Super Sauber

Markbass CMD Super Combo K1 im Test

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In Jazz und Fusion ist der cleane Bass-Sound gefragt. Alain Caron möchte jedes feine Detail hören, seine Bandkollegen auf der Bühne natürlich auch. Markbass hat ihm einen neuen Super Combo auf den Leib geschneidert, und da darf man eine Menge erwarten!

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Und das fängt schon bei der Endstufenleistung an – 600 bzw. 1000 Watt sind für einen handlichen Kofferverstärker sicher mehr als genug. Dabei geht es wohl eher nicht um brutale Lautstärke, sondern um den dynamischen Headroom. Headroom gibt es auch in anderer Hinsicht, nämlich für die Transparenz. Damit jeder Frequenzbereich mit größtmöglicher Klarheit abgestrahlt wird, besitzt der K1 eine Dreiwege-Lautsprecherbestückung. Technisch gesehen sind das wirklich gute Voraussetzungen für einen Super Combo!

clean durchdacht

Dabei gibt sich das hochkant stehende Gerät in den Bedienelementen recht aufgeräumt. Zwischen Gain- und Master-Regler liegt eine Vierband-Klangregelung, erweitert durch das variable Preshape-Filter, welches stufenlos dosierbare Abdämpfungen bei 380 Hz erlaubt. Auch ein eigener Pegelsteller für den symmetrischen Line-Ausgang ist an Bord.

Tief im Combo-Gehäuse versteckt finden sich die rückwärtigen Anschlüsse des Verstärkers, doch damit das kein Gefummel beim Anschließen ergibt, hat der Combo oben einen klettfixierten Deckel, der den Zugang erheblich erleichtert. Es sind Klinkenanschlüsse fürs Stimmgerät sowie zum Einschleifen von Effekten vorhanden, der Abgriff für den symmetrischen Ausgang ist vor oder hinter die Klangregelung umschaltbar und der Effektweg in beiden Einstellungen erfasst.

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Für die internen und externe Lautsprecher besitzt der Amp zwei Speakon-Ausgänge; ohne Zusatzbox liefert er 600 Watt an die Dreiwege-Bestückung, schließt man eine 8-Ohm-Box zusätzlich an, kann die Endstufe ein ganzes Kilowatt mobilisieren.

Solche Leistungen erfordern stabile Speaker, und der eingebaute Zwölfzöller besitzt einen gigantisch dimensionierten Neodym-Magnet und kann 800 Watt verarbeiten. Er sitzt in einer Bassreflex-Kammer mit rückwärtiger Tunnelöffnung, der ab 1,5 kHz eingekoppelte Mitteltöner und das ab 5,5 kHz einsetzende Hochtonhorn haben darin ihr eigenes, luftdicht abgeschlossenes Abteil.

Das Gehäuse ist robust aus 18 mm starkem Sperrholz gebaut, der äußere Filzbezug dämpft zusätzlich etwaige Gehäuse-Resonanzen.

gewaltig universell

Der Combo steht hochkant, was auf engen Bühnen den Vorzug hat, dass er nur wenig Standfläche benötigt. Durch die schmale Front lässt sich der 27-Kilo-Koffer auch ohne Verrenkungen alleine tragen, die rückseitigen Bassreflexöffungen sind für Freiaufstellung konzipiert, jedenfalls sollte man den Combo nicht direkt an die Wand rücken. Dass die Amp-Rückseite tief im Gehäuse liegt, hat den Vorteil, das Laufgeräusch des hinten angebrachten, permanent arbeiten Lüfters wirksam zu dämpfen – selbst im ruhigen Proberaum stört er nicht.

Wiedergabemäßig wird der Markbass dem Super im Namen auf Anhieb gerecht, so gewaltig setzt er den Basston mit ausgewogenem, weitem Frequenzumfang in Szene. Die eingangs geäußerte Einschätzung, hier ginge es weniger um hohe Pegel, muss sogar revidiert werden, denn in Anbetracht seiner kompakten Maße ist der Caron-Combo geradezu gewaltvoll laut, wobei die potenten Speaker den großen Ton souverän übertragen und auch in Spitzenpegeln sauber halten. Damit einher geht natürlich auch eine eindrucksvolle Dynamik, die jede feine Spielvariante impulsfrisch zu Gehör bringt.

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Eine große Stärke der Dreiwege-Bestückung liegt zudem in der unverfärbten Darbietung aller Frequenzbereiche, wofür eine leichte Abdämpfung am VPF-Filter des Amps zu empfehlen ist. Wer mehr auf „Sound“ setzt, wird für entsprechende Einfärbungen die wirkungsvoll und musikalisch sinnvoll abgestimmten Klangregler bemühen, die den Clean-Combo erstaunlich stilvariabel machen. Fundamental breite, aber dennoch saubere Tiefbässe lassen sich am Low-Regler hinzudrehen, für tiefnasalen Growl ist der Mid-Low-Regler zuständig.

Höhere Nasalnuancen erfasst der Mid-High-Regler, wobei er insbesondere bei Abdämpfungen den Basston wirkungsvoll aufräumt, ohne den zupackenden Tonkörper zu schmälern. Klare Brillanz hat man am High-Poti unter Kontrolle, nur kurz vor der Maximal-Anhebung setzt vernehmliches Rauschen ein. Damit kann man gut leben, da man mit halbwegs frischen Saiten solche Höhenanhebungen ohnehin nicht benötigt; vom mollig dichten Vintage-Sound bis zum hochglanzpolierten HiFi-Ton liefert der K1 eine rundum eindrucksvolle Performance ab.

resümee

Wow, die machtvollen und zugleich extrem detailreichen Wiedergabeergebnisse des K1- Combos machen dem Super im Namen alle Ehre! Der Caron-Combo klingt erheblich größer als er ist und wahrt auch in hohen Lautstärken seinen differenzierten und sauberen Klang. Dabei ist man übrigens keineswegs nur auf einen HiFi-mäßigen Fusion-Sound festgelegt, denn mithilfe der wirkungsvollen Klangregler lassen sich auch extreme Klangvariationen überzeugend realisieren. [2778]

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