos verarbeiten. Bei allen Glanzleistungen des Leichtgewichts-Pakets muss allerdings der permanent arbeitende Lüfter des Amps erwähnt werden. Er ist zwar keinesfalls nervend laut, wird aber doch im stillen Studio-Ambiente hörbar sein. Wer die klangstarke Bassanlage also alternativ zum hochwertigen Direct Out per Mikrofon aufnehmen will, sollte den Verstärker etwas weiter entfernt platzieren.

Plus

  • Leistungsvermögen
  • Wiedergabequalität, Sounds
  • Verarbeitung
  • kompakte Abmessungen, Gewicht

Minus

  • permanent arbeitender Lüfter (D-800)

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Resümee

Mesas Einstieg in die Class-D könnte nicht überzeugender ausfallen, zumal nicht nur der kompetent durchdachte Amp mit druckstarken Power-Reserven ohne Ende aufwartet, sondern auch die passende Ultra-Lite-Box bis in Band-taugliche Lautstärken sauber mithalten kann. Die insgesamt hochwertige Verarbeitung hat zwar ihren Preis, aber davon hört man auch viel!

 

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