Grüne Erfrischung

Markbass Little Mark Ninja im Test

Richard Bona mag dynamische, kräftige Amps. Er mag aber auch handliche und praktische Technik. Sein Signature-Modell von Markbass bringt beides zusammen und hat auch klanglich eine Überraschung zu bieten.

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FOTO: Dieter Stork
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Mit einer Nennleistung von 1000 Watt ist der grüne Ninja doppelt so stark wie der Little Mark und kommt auch bei kräftigsten Impulsen nicht ins Schwitzen. Zugleich ist das 3-Kilo-Teil angenehm beim Transport und mit aufgeräumter Ausstattung unkompliziert zu bedienen. Was natürlich nicht nur Herrn Bona gut gefallen dürfte.

Intuitive Bedienung

Gegenüber dem Little Mark III wurde also die Endstufenleistung verdoppelt, der Ninja zeigt sich auch im Vergleich zum Little Mark 800 relevant gestärkt. Die Ausstattung der Transistor-Vorstufe ist hingegen weitgehend die gleiche geblieben, lediglich der symmetrische XLR-Eingang wurde bei der grünen Power-Dose nun eingespart.

Drei getrennte Pegelsteller für Gain, Master und Line Out heben sich in Gelb von der grünen Plexifront ab, schwarze Knöpfe werden für den Vierband-EQ und die zusätzlichen Regler VLE (Variable Loudspeaker Emulator) und VPF (Variable Pre-Shape Filter) verwendet. Soviel zur gesicherten Orientierung.

Auch in den Anschlussmöglichkeiten gibt sich der Ninja überschaubar: Eine Klinkenbuchse als Input, auf der Rückseite eine weitere fürs Stimmgerät, zwei für den seriellen Mono-Effektweg und ein XLR-Anschluss für den symmetrischen Line Out, dessen Pegel ja separat von der Frontseite aus einstellbar ist. Der Abgriff kann vor oder hinter die Klangregler umgeschaltet werden, ein Schalter zur Masseabtrennung des symmetrischen Ausgangs ist auch vorhanden.

Für die Lautsprecher steht ein Speakon-Anschluss bereit, was freilich bei einem Kilowatt Ausgangsleistung ein wenig zu sparsam erscheint, zumal ja daneben ein zweiter Platz bereitstünde, der aber durch eine aufgeschraubte Blende verschlossen ist – schließlich will man eine solche Wucht ja auf eine angemessene Anzahl Boxen verteilen können. Außerdem wäre eine Beschriftung mit der zulässigen Minimalimpedanz und der Ausgangsleistung sinnvoll.

Eine zweite Lautsprecherbuchse wäre zur Verteilung der großen Endstufenleistung angemessen.
FOTO: Dieter Stork
Eine zweite Lautsprecherbuchse wäre zur Verteilung der großen Endstufenleistung angemessen.

Dynamik und Variabilität

Obwohl der symmetrische Ausgang einen eigenen Level-Regler besitzt, arbeitet er auch in der Post-EQ-Einstellung unabhängig vom Master-Pegel, was natürlich sinnvoll ist, um die Bühnen-Lautstärke unabhängig von der PA-Wiedergabe (oder Aufnahme) regulieren zu können. Effekte können vor dem EQ eingefügt werden und werden sowohl in der Pre- wie auch in der Post-EQ-Einstellung im Line Out wirksam.

Der Ninja besitzt einen geradlinigen, praxisgerecht durchdachten Signalweg ohne verwirrende Pirouetten. Sein Lüfter arbeitet übrigens angenehm dezent und nervt auch in Spielpausen nicht. In der Verarbeitung von Dynamikspitzen bietet die 1000-Watt-Endstufe frische Reserven auf, an Nachschub im durchsetzungsstarken Basskörper wird es ebenfalls nie mangeln, der Ninja meistert souverän alle Bedürfnisslagen des Spielers auch im lauten Umfeld.

Entscheidender als die schiere Power ist allerdings die auffällige Trag- und Füllkraft des Basstons, für die ein neues Endstufenkonzept (Mark Proprietary Technology) verantwortlich ist. Und die Ergebnisse klingen eindeutig nach sattem Analogton! Markbass hält sich zwar mit Detailinformationen zurück, aber auch ein Blick ins Gehäuse stützt die Vermutung, dass im Ninja ein analoger Poweramp arbeitet.

Die neuentwickelte Endstufe sieht nach Analogtechnik aus.
FOTO: Dieter Stork
Die neuentwickelte Endstufe sieht nach Analogtechnik aus.

Seine Klangregler konzentrieren sich auf die wichtigen Bereiche, wobei die beiden Mittenregler zwischen knurrnasalem und knackig präsentem Timbre unterscheiden. Der Bass-Regler ist für wirklich mächtige Tiefenwucht zuständig, der High-Regler nimmt die spitzmetallischen Brillanzen aufs Korn. Wie mit einer breit ausgelegten, passiven Tonblende lassen sich die Gesamtergebnisse am VLF-Regler dann noch gefühlvoll abrunden und wenn man möchte, auch sehr Vintagemäßig mumpfig einstellen.

Das VPF-Mittenfilter räumt fein dosierbar den Mittenbereich auf und stärkt die Eckfrequenzen, wenn es in Richtung HiFi-Klangbild und trockenen Funk gehen soll. Yep, der Ninja kann geile, stimmige Sounds generieren, von molligem Kissenbass bis zur drahtpräsenten Funk-Performance, das Teil klingt ausgesprochen harmonisch und verfügt über gewaltige Leistungsreserven!

Alternativen

Die meisten Konkurrenten in der 1000-Watt-Klasse kombinieren die hohe Ausgangsleistung einer Class-D-Endstufe mit einer üppigen Vorstufen-Ausstattung. Zum gleichen Preis wie der Ninja bietet der LWA 1000 von Warwick zwei Kanäle mit Compressor-Bestückung, Peaveys Mini-Mega ist sowohl mit Compressor wie auch zuschaltbarer Crunch-Zerre ausgestattet und insgesamt sehr vielseitig. Aber gerade die Einfachheit und Übersichtlichkeit soll ja zentrale Eigenschaft des grünen Ninja sein, und die kultiviert das leistungsstarke Markbass-Top mit hervorragenden Klangergebnissen.

Resümee

Im neuen Trend zur Einfachheit muss man nicht auf Power verzichten. Der grüne Ninja überzeugt mit gewaltiger Basswucht und frischer Dynamik, hat in sinnvoll organisierter Geradlinigkeit alles an Bord, was man Live und im Proberaum benö- tigt und schafft mit einer überschaubaren Zahl an Reglern starke Cleansounds, vom molligen Vintage-Ton bis zum drahtbrillanten Funk-Sound. Eine wichtige Rolle für die allgemein beeindruckende Klanggüte spielt die neu entwickelte Endstufe, die diesem Kompakt-Basstop den satten, fülligen Analogton beschert.

Plus

• Leistung

•Übersichtlichkeit

•Klangregler-Wirkung

•Verarbeitung/Design

Minus

• nur ein Lautsprecher-Anschluss

• Beschriftung Speaker Out

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2 Kommentare zu “Markbass Little Mark Ninja im Test”
  1. Ich erkenne das Problem an einem Speakon-Anschluss nicht:
    laut Neutrik ist der Anschluss auf 40 A (bzw. je nach Auslastung sogar mehr) zugelassen. Dass entspricht nach meiner Rechnung dann an 4 Ohm max. 25 kW. Das eine kW kann der Anschluss also gut ab…

    Antworten
    • Stefan Braunschmidt

      Hallo!
      Im Test wird nicht die Wahl des Steckerformats kritisiert sondern die Tatsache, dass nur eine Ausgangsbuchse vorhanden ist. Das macht es schwer, den Verstärker mit mehreren Boxen zu betreiben, wenn diese über keine Durchschleif-Option verfügen. Weiter wurde kritisiert, dass eine Beschriftung fehlt, die die Mindestimpedanz sowie die Ausgangsleistung an verschiedenen Impedanzen angibt.

      Beste Grüße!
      Stefan

      Antworten
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