Produkt: Gitarre & Bass 4/2019
Gitarre & Bass 4/2019
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Fender Sting Bass im Test

Stings Signature-Modell von Fender gibt sich auf den ersten Blick eindeutig rückwärtsgewandt. Auch auf den zweiten. Schließlich basiert der Bass auf dem Preci von 1953, den Sting auf der „Brand New Day“-Tour gespielt hatte.

Offenbar fühlt sich dieser anerkannte Spitzenmusiker von der Schlichtheit inspiriert, und schlichter als bei diesem Vintage-Precision aus den ersten Jahren geht es nun wirklich nicht. Beim Sting Bass leistet man sich immerhin den Luxus eines Contour-Bodys mit gerundeten Kanten. Denn mit den echten alten Modellen von ‘51 bis ‘53, dem Pendant zur Telecaster-Gitarre, hängte man sich ein kantiges Brett um; der Sting Bass liegt hingegen wie von einem „modernen“ Precision gewohnt komfortabel am Körper, was Fender ab 1954 einführte

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Mit dieser Konstruktion hatte Leo Fender den Standard für den E-Bass vorgelegt. In einer Frästasche auf einem aus mehreren Holzstücken zusammengeleimtem Eschekorpus ist ein Ahornhals festgeschraubt. Der Hals ist aus einem Streifen Ahorn gebaut, inklusive Griffbrett also einteilig. Der Halsspannstab wird bei der Herstellung von hinten in den Hals eingesetzt, diese Ausfräsung ist durch einen dunklen Walnut-Holzstreifen verschlossen.

Die Mensur von 34″ (864 mm Longscale) war bei Versuchen schlichtweg die Längste, die sich noch leicht spielen ließ – kürzere Mensuren hatten sich bei Leo Fenders Versuchen als klangschwächer erwiesen. Der Sting Bass ist ganz nach alter Art mit schmalen Bundstäbchen bestückt. In der zwölften Lage ist Stings Signatur in einem Block Inlay verewigt.

Korpus und Hals sind inklusive Griffbrett glänzend lackiert, der Korpus zweifarbig im Two-Tone-Sunburst gehalten und ausschließlich in dieser Farbgebung lieferbar. Der komfortabel geshapte Korpus wurde ab 1954 eingeführt, natürlich passt hier nicht mehr das alte, bis ins obere Korpushorn reichende Schlagbrett. Der Contour-Body kommt aber dem Spielkomfort des Sting Basses merklich zugute und ist als authentisch anzusehen, wenn man das Signature-Modell als 54er Preci einordnet.

 

Ausstattung

Einfacher geht’s nicht, und tatsächlich verströmt diese Reduziertheit ihre ganz eigenen Reize. Der simple Blech-Flachsteg besitzt noch nicht einmal separate Saitenreiter, für jeweils zwei Saiten lässt sich bezüglich der Oktavreinheit nur ein gemeinsamer Kompromiss einstellen. Bei den langhalsigen, offenen Stimm-Mechaniken hat man auch das Original-Detail beachtet, dass sie sich andersherum drehen als die späteren Typen.

Die simpelste Konstruktion auch beim Tonabnehmer: Dieser ist einspulig, der lackisolierte Draht ist um vier dürre Alnico-Stabmagnete gewickelt; aus gutem Grund wird man den späteren Fender-PUs zwei Magnete pro Saite gegönnt haben und ist nicht wieder zur Single-Polepiece-Bauweise zurückgekehrt. Aber der alte Pickup klingt natürlich speziell. Statt durch eine Schutzkappe werden die sensiblen Drahtwicklungen mit gewachster Kordel gegen potenziell tödliche Fingernagel- und Plektrum-Attacken geschützt. Alles Aktive spielte sich früher noch ausschließlich im Verstärker ab, eine Bass-Elektronik arbeitete natürlich passiv. Der Sting Bass belässt es dabei und besitzt außer seiner Ausgangsbuchse einen Volumenregler und eine Höhenblende. Dass Sting hier nichts veränderte, gereicht Leo Fender zur Ehre und hat wohl auch etwas mit Respekt zu tun.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Mit dem richtigen Musikern klingt das Teil wirklich gut, Siehe Sting Konzert in Mönchengladbach “back to bass”

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